Euro Stoxx50 Express Zertifikat von der Dekabank-auch was für risikoscheue Anleger?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wow! Das ist allerdings so ein Unsinn am frühen Morgen, daß ich mich jetzt frage, wie denn überhaupt irgendjemand auf die wundervolle Idee kommen kann, einen harmlosen Privatanleger so für dumm zu verkaufen.

Ich habe nichts gegen Zertifikate. Ein Eurostoxx 50 Express Zertifikat ist allerdings alles andere als konservativ und auch vom zugrundeliegenden Index ziemlich Unsinn.

Mit anderen Worten: VR-Banken sind sehr stabil und ertragsstark. Du wirst dort ca. 3-5% Rendite pro Jahr erhalten, was gerade mal so für einen Inflationsausgleich nach Steuern reicht. Üppig ist es nicht, aber sicher. Für risikoscheue Anleger gibt es auch schwankungsarme Mischfonds, die Renditen im Bereich von 4-6% p.a. liefern und etwas stärker diversifiziert sind, vor allem auch Aktien beimischen und damit nicht nur Geldwerte halten. Geldwerte verlieren durch die Inflation an Wert, während Aktien solider Unternehmen eher mitschwimmen, d.h. durch Kurssteigerungen dies ausgleichen.

Soviel mal zum Gesamtbild. Zum Zertifikat kommentiere ich gleich noch etwas.

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Der Euro Stoxx 50 ist ein Index, der die 50 nach Börsenbewertung größten Unternehmen enthält. Wer genau enthalten ist, kannst Du beispielsweise hier sehen: http://de.wikipedia.org/wiki/EURO_STOXX_50

Wichtig zu wissen aber: der Euro Stoxx 50 ist ein Kursindex, d.h. Dividendenausschüttungen werden nicht berücksichtigt. Nur so nebenbei: die Dividendenrendite der Euro Stoxx 50 Unternehmen lag für 2013 bei gut 4%. Das entgeht Dir, wenn Du nur auf den Kursindex setzt.

Dann ein Express-Zertifikat. Läuft der Index gut und schließt über der vorgegebenen Schwelle, bekommst Du vorzeitig den Nominalwert des Zertifikats zurück und dazu noch eine Prämie. Das wiederholt sich ein paar Jahre, ggf. mit steigenden Prämien. Am Laufzeitende bekommt man das eingesetzte Kapital zurück, wenn der Index nicht tiefer als beispielsweise 80% der Schwelle liegt. Ansonsten bekommt man einen Wert, der sich aus dem dann niedrigeren Index berechnet zurück.

Was bedeutet das? Nun, es sagt klar, daß die Gewinne gedeckelt sind.

  • Steigt der Index an, bekommst Du maximal die Bonuszahlung und den Nominalwert, nicht jedoch etwas, das die gute Indexentwicklung wiederspiegelt.

  • Entwickelt sich der Index also seitwärts (kein deutlicher Anstieg) oder negativ (fällt), so wirst Du bis zum Laufzeitende ausharren müssen.

  • Liegt zum Laufzeitende der Index zwischen der vereinbarten Schwelle in einem Pufferbereich (von z.B. 20%), dann bekommst Du den Nominalwert zurück. Das wäre allerdings bei einer Laufzeit von z.B. 5 Jahren schon ein Verlust von ca. 10% durch die Inflation.

  • Liegt zum Laufzeitende der Index unter dem Pufferbereich, partizipierst Du voll an den Verlusten. Dazu kommt noch der Verlust per Inflation.

Bedenke dann noch, daß die Spaßkassen wahrscheinlich noch einen Ausgabeaufschlag von 1-5% für solche Produkte haben wollen, die gleich von Anfang einen Verlust bedeuten.

Das ist also wirklich kompletter Unsinn und mit den Genossenschaftsanteilen so vergleichbar wie ein Keks mit einer Banane. Vergiß die Spaßkasse!

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So, und jetzt noch etwas zu Mischfonds (Finger weg von Deka).

