ETF, Rentenversicherung, Bausparer - was tun?

4 Antworten

Ohne Deine persönliche und finanzielle Situation genau zu kennen, scheint es so zu sein, dass Du einen guten finanziellen Hintergrund und auch bisher recht gut geplant und keine großen Fehler gemacht hast. Es sieht eher so aus, als hättest Du Dich ein wenig zu viel von provisionsinteressierten Bankern/Sparkassern beraten lassen.

Drei Monatsgehälter Rücklagen und eine betriebliche Altersvorsorge sind eine gute Grundlage.

Eine fondsgebundene Rentenversicherung und einen Bausparvertrag (außer ich wollte diesen wirklich zur Baufinanzierung nutzen) würde ich nicht abschließen. Da geht viel zu viel Geld an Dritte, wie Du ja auch schon bemerkt hast.

Ob Du die Verträge auflöst oder einfach ruhen lässt, hängt davon ab, wieviel Geld Dir bei einer Auflösung verloren geht. Selbstverständlich muss Dir die Bank darüber eine präzise Auskunft geben.

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist eher eine Rentenversicherung für den Vermittler/die Bank. Wenn nur die Abschlußprovision verloren geht, würde ich die sofort auflösen und einen ETF-Sparplan anschließen.

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world/

Wenn Du nicht bauen willst, könntest Du zwar den Bausparvertrag laufen lassen, aber auch den würde ich persönlich eher auflösen. Man bekommt, zumindest für Festgeld durchaus erheblich mehr Zinsen. Für sicheres Festgeld bekommst Du heute bis zu ca. 1,3% p.a. und das ist immerhin fast doppelt so viel.

https://www.finanztip.de/festgeld-vergleich/

In der Police steht, dass man einen Abzug in Hlhe von 90€ bekommt und dann den Policenwert ausgezahlt bekommt. Scheint ok zu sein oder?

0
@nimeras

Euro 90 ist ja nicht so viel. Wichtig sind aber die effektiven Beträge.

Einfache Rechenaufgabe. Du solltest den "Policenwert", also den Betrag, den Du nach einer Kündigung ausgezahlt bekommst, Deinen bisherigen Einzahlungen gegenüberstellen. Wenn die Werte identisch sind, d.h., Du Deine Einzahlungen zzgl. der bisher angefallenen Zinsen ausgezahlt bekommst, und Du wirklich nur die €90,00 Extrakosten hast, würde ich persönlich den Vertrag beenden. Ich gehe davon aus, dass Du nicht bauen/kaufen willst.

Die ursprüngliche Provision wäre natürlich auch verloren, aber die ist ja so oder so weg.

Vor einer Kündigung würde ich mir den Auszahlungsbetrag aber auf jeden Fall schriftlich bestätigen lassen.

0

Die Frage ist, was nach Auflösung der Verträge übrig bleibt...

Bei Altersvorsorgeverträgen zahlt man beim Auflösen in der Regel üppig drauf. Da würde ich den Vertrag im Zweifelsfall ruhen lassen. Wenn deine fondsgebundene AV weitgehend in Aktienfonds investiert ist, dann geht sie ja immerhin in Richtung deiner gewünschten ETFs. Dann würde ich sie vielleicht auch weiter laufen lassen.

Deine Altersvorsorge ist pfändungssicher. Dein Vermögensaufbau ist pfändbar, weil du mit deinem Privatvermögen haftest. Was du dir selbst erwirtschaftest, kann dir also wieder genommen werden. Die AV ist safe, wenngleich es da bei Scheidungen diese Sache mit dem Versorgungsausgleich gibt^^. Meiner Meinung nach sollte Altersvorsorge immer ein Baustein sein. Du hast zusätzlich noch eine BAV laufen?

Bausparen macht nur Sinn, wenn man für sich auch den Erwerb einer Immobilie mit entsprechendem Kredit ins Auge gefasst hat. Ich hab da immer einen großen Bogen drum gemacht. Das Geld würde ich eher auf ETFs umschichten :)

Unabhängig davon, ob ich jetzt die Aufgabe obiger Verträge befürworte oder nicht: Einen langfristigen Vermögensaufbau mit Indexfonds ("ETFs") halte ich grundsätzlich für sinnvoll. Wenn du monatlich etwas Geld zum Zurücklegen hast, kannst du das gut in solche Fonds stecken.

Eine Universallösung.gibt es nicht.

Fondsgebundene Rentenversicherung auflösen ist Geldvernichtung.

Eventuell Umschichtung zu einem stabilen Anbieter. Da gibt es sehr gute.

Bausparen macht in der aktuellen Situation we oh Sinn was die Kreditzinsen angeht.

Der Sinn dahinter ist aber ein günstiges Darlehen zu bekommen wenn in 5 oder 10 Jahren die Zinsen höher sind.
Da verspricht der Bausparvertrag schon heute top Konditionen.

Es empfiehlt sich vielleicht zusätzlich über eine betriebliche Altersvorsorge Gedanken zu machen und zusätzlich alle Zuschüsse und Förderungen mitzunehmen.

natürlich sind ETF‘s eine weitere Möglichkeit um ZUSÄTZLICH Gewinne mit zunehmen.

Als Hauptstandbein aber sehe ich das nicht.


Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Betriebliche Altersvorsorge habe ich bereits.
Welche Alternative siehst du zur Rentenversicherung bzw. Umschichtung? Und warum genau verbrenne ich da quasi das Geld? Bekomme ich nicht bei Auflösung meine Anteile einfach ausgezahlt und kann sie dann woanders anlegen?

0

Ich habe meinen Riester-Rohrkrepierervertrag auch aufgelöst.

Man muss zwar die Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen, aber seis drum.

Diese angebliche Sicherheit der Riesterrente erkauft man sich mit einer Rendite gegen null sowie Inflationsrisiko.

Ein ETF-Portfolio bringt im langfristigen Durchschnitt 6% und mehr p.a.

Zudem ist man hier flexibel und kann bei Bedarf jederzeit entnehmen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich habe keine Riester sondern eine Fondgebundene. Keine Ahnung was ich da für Verluste mache, wenn ich die Auflöse. Muss die Bank mir das mitteilen?

0
@nimeras

Ja. Wenn keine staatlichen Stellen im Spiel sind wie bei Riester, dann verlierst du nur die Abschlussgebühr bzw. Provision.

0

Was möchtest Du wissen?