Erwerbsminderungsrente abgelehnt?

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4 Antworten

Wenn Du tatsächlich die Anwartschaftzeiten nicht erreichst, bleibt tatsächlich nur, weil Du dem Arbeitsmarkt, wegen deiner Krankheit nicht mehr zur Verfügung stehst, Grundsicherung zu beantragen.

Leider schreibst Du nicht, wie alt Du bist und ob Du noch in der Lage bist, zumindest ein paar Stunden pro Monat entgeltlich zu arbeiten?

Falls ja, könntest Du z.B. einen anspruchslosen Job (z.B. Akten abheften o.ä.) annehmen, der aber sozialversicherungspflichtig abgerechnet wird (also keinen Minijob). So könntest Du die notwendigen Anwartschaftzeiten "erwirtschaften" und dann erneut den Antrag auf Erwerbsmindungsrente stellen.

Vielleicht findest Du aber in diesem PDF noch nützliche Tipps: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Falls du nach der Lektüre zu der Auffasung gelangst, dass die Berechnung der DRV falsch ist, solltest Du fristgerecht Einspruch gegen den ablehnenden EU-Renten-Bescheid einlegen.

Viel Glück!

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Ergänzend zu den Antworten, die Du erhalten hast, kann vielleicht auch eine Beratung in einer Sozialberatung weiterhelfen. Google dazu mit
sozialberatung
und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls er klein ist).
Dir werden so (behördenunabhängige) Beratungsstellen gezeigt wie die Diakonie / Diakonisches Werk, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Vereinbare dort einen Beratungstermin.

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Mit der Halbtagsstelle verdient Deine Frau wohl nicht genug, um den Unterhalt für Euch beide zu finanzieren. Wenn es zutrifft, dass Dir Arbeitslosengeld 1 zusteht, wird in der Zeit für Dich Rentenbeiträge gezahlt, wenn die hier genannten Voraussetzungen erfült sind:

Zahlt der Staat Rentenbeiträge auch bei Arbeitslosigkeit?
http://www.gevestor.de/details/zahlt-der-staat-rentenbeitraege-auch-bei-arbeitslosigkeit-751373.html

Wenn Arbeitslosengeld 1 (ALG I) plus Verdienst Deiner Frau nicht ausreichen, werdet Ihr beim Jobenter Aufstockung mit Arbeitslosengeld 2 (= ALG II / Hartz IV) beantragen müssen. ALG I ist eine Versicherungsleistung, ALG II / Hartz IV ist eine Sozialhilfe / Grundsicherung, die vom Staat gezahlt wird. Gemäß den Hartz IV-Gesetzen seid Ihr dann eine Bedarfsgemeinschaft. - Eine ausführliche Info hierzu:

Arbeitslosengeld II
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld\_II

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Bevor Ihr Hartz IV beantragt, und wenn Du ALG I bekommst, solltet Ihr prüfen, ob Ihr mit Wohngeld gut hinkommt. - Zum Vergleich hier ein guter

Arbeitslosengeld 2 Rechner
http://www.geldsparen.de/arbeitslosengeld-2/

und ein

Wohngeldrechner
http://www.geldsparen.de/wohngeld-rechner/

Wohngeld könnt Ihr beantragen, wenn Ihr maximal 60.000 € Erspartes habt. Habt Ihr mehr, müsstet Ihr Euer Erspartes bis zu dieser Summe "abschmelzen", indem Ihr davon lebt.

Falls Ihr nicht zur Miete wohnt, sondern in Wohneigentum, hier ein

Lastenzuschuss Rechner
http://www.geldsparen.de/lastenzuschuss-rechner/

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Manchmal kann es hilfreich sein, sich bei Gängen zu Ämtern und ämterähnlichen Institutionen wie Bank, Krankenkasse von einem Ämterlotsen begleiten zu lassen (dazu gleich mehr).

Vorsorglich meine Hinweise für Arbeitslose (ALG 1 und ALG 2 / Hartz IV), Aufstocker und Grundsicherungsbezieher - Du wirst leicht erkennen, was auf Deine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

"(4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistanderscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht."

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Ämterlotsen / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen. In Hamburg z.B. bietet die Diakonie Begleitung durch Ämterlotsen an.

