Erbschaftssteuerbewertung

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3 Antworten

§ 10 Abs. 1 ErbStG (Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetz) bestimmt, dass als Grundlage für die Besteuerung eines Erben, Pflichtteilsberechtigten oder Vermächtnisnehmers die „Bereicherung des Erwerbers“ gilt. Um feststellen zu können, ob diese dem Erwerber zufallende Bereicherung im konkreten Einzelfall überhaupt der Besteuerung unterliegt, ob der Erwerb sich innerhalb der gesetzlichen Freibeträge bewegt oder mit welchem Prozentsatz der steuerpflichtige Erwerb im Zweifel belastet wird, muss das, was der Erbe, Vermächtnisnehmer oder Pflichtteilsberechtigte erhält, von den Finanzbehörden bewertet werden. Hierfür wird auf die Bestimmungen des Bewertungsgesetzes zurückgegriffen, die durch Vorschriften in § 12 ErbStG konkretisiert und ergänzt werden. - See more at: http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/steuern/immobilie.html#sthash.r12IxxN1.dpuf

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Je nach Objektart wird nach Vergleichswert- Ertragswert-, oder Sachwertverfahren der Wert der Bereicherung ermittelt.

Der Wert bebauter Grundstücke wird nach § 182 BewG nach dem Vergleichswertverfahren, dem Ertragswertverfahren oder dem Sachwertverfahren ermittelt. Dabei soll für Wohnungseigentum, Teileigentum und Ein- und Zweifamilienhäuser das Vergleichswertverfahren angewendet werden, Mietwohn- und Geschäftsgrundstücke nach dem Ertragswertverfahren und sonstige Grundstücke oder Grundstücke, für die kein Vergleichswert ermittelt werden kann, nach dem Sachwertverfahren bewertet werden. - See more at: http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/steuern/immobilie.html#sthash.r12IxxN1.FvHdWypb.dpuf

Von diesem wert werden dann je nach Verwandtschaftsgrad der Freibetrag abgezogen (Ehegatte 500.000.-, Kinder 400.000,- Enkel 100.000,- andere 20.000,-) und auf den Rest die Steuer berechnet. Wieder Steuersätze nach Art der Verbindung zum Erblasser.

Bei Häusern gibt es dann noch eine spezielle Vergünstigung für Familieneigenheime, wenn die Immobilie selbst bewohnt wird.

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Snooopy155 16.03.2015, 19:57

Mir wurde in diesem Zusammenhang von einem Sachbearbeiter geraten bei einem älteren Haus selbst ein Wertgutachten beizubringen, da hier das offizielle Prozedere oftmals zu einem zu hohen Wert der Immobilie führt. In unserem Fall betrug die Differenz zwischen beiden Werten ca. 40 000,-  €. Das Finanzamt hat den Wert des von uns beigebrachten Gutachtens akzeptiert und so wurde keine Erbschaftssteuer fällig.

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wfwbinder 17.03.2015, 07:15
@Snooopy155

Klar, wenn der Wert des Finanzamtes zu einer Steuer führt ist das eine gute Methode. Aber das würde ich immer erstmal abwarten.

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Ich verweise auf die umfangreiche Antwort von wfwbinder.

Übrigens gehört ein Haus zum Grundstück und nicht "Haus mit Grundstück". Aber egal, ich weiß aus Deiner Frage nicht, ob "es" für Dich das Grundstück oder das Haus ist.

Hier findest Du eine Arbeitshilfe des Finanzamtes, um die Wertbestimmung/-aufteilung durchzuführen: https://www.finanzfrage.net/tipp/kaufpreisaufteilung-fuer-die-feststellung-der-afa-basis-bei-bebautem-grundstueck

Danach kann auch für Deine Fragestellung vorgegangen werden. Allerdings können sich die häuslichen Tatsachen sich viel schlechter darstellen, worauf Snooopy155 hinweist. Die übliche Bewertung des Finanzamtes kann durch die Bewertung eines öffentlich vereidigten Sachverständigen korrigiert werden. 

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