Erhaltungsaufwand / Anschaffungsnaher Aufwand - einige Fragen

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

A. Also zwei Etagenheizungen, getrennt für's vermietete OG und selbstgenutzte EG.

  1. Die Reparaturkosten für OG sind normaler voller Erhaltungsaufwand (= Werbungskosten). Keinesfalls dazu noch haushaltsnahe Handwerkerleistung!

  2. Haushaltsnahe Handwerkerleistung nach § 35a EStG (20 % von "Alles außer Material!") kannst Du nur für die EG-Heizungsreparatur als Steuerabzug (max. € 1.200) beanspruchen, wenn ordnungsgemäß berechnet und bezahlt.

B. Dachdämmung

Stimmen die 50 % (nach Wohnfläche)?

  1. Sind die Kosten der Deckendämmung wirklich so hoch, dass sie als anschaffungsnah gelten (siehe Link)? Dann wäre aber auch A.1 dazuzurechnen. Du kannst ansonsten die anteiligen Dämmkosten auch als Sofortaufwand oder in 5 gleichen Jahresraten ansetzen.

  2. Für den eigenen Wohnungsanteil kannst Du erneut haushaltsnahe Handwerkerleistungen ansetzen (hier insb. Lohn, Fahrtkosten und etwaige Entsorgung von Altmaterial), sofern die Summe (plus A.2.) nicht durch das Jahreslimit von € 1.200 begrenzt wird.

Zur weiteren Erhellung dieser Link: http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-12244.xhtml?currentModule=home

Danke für die umfassende Antwort (werde sie morgen als hilfreichste Antwort kennzeichen).

Eine Frage und eine Klarstellung:

  1. Die Reparaturkosten für die Heizung werden dann sicherlich in dem Bereich angegeben, wo auch die anderen Werbungskosten für Vermietung und Verpachtung (z.B. für die Gebäudeversicherung, Schornsteinfeger, etc.) angegeben werden?

  2. Die Kosten für die Dämmung betrugen nur rund 3000 Euro. D.h. daher lässt sich ausschließlich die Absetzung für haushaltsnahe Handwerkerleistungen durchführen?

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@BartS1975

P.S.: EG und OG haben dieselbe Wohnfläche, d.h. 50:50-Aufteilung.

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@BartS1975

Ich glaube, ich habe Sie eben falsch verstanden: Die 50 Prozent Dämmkosten für den vermieten Teil kann ich ebenfalls abschreiben? Und wahlweise geht das auch über 5 Jahre, d.h. ich kann fünfmal 1/5 des Betrags in diesem Bereich der Steuererklärung angegeben? Ob ich diese Aufteilung wähle, kann ich frei entscheiden?

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@BartS1975

A.1. Die OG-Heizungsreparaturkosten gehören komplett bei der Anlage V (2011) in die Zeile 39, da sie direkt zugeordnet werden können. Keinesfalls in die Zeile 45! Anstelle von Zeile 39, kannst Du die Kosten auch in Zeile 41 angeben und auf bis zu 5 Jahre verteilen.

B.2. Bei den Kosten für die Dämmung sind für die Ermittlung der haushaltsnahen Handwerkerleistung zunächst die Materialkosten (einschl. MWSt) vom Rechnungswert abzuziehen. Der Rest ist zu 50 % unter Zeile 78 im Mantelbogen anzugeben.

Stelle notfalls mal die Rechnungspositionen mit den Beträgen zur Verfügung.

Hier das entsprechende BMF-Schreiben vom 15.02.2010 zu § 35a EStG:

http://kuerzer.de/BMF-100215

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@BartS1975

Dies ist Teil B.1:

50 % der kompletten Dämmkosten können in Zeile 39 oder 41 angesetzt werden (freie Entscheidung in welcher Zeile, wenn nicht das Thema "anschaffungsnahe Herstellkosten" vorrangig ist! Siehe hierzu den Link im Steuernetz).

Teil B.2: Von den - toll - restlichen 50 % kann "Alles außer Material" in Zeile 78 des Mantelbogens angesetzt werden. Dort auch der Teil von A.2.