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Auch diese Info gebe ich Dir vorsorglich rein:

ACHTUNG! - sehr wichtig für Hartz IV-Bezieher:

Folge den Dir aufgegebenen Mitwirkungspflichten wie Bewerbungen schreiben, an Maßnahmen / Fortbildungen teilnehmen (auch falls Dir eine der Maßnahmen blöd, unsinnig oder für Dich unangemessen erscheinen mag). In solch einem Fall wende Dich an eine Arbeitsloseninitiative / Arbeitslosenberatung / Rechtsberatung. - Bezüglich fehlender Mitwirkung wurde das Gesetz für "Hartzis" krass verschärft, und das kann sehr schmerzhafte finanzielle Folgen für Dich haben!

Das Jobcenter kann dann ihren "Kunden" berechnen, was das Jobcenter hätte sparen können, hätte der "Kunde" die Anweisung befolgt und dadurch Arbeit gefunden - und das nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für künftige Jahre. (Das ist also ein Schauen-wir-mal-in-die-Glaskugel-Gesetz, völlig gaga, leider aber real.) Und das kann sehr, sehr, sehr teuer für den "Kunden" werden.

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Ich kann verstehen, wenn Du durch Deine momentane Situation erschöpft und vielleicht auch traurig bist. Vielleicht hilft Dir der Gedanke, dass wir hier in Deutschland eine (wenn auch zu geringe und unbedingt verbesserungswürdige) Not-Absicherung in Form von Hartz IV, Sozialhilfe und anderer Grundsicherung haben, die es in vielen Ländern gar nicht gibt.

Dir und Deiner Frau wünsche ich viel Kraft und Lebensmut - und Dir eine stetig voranschreitende Genesung.

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Kommentar von cyracus
19.08.2017, 11:16

Der Vollständigkeit halber:

In Hartz IV ist das Wohngeld bereits enthalten.

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Kommentar von cyracus
19.08.2017, 13:12

Kleckerweise fällt mir noch etwas ein. - Falls es sich herausstellt, dass Du keine 3 Stunden täglich arbeiten kannst, Rente bekommst Du ja nicht, dann ist das Sozialamt für Dich zuständig. - Lies dazu dies:

Sozialhilfe
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialhilfe_(Deutschland)

Und hier von gegen-hartz.de (die bringen auch sehr gute Artikel):

Sozialhilfe Anspruch
http://www.gegen-hartz.de/hartz-4-ratgeber/sozialhilfe-anspruch.html

Du hängst dann also nicht im (finanziell) luftleeren Raum.

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Hallo,

wird aktuell Krankengeld von einer gesetzlichen Krankenkasse bezogen?

Wann waren die 14 Monate Beschäftigungszeit?

Alter?

Gibt es in dem Bescheid der Rentenversicherung eine Aussage, dass volle Erwerbsminderung besteht?

Gruß

RHW

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Kommentar von Schnuffbaer67
22.08.2017, 21:10

Hallo RHW.

Zu deinen Fragen: Im Moment bekomme ich noch Krankengeld bis zum 11.10.17, dann bin ich ausgesteuert.

Die 14 Monate bestehen aus 4 Monaten Arbeitslohn und 10 Monate (Stand 09.03.17) Sozialleistung. Es kommen also noch 7 Monate bis 11.10.17 dazu mit Sozialleistung.

Mein Alter: Noch 49 ^^

Der Rententräger hat gar nicht so weit geprüft, ob volle EM besteht, da die Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Die Reha-Therapeuten haben in ihrem Abschlussbericht bestätigt, dass ich weder in meinem Beruf noch in einem anderen in der Lage bin, auch nur eine Stunde pro Tag zu arbeiten.

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"in den letzten 60 Monaten nur 14 Monate in die Rentenkasse eingezahlt habe."

was aber bedeutet, es besteht Anspruch auf ALG1, aber nur wenn man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Die Feststellung, das Sie nicht mehr arbeiten können steht in Ihrer Krankenakte. Die Krankenakte unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Davon würde ich die Arb-Agentur aber nicht entbinden und sonst keine Auskunft darüber geben, mit Hinweis darauf. Dann erhalten Sie erst einmal ALG1 wenn Sie sich pro forma arbeitssuchend melden. Erst wenn man Ihnen eine Stelle vermitttelt, Sie diese Stelle nicht annehmen bekommen Sie Probleme. Dann kommen auf Sie Sanktionen  zu. Sie gewinnen so etwas Zeit. Sie brauchen dafür aber "ein dickes Fell".

Weiterhin überlegen, ob Sie frühzeitig in Alters-Rente gehen können.

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