ETF an welcher Börse in welcher Währung kaufen?


10.01.2022, 15:16

Mir kam gerade noch einen zusätzliche Frage in den Sinn: Wenn ich eine britische Aktie in Euro an der Xetra kaufe, kann ich die Aktie dann auch in London verkaufen?

3 Antworten

Der ETF ist auch in D durchaus liquide handelbar, z.B. auf Xetra oder Tradegate. Auch der Spread sieht da vernüftig aus. Wenn du dort kaufst, kaufst du in EUR. Ich keinen Grund, warum man in London handeln sollte, zumal die Gebühren wohl deutlich höher wären und Wechselgebühren des Brokers dazu kommen. Ich würde aber handeln, wenn Londen geöffnet ist, denn da sind die Spreads in der Regel am niedrigsten.

Ob du in D gekaufte Stücke dann einfach in Londen verkaufen kannst, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. Im Einzelfall kann es bei der Konstellation durchaus passieren, dass ein Wechsel der Lagerstelle notwendig ist, was auch wieder Kosten verursacht.

Generell würde ich den Handel an einer deutschen Börse in EUR empfehlen, wenn die Preise nicht zu sehr differieren. Die Spreads zu üblichen Handelszeiten scheinen max. 0,3% zu betragen, d.h. das ist akzeptabel. Bei der FFB kann ich diesen ETF zwar komplett ohne Zusatzkosten kaufen, aber nur in USD (mit Spreads für die Währungsumrechnung). Also wären Xetra, Quotrix, Tradegate oder L&S die Börsen der Wahl.

Der ETF hat Irland als Domizil und verwendet State Street Custodial Services in Irland als Verwahrstelle. Listings bestehen in der EU an verschiedenen Börsen und in London, d.h. die Verwahrstelle wäre in diesem Fall für alle relevanten Börsen die gleiche.

Generell solltest Du fünf Faktoren berücksichtigen:

  • Liquidität: diese ist an den Heimatbörsen besser als an deutschen Börsen, d.h. einen guten Preis und enge Spreads bekommt man eher dort zu üblichen Handelszeiten.
  • Spreads: achte auf die Kursspreads. Bei liquiden Werten werden diese an allen Börsen recht ähnlich sein, aber bei illiquideren Werten können die Spreads in Deutschland deutlich höher ausfallen.
  • Währungsumrechnungskosten: die Umrechnung von EUR in die Zielwährung hat eigene Spreads, die z.T. signifikant sind. Wenn Du nicht über ein Fremdwährungskonto zur Verrechnung verfügst, kann dies deutlich zum Spread beitragen.
  • Börsenhandelskosten: die Handelskosten an Auslandsbörsen sind z.T. deutlich höher als an deutschen Börsen und außerbörslichen Plattformen. In Deutschland ist es daher meist am günstigsten, außerbörslich in einem Direkthandel Transaktionen auszuführen. Das wäre jedoch im Einzelfall jeweils zu prüfen.
  • Verwahrstellen: je nach Börsenplatz und Wertpapier kommen ggf. verschiedene Verwahrstellen ins Spiel. Dies sind bei ausländischen Handelsplätzen und insbesondere Börsen außerhalb der EU andere als die in Deutschland verwendeten (oft Clearstream). Der Wechsel von Verwahrstellen kostet Gebühren.

Alle Punkte sind im einzelnen zu prüfen. Wenn Du also eine Aktie in Deutschland kaufst, kannst Du diese ggf. nur mit Wechsel der Verwahrstelle in London verkaufen. Denke daran, dass London nicht mehr in der EU liegt.

Gold kauft man am besten physisch oder garnicht. Oder willst du einen ETF für Notzeiten irgendwo im Haus einmauern oder im Garten vergraben?

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