Essen auf Rädern haushaltsnahe Dienstleistung?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kosten für Essen auf Rädern gehören nicht zu den steuerlich geförderten haushaltsnahen Dienstleistungen.Abziehen kannst du sie aber als außergewöhnliche Belastung.

Außergewöhnliche Belastung?

Das ginge aber höchstens für den Anteil, der nicht die Verpflegung betrifft, denn die gehört doch wohl zu den Kosten der Lebensführung, die jeden Steuerpflichtigen betrifft!

Und dafür bedürfte es wohl einer aufgeteilten Rechnung. Daher kannst du das wohl auch vergessen (wenn es nicht sowieso unter die zumutbare Eigenbelastung fiele!).

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@Mandrake

Die Frage ist: "Was bei Essen auf Rädern gehört nicht zur Verpflegung?" Das ist der Transport und der ist auch nur eine Nebenleistung zur Verpflegung.

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@Meandor

Es würde Streit um des Kaisers Bart (da es sich sowieso nicht auswirkt).

Aber danach müsste auch bei anderen haushaltsnahen Leistungen eine Aufteilung von Lohnkosten und Arbeitsmitteln unterbleiben!

(Aber es ist/war immer ein guter Schnack "Die Nebenleistung teilt das Schicksal der Hauptleistung"!)

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@Mandrake

Und genau dieser Schnack trifft bei den hnDl nicht (oder "doch"?) zu: Bei z. B. Malerarbeiten sind die Nebenleistungen/-materialien (Abklebefolie/-band, An-/Abfahrt, Pinsel-/reiniger, Abbeizer, Entsorgung, Gerüst-/ Gerätemiete etc.) ansetzbar, aber eben nicht die neue Farbe/Tapete.

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Der wesentliche Teil dieser Dienstleistung "Essen auf Rädern" wird nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht, daher keine haushaltsnahe Dienstleistung.

Wenn das Essen im Haushalt zubereitet würde, dann wäre diese Dienstleistung (Stichwort "Zubereitung" auf Seite 29) ansetzbar gem. Anlage 1 des BMF-Schreibens http://kuerzer.de/hndl2010

Leider ist das die Lösung des BMF und wohl auch kaum angreifbar. Gleichwohl ist es keine "richtige" Lösung.
 
Denn das BMF verwechselt in seinem Schreiben munter und nicht nachvollziehbar die Begriffe "Haushalt" (=Wirtschaftsgemeinschaft) und Wohnung (=Gebäudeteil, meinetwegen mit Garten). Und der BFH macht da auch noch mit.
 
Denn wenn ich meine Kleidung zur Reinigung bringe, wird sie zwar nicht in meinem Haus gereinigt, wohl aber in meinem Haushalt. Wegen der Begriffs-Unschärfe darf ich die Aufwendungen dafür aber dennoch nicht absetzen. Es sei dennn, die Reinigungstante würde ihre Waschmaschine bei mir in der Stube aufstellen und dort reinigen.
 
Außerordentlich unbefriedigend.

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@EnnoBecker

Die Kleidung in der Kleiderreinigung wird "in Deinem Haushalt" gereinigt? Wirklich "in" und nicht "für"? Sei's drum: Irgendwo hört Haushalt auf und fängt Nicht-Haushalt an. Ähnlich bei den Tischler-/Reparateur-/Restaurateurarbeiten im und/oder für den Haushalt.

Ich habe eine auch für mich unbequeme, aber trotzdem richtige Lösung: Streichung des 35a EStG. Wir sind vorher über 40 Jahre ohne ihn ausgekommen. Aber es ist einfach so schwer, Klientelpolitik abzuschaffen. Der Gesetzgeber muss nur endlich mal anfangen, am besten jeden Monat eine andere Art davon.

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@LittleArrow

"Die Kleidung in der Kleiderreinigung wird "in Deinem Haushalt" gereinigt? Wirklich"
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Na das ist doch eindeutig. Die Wirtschaftsgemeinschaft "EnnoBecker" zahlt die Reinigung, also erfolgt die Reinigung innerhalb dieser Wirtschaftsgemeinschaft, sprich im Haushalt. Wo bitte soll denn der qualitative Unterschied sein, ob die Tante bei mir zu Hause, also in der Wohnung, bügelt oder ob ich meine Hemden hinbringe?
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Der 35a sollte die Schwarzarbeit bekämpfen. So wie aber inzwischen damit umgegangen wird, taugt er nicht mehr dazu. Ich stimme dir zu: Weg mit dem Mist.

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@EnnoBecker

Aha, der Zahlungsvorgang durch die WG soll nun das Abgrenzungsmerkmal sein? Dazu könnten dann auch die Dienstleistungen "Kino-/Theater-/Bordell-/Physiotherapie-/Heilpraktiker-/Arztbesuch und PKW-Reparatur" (willkürliche Reihenfolge!) gehören. Kann man auch (fast) alles zu Hause haben.

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@LittleArrow

Richtig.Allerdings fehlt denen das Merkmal "Dinge, die typischerweise auch durch Haushaltsangehörige übernommen werden können".
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Und nicht jeder Haushalt hat einen Sänger, Arzt, Kfz.-Mechaniker. Beim Bordell müsste man da anscheinend anderes differenzieren.
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Die partielle (und falsche) Gleichsetzung Von "Haus" und "Haushalt" müsste denklogisch auch dazu führen, dass ein Haushaltsangehöriger kein Haushaltsangehöriger mehr ist, wenn er das Haus verlässt. Aber soweit geht die Gleichschalterei dann wohl doch nicht: Noch kann man die Putzfrau von außerhalb des Hauses aus beauftragen. Und die darf sogar putzen, wenn man nicht zu Hause ist.

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@EnnoBecker

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass sich dieser Paragraph in Richtung Alptraum entwickelt.

Wenn meine Gerüchteküche stimmt, sollte er eigentlich Schwarzarbeit bekämpfen und darauf abzielen, dass sich Leute für Handwerksarbeiten immer eine Rechnung geben lassen und per Überweisung zahlen, damit die "brauchen Sie unbedingt eine Rechnung" und "ich geb ihnen 5% wenn sie bar zahlen und auf die Rechnung verzichten" - Handwerksarbeiten aufhören.

Der Passus über die haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisse sollte dafür Sorgen, dass die Leute im Haushalt ordentlich angemeldet werden.

Warum die haushaltsnahen Dienstleistungen darin auch noch auftauchen, weiß ich nicht. Sollen Sie die Wirtschaft fördern? Keine Ahnung was die Vorschrift soll... Und andauernd diese Prüungen. Haushaltsbezogen, aber nicht personenbezogen. Durch andere Mitglieder des Haushalts übernommen werden können. Blablabla...

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@Meandor

Ich denke mal, inhaltlich sind wir da alle drei einer Ansicht. Auch wenn wir uns mitunter von verschiedenen Richtungen aus dem Kern nähern :-)

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@EnnoBecker

"gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden" steht m. W. nicht im Gesetz, sondern nur im BMF-Schreiben v. 15.02.2010, Textziffer 10. Viele Aktivitäten lt. Anlage 1 können eben nicht von den Haushaltsangehörigen verrichtet werden.

Beim Arzt habe ich mich natürlich in der Dienstleistung vertan, ich dachte eigentlich nur an die des mit und an "Sachen" beschäftigten Tierarztes.

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