EST-Erklärung Frage Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Finanzinstituten

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3 Antworten

Die Frage nach einer Eins wegen einer auf Dauer abgelegten Geschäftsbeziehung zu ausländischen Finanzinstituten in Zeile 108 des Mantelbogens 2013 wird in der Anleitung 2013 wie folgt erläutert (Hervorhebung von mir):

Bei Sachverhalten mit Auslandsbezug bestehen erhöhte Mitwirkungspflichten der Beteiligten (§ 90 Abs. 2 der Abgabenordnung). Deshalb sind in Zeile 108 Angaben über das Bestehen auf Dauer angelegter Geschäftsbeziehungen zu Finanzinstituten im Ausland zu machen. Finanzinstitute im Sinne der Fragestellung sind Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und andere Unternehmen, bei denen Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt werden können. Auf Dauer angelegte Geschäftsbeziehungen zu Finanzinstituten im Ausland liegen deshalb insbesondere vor, wenn bei einem Kreditinstitut im Ausland Konten unterhalten werden, einschließlich der von Treuhändern gehaltenen Konten. Unerheblich ist, in welchem Staat das Finanzinstitut ansässig ist.

Diese Angabe resultiert aus § 90 Abs. 2 AO. Im Einzelfall (§ 90 Abs. 2, Satz 3ff. AO) kann das Finanzamt eine eidesstattliche Versicherung erfolgen.

Nun zu Deinen genannten Firmen:

Ebay ist ein Versandhaus, also keine Eins.

*PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A., Luxemburg, ist eine Bank, bei der aber keine verzinslichen Kapitalerträge erzielt werden, also keine Eins (sondern eine Null).

ING-DiBA AG und comdirect bank AG sind deutsche Kreditinstitute, also keine Eins (sondern eine Null).

NIBC, Zweigniederlassung Frankfurt/Main, ist im Handelsregister eingetragen, und damit nicht im Ausland. Ferner unterliegen die Kapitalerträge der Abgeltungsteuer; also keine Eins.

Ein Beispiel für eine Eins ist das Tagesgeldkonto bei der Advanzia Bank S.A., Luxemburg, die dort als Bank registriert ist. Sie hat sich verpflichtet, etwaige Kapitalerträge der deutschen Steuerbehörde (BZSt) zu melden. Das BZSt informiert Dein Wohnsitzfinanzamt, welches diese Meldung mit Deiner Erklärung (einschl. Anlage KAP) abgleicht.

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Das geht auf § 90 Abs. 2 Satz 3 AO zurück und bedeutet, dass Du mit dem Ankreuzen zugibst, Geschäftsbeziehungen zu Banken in Staaten zu unterhalten, die an Deutschland keine Auskünfte in Steuersachen nach OECD-Standard erteilen.

Anschliessend an die Zugabe dieser Beziehungen wird/kann das FA Dich auffordern die Richtigkeit und Vollständigkeit Deiner bisherigen Angaben in der Steuererklärung an Eides statt zu versichern. Es kann weiterhin eine Vollmacht einfordern, um Auskunftsansprüche gegenüber den ausländischen Banken außergerichtlich und gerichtlich geltend zu machen.

Kannst ja mal vorsichtshalber eine Vollmacht für paypal beilegen ;-)) Missbrauchen darf der Finanzknecht ja nicht.

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Kommentar von vulkanismus
17.02.2014, 18:46

Man sollte als Userheini hier keinen Unsinn verbreiten.

Das mit der eidesstattlichen Versicherung wird nicht praktiziert.

Auch die Aufforderung kommt nur extrem selten vor, da die Wahrheit ja bereits mit der Unterschrift versichert wurde.

Vollmachten sind nicht erforderlich, da die Banken zur Auskunft verpflichtet sind. Lies dazu nochmal den 90er durch.

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Bullshit - das ist nicht mit Geschäftsbeziehungen gemeint.

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