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@LittleArrow

Hinweis: Die Nennung der Anlage V (2011) war nur exemplarisch! Natürlich muss die Anlage V für das Jahr gewählt, in dem die Handwerkerleistungen bezahlt worden sind, also Anlage V (2012), aber ich habe diese momentan nicht vorliegen!

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@LittleArrow

Danke auch für deine Erläuterungen!

Dann weiß ich - hoffentlich -.Bescheid (werde die entsprechenden Eintragungen morgen machen und falls notwendig noch mal nachfragen).

Jetzt habe ich noch eine weitere Frage, die ich aber gleich neu eröffnen werde, weil dieser Thread mittlerweile zu unübersicherlich ist.

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@LittleArrow

Die genannten Zeilen der Anlage V (2011) entsprechen denen der Anlage V (2012).

Im Mantelbogen 2012 sind die haushaltsnahen Handwerkerleistungen in Zeile 76 anzugeben.

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Häusliches Arbeitszimmer bei gemeinsamer Immobilie + diverse Fragen

Hallo,

mein Lebenspartner und ich haben 2010 gebaut. Die Immobilie gehört jedem zur Hälfte. Alle Kosten rund ums Hausen werden ebenfalls geteitl (z. B. Darlehensrate, Versicherungen etc.).

Nachdem mein Freund als Außendienstmitarbeiter tätig ist, nutzt er zuhause ein eigenes Büro (ist zwar im Keller, jedoch in den Bauplänen etc. als Büro deklariert). Eine Bestätigung von seinem Arbeitgeber liegt uns vor, dass ihm kein eigener Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht.

Wir möchten nun bei der Einkommensteueerklärung meines Freundes das Arbeitszimmer absetzen. Hierfür haben wir alle Kosten zusammengetragen (Afa, Versicherungen, Zinsen, Müllabfuhr, Stom, Wasser etc.) und die Gesamtkosten/Jahr auf den Anteil des Arbeitszimmers umgerechnet. Wir errechneten so einen Kostenanteil von 1.580 EUR.

Meine Fragen:

  1. Müssen wir die errechneten Kosten von 1.580 EUR halbieren, da ich ja auch mit auf den Darlehenskontoauszügen, Abrechnungen etc., welche ich dem FA als Nachweis einreiche, mit aufgeführt bin? Genauer gefragt: Können wir die 1.250 EUR voll angeben oder nur 790 EUR?

  2. Für die Afa haben wir einen ungefähren Anschaffungswert vom Haus i. H. v. 245.500 EUR (ohne Grundstück) zu Grunde gelegt. Muss man den Anschaffungswert dem FA nachweisen? Problem ist, dass im Vertrag ein Kaufpreis von 200.000 EUR steht. Wir hatten dieses größtenteils selbst ausgebaut und dafür die rd. 45.500 EUR zusätzlich investiert. Sollte ein Nachweis erforderlich sein, werden wir nicht mehr froh, die einzelenen Rechnungen herauszusuchen (unzähliche Baumarktrechnungen etc.)

  3. Können Kosten für Gardinen, Bodenbeläge, Schränke etc. auch mit abgesetzt werden?

  4. Ich habe gelesen, man soll die Kosten nicht in Zeile 44/Anlage N "Werbungskosten häusliches Arbeitszimmer" angeben sondern in der Zeile 48/Anlage N "weitere Werbungskosten" und eine Anlage (z. B. Excel-Tabelle) beifügen. Ist das so? Verstehe den Sinn nicht....

  5. Das Haus hat im EG + OG eine Wohnfläche von 130,90 m². Das Büro selbst hat 11,57 m². Wir haben daher einen Büroanteil von 8,84 % errechnet. Ist das richtig so, oder darf ich das Büro mit zur Gesamtwohnfläche zählen? In der Wohnflächenberechnung ist es nicht mit ausgewiesen.

  6. Mein Freund hat einen Firmenwagen, welchen er auch unbegrenzt privat nutzen darf. "Abgerechnet" wird der Wagen über einen geldwerten Vorteil in seiner Gehaltsabrechnung. Kann man hier über die Steuererklärung noch irgendwas absetzen oder bekommt er für das Auto nichts mehr?

Danke für eure Antworten.

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