Erfährt das Finanzamt alles über meine freigestellten Kapitalerträge?

3 Antworten

Präziser: inländische Finanzinstitutionen liefern die Daten über Kapitalerträge, die über einen Freistellungsauftrag gedeckt und somit nicht besteuert wurden, an das Bundeszentralamt für Steuern. Dort können die Finanzämter diese Informationen abrufen. Allerdings ist das noch kein Regelprozeß, sonst könnte man das ja auch gleich in Elster-Belege fassen - und das ist der Grund, warum man die Lohnsteuerbescheinigung, Riester-Bescheinigung oder den Beleg über gezahlte Krankenversicherungsbeiträge nicht im Original mit Elster einreichen muß, sondern nur die Jahressteuerbescheinigung als Papier.

Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Es werden nur die von der Freistellung erfaßten Summen berichtet. Das ist die am Jahresende nach einer bankinternen Steuerverprobung bestehende Inanspruchnahme. Die Summe der erteilten Freistellungsaufträge wird nicht berichtet.

  • Es können im Jahresverlauf bei Veräußerungen ausländischer thesaurierender Fonds zwischen Geschäftsjahresende und Publikation des geprüften Jahresberichts Schätzwerte zum Ansatz gekommen sein, die nicht von der Bank wieder korrigiert wurden. Diese werden als fiktive Erträge gegen den Freistellungsauftrag gerechnet. s kann also sein, daß man im Prinzip die 801 EUR in der Bankrechnung erreicht hat, nach Korrektur der Schätzwerte jedoch noch nicht.

  • Alle ausschüttungsgleichen Erträge ausländischer thesaurierender Fonds sind "freigestellt", da diese nicht durch die Banken besteuert werden. Das muß jeder Anleger für sich tun. Diese Erträge werden auch nicht berichtet.

Mit diesen Maßgaben lautet die Antwort also: im Prinzip schon.

Ja, denn Banken und Fondsgesellschaften geben die Informationen direkt ans Finanzamt weiter an das Bundeszentralamt für Steuern und die melden es dem Finanzamt wenn es Unstimmigkeiten gibt.

direkt ans *Finanzamt weiter an das Bundeszentralamt für Steuern und die melden es dem *Finanzamt**

Ja, wie denn nun? Hin und her?

2
@LittleArrow

Das ist also die Erklärung für die langen Bearbeitungszeiten... ;-)

2

Steuersatz für Kapitalerträge bei Arbeitslosengeld 1 ( unter 25 % möglich ? )

Hallo,

mich würde sehr interessieren,ob es geschickter ist mit der Auszahlung von Kapitalerträgen zu warten bis eine eventuell bevorstehende Arbeitslosigkeit eintritt.

Es ist ja bekannt dass seit einiger Zeit Kapitalerträge mit 25 % zzgl Solidaritätszuschlag und evtl Kirchensteuer versteuert werden.

Natürlich gibt es Ausnahmen,falls der persönliche Steuersatz unter den besagten 25% liegt...in diesem Falle wird auch dieser für die Kapitalerträge verwendet.

Jetzt meine Frage:

Sollte ich ab 2013 arbeitslos werden und im gesamten Jahr ALG 1 erhalten,wie hoch wäre dann mein persönlicher Steuersatz,falls ich mir in dieser Zeit Kapitalerträge auszahlen lassen würde!?Ebenfalls würde mich sehr interessieren ob es vielleicht auch von Vorteil wäre,bis nach der Bezugszeit von ALG 1 zu warten und mir die Kapitalerträge in einer Zeit auszahlen zu lassen,in der ich überhaupt kein Einkommen erhalte?

Folglich sollte doch mein persönlicher Steuersatz deutlich unter den besagten 25% liegen und ich würde bei der Versteuerung der Kapitalerträge profitieren. Zur Info vielleicht noch:Aktuell beziehe ich Krankentagegeld meiner privaten Krankenkasse und davor hatte ich einen Steuersatz von etwa 44-45 %.

Ich bitte Euch wirklich ausschließlich Stellung zu meinen genannten Fragen zu beziehen und mir keine Vorträge über Moral oder sonstige Dinge zu halten,ich habe lange Zeit unglaublich viel Steuern gezahlt und möchte nun in einer für mich unglücklichen Situation alle sich bietenden,legalen Möglichkeiten der Steuerersparnis nutzen.

Natürlich habe ich mich auch längst beim Arbeitsamt über die Möglichkeit des Bezugs von ALG 1 während des Bezugs von hohen Kapitalerträgen informiert mit dem Ergebnis dass die Höhe des ALG 1 nur durch tatsächliche Arbeit von mehr als 15 h/Woche beeinflusst wird. Reine Kapitalerträge,bei denen man schlicht und einfach das Geld zur Verfügung stellt, werden erst bei ALG 2 verrechnet- deshalb würde ALG 2 bei mir nicht in Frage kommen.

Ich wäre Euch über hilfreiche Informationen sehr dankbar,da es sich wirklich nicht um "Kleingeld" handelt und selbst einige % Ersparnis schon top wären.

Vielen Dank für Eure Zeit und Hilfe!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?