Erbschaft: Tochter von verstobenen Lebenspartner will Hälfte des Hauses, das Lebensgefährtin gehörte?

2 Antworten

Das ist eine schwierige Sachlage, die hier im Forum nicht eindeutig zu klären sein wird.

In jedem Fall besteht Anspruch auf den Pflichtteil, also 50 % des gesetzlichen Erbes. War der Verstorbene also hälftiger Eigentümer, steht der Tochter nur 25 % des Hauses zu und deiner Freundin 75 % (ihre 50 % + 25 % aus der Erbschaft).

Ich selbst kenne aber Eigentumseintragungen im Grundbuch nur als Bruchteil und nicht als Betrag. Zu 30.000 € Eigentümer eines Grundstücks zu sein ist mir unbekannt. Gegebenenfalls steht der Verstorbene aber auch gar nicht als Eigentümer sondern mit einer Grundschuld im Grundbuch. Eine Grundschuld zu 30.000 € ergäbe jedenfalls Sinn. Eine Grundschuld ist jedoch losgelöst vom tatsächlich Wert des Grundstücks immer 30.000 €.

Ohne den konkreten Grundbuchauszug und etwaige andere vertragliche Regelungen dazu zu kennen, kann ich nicht mehr sagen.

Falls deine Freundin ihrem Anwalt nicht 100 % traut, würde ich den Rat eines zweiten Fachanwaltes einholen.

Hallo Frommwood,

danke für deine Antwort.
Ja du hast Recht, mir ist auch gerade klar geworden, dass kein Betrag im sondern nur ein Anteil im Grundbuch stehen kann. Der Betrag stand im Testament. Dort wurde angegeben mit wie viel Geld sich ihr Lebensgefährte an ihrem Haus beteiligt hat.

Er steht jedoch definitiv im Grundbuch.
Jedoch weiß ich nicht wie hoch dort sein Anteil war. Unsere Freundin ist beinahe 80 und kann uns oft keine konkreten Antworten und Angaben geben. Wir unterstützen sie in dem ganzen Fall.

Mit welchem Anteil auch immer er im Grundbuch eingetragen war, wären es also wie du sagst, 25% des Verkehrswertes des Hauses, die der Tochter zustehen, richtig?

Offensichtlich scheint es keine Rolle zu spielen, dass er sich nur mit einem Anteil von 30.000€ Am Haus beteiligt hat, es zählt also im ganzen Nachlassverfahren nur das was im Grundbuch steht?

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@Invisible788

Ja das Grundbuch ist entscheidend, es sei denn, es wäre offensichtlich falsch, weil eine Änderung noch nicht durchgeführt worden ist. Dann müssten zum Beweis dafür aber natürlich entsprechende Unterlagen und Verträge vorgelegt werden.

Wenn der Verstorbene im Grundbuch steht, bekommt die Tochter 50 % seines Anteils als Pflichtanteil. Steht er mit 50 % drin, sind das 25 %; bei 40 % sind es 20 % usw.

Sinnvoller wäre damals vielleicht gewesen, statt der Eigentumseintragung ein Wohnrecht oder eine Grundschuld eintragen zu lassen.

Die Tochter kann die Teilungsversteigerung verlangen, wenn deine Freundin sie nicht ausbezahlen will. Das ist im Alter von 80 Jahren mehr als unangenehm.

Vielleicht lässt sich ja noch irgendwie eine Einigung zwischen den beiden treffen. Beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht gegen Übertragung eines Anteils am Grundstück oder so ähnlich.

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@Invisible788

Also der Betrag steht im Testament. Dann hat sie Pech gehabt. Weil solche Formulierungen im Testament unwirksam sind, wenn im Grundbuch was anderes steht. Also soll sie sich gefasst darauf machen, 25% vom Wert des Hauses zahlen zu müssen + Anwaltskosten.

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@Frommwood

Eine Einigung wird es zwischen den beiden nicht geben. Die Tochter hat sich ihr Leben lang nie für ihren Vater interessiert. Jetzt scheint ihr das Geld aus dem Erbe sehr recht zu sein und sie versucht mit allen Mitteln auch der Lebensgefährtin zu schaden. Danke für deine Hilfe!

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@hildefeuer

Ja, man kann nur für sich daraus lernen. Schlechter hätte es für sie als Lebensgefährtin nicht laufen können. Sie muss dabei zusehen, wie alles nun zwischen der Tochter und ihr aufgeteilt wird. Sie waren sehr schlecht auf diesen Fall vorbereitet.

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@Invisible788

Guck erst mal was wirklich im Grundbuch steht. Nicht das da doch eine Grunschuld über diesen Betrag steht. Dann ist sie fein raus, zahlt 15000 und gut ist. Aber auch das mus über Notar+Anwalt laufen.

Das Kinder sich die Eltern nicht aussuchen können sollte klar sein. Kann aber auch an Ablehung der Lebenpartnerin liegen.

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@hildefeuer

Der steuerliche Aspekt ist auch zu berücksichtigen. Nicht das sie auf alles Erbschaftssteuer zahlen muss.

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@hildefeuer

Sie wird auf das komplette Erbe dann noch nochmal 30% Steuern zahlen müssen bis auf den Freibetrag von 20.000€. Ihr eigenes Haus wird dabei natürlich nicht betrachtet. Sie wird ja wie eine Fremde gegenüber ihres verstorbenen Lebenspartners im Erbrecht behandelt, weil sie nie verheiratet waren.

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@Invisible788

Also genau das meine ich. Die Angelegenheit mit der Tochter muss zuvor geklärt werden, bzw. der Steuerbescheid muss offen gehalten werden, fall das mit der Tochter noch nicht geklärt werden konnte. Das wird sich ja eine Weile hin ziehen.

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Nein dem ist nicht so.

Also fangen wir mal an:

"Seine Tochter hatte er im Testament vom Erbe ausgeschlossen. Dass dieser Passus keine gesetzliche Gültigkeit hat, war im offensichtlich nicht bewusst. Nun steht also gesetzlich der Tochter die Hälfte der Erbmasse zu."

gesetzlich steht der Tochter nur die Hälfte des gesetzlichen Erbes zu.

Gesetzlich wäre sie ja Erbin, fordern kann sie also nur die Hälfte.

Wenn die 30000 Anteil im Grundbuch stehen, ist das erst mal ein Fakt und unabhängig vom derzeitigem Wert des Hauses. Darauf und davon 50% in bar reduziert sich der einklagbare Anteil am Erbe. Mehr nicht, weil der Rest ja nicht vererbt wurde. Der Wert des Hauses ist unwichtig, wenn diese 30000 im Grundbuch stehen. Es ist dann nicht die Hälte die dem Verstorbenem gehört hat, sondern nur ein Anteil von 30000 als Grundschuld.

Kommt also darauf an was genau im Grundbuch steht. Steht dort Grundschuld 30000 oder ideeller Anteil oder was anderes. Also erst mal genauen Grundbuch-Auszug besorgen kostet 10€. Dann weis man mehr.

Anwalt braucht sie so oder so, sonst wird sie über den Tisch gezogen. Grundbuch-Auszug mitnehmen. Dann braucht der nicht mehr besorgt werden.

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