Erbschaft anlegen/ verwerten trotz Arbeitslosigkeit?

4 Antworten

Konkrete Ratschläge zu geben ist hier deshalb schwierig weil weder Euer Alter noch die Höhe des zur Verfügung stehenden Betrags noch die Höhe Eures Jahresetats noch das Vorhandensein von Kindern bekannt ist.

Wenn man davon ausgeht, daß Ihr nichts "vererben wollt", dann stehen sowohl Kapital wie Erträge zur Disposition. Mit anderen Worten: Ihr könnt Euer Geld bis zum Lebensende aufbrauchen.

Natürlich weiß niemand, wie alt er werden wird. Aber es gibt statistische Erhebungen über die durchschnittliche Lebensdauer an denen man sich orientieren kann und anhand derer man überschlagen kann, welche Beträge aus dem zur Verfügung stehenden Kapital man maximal pro Jahr für den Lebensunterhalt ausgeben kann.

Mit dieser Erkenntnis kann man dann auch an die Anlageplanung gehen:

Wenn das Kapital nicht für den Kauf einer Immobilie reicht, wäre es aus meiner Sicht Unfug überhaupt daran zu denken. Es dürfte in Eurer Lage schwierig sein, ein Immobiliendarlehen zu bekommen. Und selbst wenn: Wovon wollt Ihr die Raten zahlen wenn das ganze Eigenkapital im Haus steckt und Ihr kein sonstiges Einkommen habt?

Vorgenannte Ausführungen gelten nicht nur für das selbstgenutzte Wohneigentum, sondern auch für eine Mietsache. Man darf das Risiko einer Wohnungsvermietung nicht unterschätzen. Den Einnahmen stehen Ausgaben gegenüber und letztgenannter Rechnungsposten ist erschreckend variabel.

Ich würde Euch raten, eine Dreiteilung Eures Anlagevermögens vorzunehmen:

Das was Ihr für etwa 2 Jahre Lebensunterhalt braucht, sollte völlig risikofrei angelegt werden, zum Beispiel als Tagesgeld.

Das zweite Drittel sollte risikoarm angelegt werden, zum Beispiel in Mischfonds (= Mischung aus Aktien und Anleihen).

Beim letzten Drittel könnt Ihr Euch an Aktienfonds wagen. Den teils enormen Wertschwankungen stehen auch enorme Gewinnchancen gegenüber.

Da Ihr vom Thema anscheinend überhaupt keine Kenntnis habt, kommt Ihr ohne fachkundige Beratung nicht aus. Ich würde mir von verschiedenen Banken Anlagevorschläge machen lassen und mich dann für die Bank entscheiden bei der Ihr das beste Gefühl habt.

Wie können wir es gewinnbringend anlegen?

Das kommt auf die Summe, den Anlagehorizont und die Risikobereitschaft an.

Wenn ihr vernünftige Rendite wollt, müsst ihr aber auch bereit sein kurzfristige Verluste zu verkraften. Risikolose 8% gibt es heute nicht mehr.

Um ein Haus zu kaufen reicht es nicht so ganz.

Eine selbstgenutzte Immobilie ist keine Wertanlage sondern ein Kostenfaktor. Immobilien sind toll, wenn die Lage stimmt und jemand anders drin wohnt (MIeter). Hier gibt es aber viele Dinge zu beachten.

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Das mit der selbstgenutzten Immobilie stimmt so in der Regel nicht. Man kann drin wohnen und wenn Lage und Substanz stimmen, ist allein die Wertentwicklung deutlich höher als die Kosten. Mietobjekte erfordern viel Know-How und sind risikoreicher.

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@barmer

So unterschiedlich sind Meinungen. Ich denke, dass es bis auf wenige Lagen, die aktuell überhitzt sind, keine positive Wertentwicklung gibt. Schon gar keine, die über den Kosten liegt.

Hast du dich mit der entsprechenden Statistik beschäftigt? In der sind nämlich neue Immobilien immer neu (und in D schon per Gesetz immer aufwändiger gebaut) und Gebrauchtimmobilien immer 20 Jahre alt (und dementsprechend auch immer neuer). Was Mensch kauft ist schnell in keiner Statistik mehr zu finden und nur wenn die Lage zufällig die in einer der wenigen aktuell sehr teuren ist im Preis mehr als stabil.

Unabhängig davon ist die Lösung von Mario weit von Immoblilien entfernt. Sie könnten das Geld ebensogut verschenken wie es in eine selbst genutzte Immobilie zu stecken.

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Zur Zeit sind Geldanlagen schwierig. Es gibt fast keine Zinsen und da wo die Zinsen über 2% liegen, sind die Bonitäts- und Zinsänderungsrisiken besonders hoch.

Bei einer Bank jederzeit verfügbar anlegen, solltest Du jeweils nur soviel, wie in den nächsten vier Jahren vermutlich verbraucht werden. Für den hoffentlich großen Rest, ist die Anlage in einen aktienlastigen, international anlegenden, erfolgreichen Mischfonds vermutlich´die beste Lösung.

Es gibt kaum eine Kapitalanlage die in den vergangenen hundert Jahren ertragreicher und sicherer war als eine international breit gestreute Aktienanlage. Mit den Kursschwankungen muss man allerdings leben können.

  

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Von diesen fonds habe ich auch schon gehört. Aber ich weiß aus meinem bekanntenkreis, dass bei dieser anlageform ein viel zu langer zeitraum erforderlich ist, bis dadurch ein größerer gewinn erzielt wird. Wir brauchen etwas, das uns zeitnah absichert und uns den lebensunterhalt sichert. 

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@marioN80

Was du gehört hast, ist von Vorgestern. Damals gab wurden fast nur Aktienfonds verkauft (die der Bekanntenkreis kennt).

Inzwischen gibt es was das Risiko anbelangt tausend Abstufungen und man kann verschiedene Fondsmanager so kombinieren, dass sich das Risiko in eurem Fall (in dem ihr ja nicht nur bis zur nächsten Steuervorauszahlung anlegt) kein Thema ist.

Vorteil bei Fonds im Vergleich zu Aktien, ETF oder anderem: Es gibt Experten, die nichts oder wenig kosten, weil in den Fonds deren Entgelt und die Betreuungsvergütung (für die Betreuung eures Vermögens) enthalten ist.

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