Es gibt gute Mischfonds, die verschiedene Assetklassen kombinieren und dadurch eine schwankungsarme Entwicklung von ca. 4-6% p.a. im Schnitt erreichen können. Für eine Anlage, die auf 5+ Jahre angedacht ist, wäre das das Mittel der Wahl für harmlose Privatanleger, die nicht ständig nach Kursen und Wertpapieren schauen wollen, sondern einfach regelmäßig auch etwas einzahlen wollen, um die Anlage aufzustocken.

Der Sparkassenverkäufer wird Dir dann ein paar Deka-Fonds vorschlagen, die wahrscheinlich Begriffe wie Garantie, Protect, Konservativ oder ähnliche Euphemismen enthalten. Schaut man sich die Performance dieser Fonds an (wenn sie nicht sogar erst gerade frisch aufgelegt wurden), dann ist diese im Vergleich zu qualitativ hochwertigen Fonds anderer Anbieter unterirdisch und kostet den Anleger eine Menge Geld für Managementgebühren, Performancegebühren, Steuern und Inflation, ohne daß am Ende ein marktgerechtes Ergebnis erreicht wird.

Vielleicht suchst Du mal eine Beratung bei einer Sparda-Bank.

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allerdings halt ich die Deka schon für seriös

Ich nicht. Aber das wäre ein anderes Thema, wozu man einen ganzen Roman (oder vielmehr einen Krimi) schreiben könnte :-)

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on der DEKA zu Express-Zertifikaten:

... Wird jedoch die definierte Barriere unterschritten, partizipiert das Zertifikat 1:1 an der Wertentwicklung des Basiswertes, es kommt zum Verlust.

Das sind also die Teile, die in der Vergangenheit fast immer schief gegangen sind und aus harmlosen Anlegern auf der Suche nach etwas Mehrrendite Menschen gemacht haben, die nie wieder Geld anders als in einem Sparbuch anlegen.

Die Sparkasse ist nicht seriös und diese Anlage für einen risikoscheuen Anleger so ungefähr das letzte, das man ihm empfehlen kann. Nochmals klargestellt: entweder, er hat dich nciht verstanden oder er kennt sein produkt selbt nicht. Die anderen Alternativen könnten beleidigend wirken. In dem Teil kann man so viel Gewinn für die Bank verpacken, dass du mit einer Lebensversicherung vergleichwesies billig wegkommst ;).

Dem Analgeberater würde ich nicht mehr über den Weg trauen. Diese Zertifikate sind was für Spekulanten. So schätze ich Dich nicht ein, wenn Du harmlose Genossenschaftsanteile kaufen wolltest. Bleibe bei deinen Anteile. Die passen besser zu Dir. Wie gut dass Du hier nachgefragt hast. Lass die Finger von Zertifikate!!!

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Den Sparkassenberater mit dem Wort anal in Verbindung zu bringen .... :)

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@SBerater

Sorry, das passiert mir oft. Ist eindeutig ein Schreibfehler. Danke.

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Wieso gibt es bei der Bank zwei Töpfe "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern"?

Ich habe ein Depot bei der Postbank. Ich habe zuletzt Gewinne realisert.

Vor der Gewinnrealisierung hat ich einen Betrag im Topf "Aktienverluste".

Zuerst habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft.

Dadurch ging der Topf Aktienverluste auf 0. Der restliche Verkaufsgewinn wurde mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.

Dann habe ich ein Zertifikat verkauft. Der Sparerpauschbetrag ging durch diesen Verkauf auf 0 und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den verbleibenden Gewinnbetrag erhöht.

Dann habe ich einen ETF verkauft. Der gesamte Gewinn hieraus musste versteuert werden und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den Gewinnbetrag erhöht.

Anschlissend habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft. Nun wurde der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Aktien" um den Gewinnbetrag erhöht.

Fragen hieraus:

Werden Aktienverluste, die ich sehr wahrscheinlich noch realisieren muss, nicht automatisch mit dem Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" verrechnet?

Bzw. ist es nicht möglich/zulässig Aktienverluste mit Gewinnen aus ETF's/Zertifikaten verrechnen bzw. umgekehrt?

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