Erstattungspflicht für verauslagte Beerdigungskosten vom später bekannt gewordenen Erben?

2 Antworten

Ja, denn das ist Geschäftsführung ohne Auftrag.

§ 677 BGB

Wer ein Geschäft für einen anderen besorgt, ohne von ihm beauftragt oder ihm gegenüber sonst dazu berechtigt zu sein, hat das Geschäft so zu führen, wie das Interesse des Geschäftsherrn mit Rücksicht auf dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen es erfordert.

Da ein ordentliches Begräbnis sowohl im Interesse des Verstorbenen, wie auch des Erben liegen muss, ist das voll gedeckt.

Nach § 683 BGB kann man die Erstattung der Aufwendungen verlangen

Eine Beerdigung wird von den nächsten verwandten (Mutter, Vater, Brüder) in Auftrag gegeben. Fremde dürfen sich normalerweise nicht einmischen. Da könnte ja jeder kommen und eine wie auch immer geartete "standesgemäße" Beerdigung in Auftrag geben.

Hatte gerade solch einen Fall in der Familie: Die Freundin des verstorbenen Vaters gab eigenmächtig eine teure religiös orientierte Beerdigung im Prunksarg usw. mit Prachtgrabstätte in Auftrag und buchte das per Kreditkarte vom Konto des verstorbenen ab. Wir Erben aber verlangten eine preisgünstige Urnenbeerdigung und weigerten uns, die horrenden Beerdigungskosten mit Grabmiete, Spielmannszug usw. zu bezahlen. Der Prozess hat noch nicht stattgefunden, aber wir ärgern uns nun schon seit einem Jahr mit Anwälten herum, da wir den Betrag zurückfordern.

Also Vorsicht, wenn die Familie des Verstorbenen keine schriftliche Vollmacht erteilt hat!

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