erhaltungsaufwand

5 Antworten

Ich denke, da gibt es einige Gesichtspunkte.

  1. Erbschaftsteuer: Da Bruder Steuerklasse II ist, gibt es nur einen Freibetrag von 20.000,- Euro. Also ist zu prüfen, ob das Erbe den Wert hat(te), mit dem es bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer angesetzt wurde.

  2. Beim Verkauf gibt es eine Auswirkung nur, wenn der Bruder das Haus in einem Zeitraum von weniger als 10 Jahren vor dem jetzt geplanten Verkaufszeitpunkt selbst erworben hat. Denn man erbt "den Zeitraum/10 Jahresfrist" mit. Wenn also keine Besteuerung des Veräußerungsgeschäfts stattfindet, kann man ja auch keine Ausgaben geltend machen. Ist man noch im Zeitraum von 10 Jahren seit der Anschaffung durch den Erblasser, würden alle Aufwendungen vom Veräußerungserlös abgezogen. Nur der Restbetrag wäre zu versteuern.

  3. Wenn das Objekt vermietet werden soll, wären die Aufräumkosten auf jeden Fall notwendig um es vermietbar zu machen und somit sofort abzugsfähig. Bei den Kosten für Sanierung, Renovierung wäre schon der Einzelfall zu prüfen, ob es sich um eine Reparatur handelt, die man sofort abziehen kann, oder nicht. Also ob sich ggf. die Art des Baus verändert (dann Herstellungskosten). Die 15 % Grenze für anschaffungsnahen Aufwand gilt hier nicht, weil Erbschaft keine Anschaffung ist. Also große Reparaturen entweder gleich abziehen, oder auf 2-5 Jahre verteilen.

Erhaltungsaufwand kann es doch nur im Rahmen einer Vermietung geben. Wenn das Haus jetzt sofort verkauft wird, fehlen Vermietungseinkünfte bei denen man Erhaltungsaufwand geltend machen könnte. In steuerlicher Hinsicht wären die Aufwendungen völlig nutzlos.

Bei direktem Verkauf sind keine Räumungskosten, Erhaltungsaufwendungen steuerlich geltend zu machen. Nur wenn das Objekt vermietet wird und hieraus Einkünfte erzielt werden, dann sind diese Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar. Es wäre auch noch zu prüfen, ob eine Spekulation in Frage komme. Das bedeutet, wenn der Bruder das Gebäude innerhalb der letzten 10 Jahre angeschafft hat. Dann wären die Aufwendungen vom Verkaufserlös abzugsfähig.

Testament oder Erbvertrag Ehevertag gültig wer bekommt Haus?

1972 schloss ein Ehepaar ein Ehe- und Erbvertag ab, in dem unter anderem der Bruder des Ehemannes ihr Hausgrundstück als Vermächtnis bekommen soll nachdem auch der längst lebende verstorben ist.

Sollte der Bruder also Vermächtnisnehmer vorher sterben, sollen dessen Abkömmlinge es bekommen. Da behält sich das Ehepaar aber ausdrücklich das Recht vor, Teilungsanordnungen zu treffen soweit die Abkömmlinge des Vermächtnisnehmers zum Zuge kommen. Hierbei können einzelnen Abkömmlingen auch größere Miteigentumsanteile bis zur Hälfte des Grundstücks zugeteilt werden, im übrigen soll das Vermächtnis vertragsgemäß sein es sei denn, die Eheleute bekommen selbst noch Kinder.

1996 schreibt das Ehepaar ein handschriftliches Testament und setzten sich gegenseitig als alleinerben ein.

2004 verstirbt der Ehemann und beide Schriften werden eröffnet.

Das Ehepaar hat keine Kinder bekommen und der Bruder des Ehemanns ist 2006 verstorben und hat 2 Kinder.

Da sie aber all die Jahre weder den Neffen oder Nichte ihres Mannes sah hat sie ein noterielles Testament geschrieben in dem sie ihre Nachbarsfamilie die ein familiäres Verhältnis zu ihr haben als Erben eingesetzt.

Im Testament steht ich bin nicht an einen Erbvertrag gebunden und alles bisherige Widerrufe ich hiermit. So hofft sie, dass die Nachbarsfamilie, die sie auch pflegt, das Haus bekommt.

Sie möchte auf gar keinen Fall, dass diese beiden das Haus bekommen, weiß aber selbst nicht ob dieses Testament so ausreicht. Sie ist der Meinung, wenn ich gestorben bin brauchen die auch nicht mehr kommen.

Wer würde in so einem Fall das Haus bekommen?

Könnte Sie das Haus schon vorher auf die Familie umschreiben lassen oder was wäre, wenn sie das Haus verkauft?

Oder würde es nach der Testamentseröffnung allen zustehen falls vorher nichts gemacht wird?

Danke schonmal im Voraus.

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