Erbschaft bei zweifelhafter Vaterschaft

2 Antworten

Du hast die Vaterschaft anerkannt und damit zwei Kinder. beide sind gleich erbberechtigt.

Die frist zur Anfechtung der Vaterschaft beträgt 2 Jahre nach bekannt werden der Tatsachen, die für einen Zweifel berechtigen.

Die Frist scheint nun schon leicht überschritten zu sein.

Oder gibt es im Nachhinein ganz bestimmte Tatsachen, die dir erst kürzlich bekannt geworden sind?

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Die Vaterschaftsanfechtung

Die Vaterschaft kann innerhalb von zwei Jahren (gerichtlich) angefochten werden. Die Frist beginnt mit Kenntnis von allen Umständen des Berechtigte die gegen die Vaterschaft sprechen, aber nicht jedoch vor der Geburt des Kindes (Siehe dazu OLG Köln, 1996 [ 37 ], sowie OLG Karlsruhe, 1998 [ 21 ]).

Die Frist ist somit eine reine Überlegungs- und Entscheidungsfrist, in der der Anfechtungsberechtigte oder (Schein-) Vater nachdenken sollte, ob er das Kind als ein leibliches Kind akzeptiert oder nicht. In dem Zeitraum soll, nach Willen des Gesetzgebers, ein Schwebezustand geschaffen werden, in dem der (Schein) Vater die Vaterschaft beseitigen kann.

Nach Beendigung des Zeitraumes besteht diese Möglichkeit nicht mehr, da im Kindschaftsstatus eine möglichst detaillierte Zuordnung erfolgen sollte und das Verhältnis von Eltern und Kindern nicht immer wieder zur Disposition der Parteien gestellt werden darf. Der Gesetzgeber wünscht einfach damit eine feste Zuordnung der Eltern zu ihren Kindern zu erreichen.

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Das Erbproblem kannst DU aber lösen. Schenke Dein Vermögen vorab deinem anderen Kind. Sichere Dich Durch Wohnrecht/Nießbrauch usw. ab und lebe noch 10 Jahre Minimum,. dann ist der Fall erledigt.

Das übersieht den Rechtsanspruch der Betroffenen auf "Einwilligung in eine genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung" gem. § 1598a BGB nun völlig :-)

G imager761

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@imager761

Stellt sich für mich nur die Frage, ob nicht die Vaterschaftsanerkennung und 30 Jahre wartezeit, die Sache einfach erledigen. Denn ihm war bekannt, dass seine Ex es nciht so genau nahm. Warum sollte er mit dem Antrag nach 1598a so spät kommen?

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Oder kann man dies dann noch anzweifeln und eine Untersuchung anordnen?

Ja: Grds. hat jeder der Beroffenen einen Rechtsanspruch auf Klärung seiner Abstammung :-)

Den kannst du gem. § 1598a I BGB durch einen DNA-Test von dem nunmehr erwachsenen Kind fordern und bei dessen Weigerung auch auf dem Klageweg gem. § 1598 a II BGB durch Gerichtsbeschluss herbeiführen lassen: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1598a.html

Besteht im Erbfall automatisch ein Anspruch sodass mein anderer leiblicher, in Ehe aufgewachsener Sohn benachteiligt wird?

Tasächlich hatte das in Vaterschaft anerkannte Kind (neben der Ehefrau) derzeit einen zum Sohn gleichberechtigten Erbanspruch :-(

Den könnte man den allenfalls durch einen einvernehmlichen notariellen Erbverzicht ausschliessen.

Wollte das Kind den nicht unterschreiben, müsste man durch Erbeinsetzung der Ehefrau und/oder des Sohnes und gleichzeitiger lebzeitiger Vermögensentnahme oder Darlehensverbindlichkeit gegenüber den Erben den grds. dazu häftigen Pflichtteilsanspruch des Kindes in Geld auf nahe Null stellen.

G imager761

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