Erbrecht Pflichtteilsentzug

3 Antworten

Da stellt sich auch die Frage, wieviel Zeit liegt zwischen dem Kaufvertrag und dem Erbfall?

Hatte die Tante genug Zeit den Kaufpreis zu "verbraten?"

Wenn sie dem Sohn den Kaufpreis nachträglich geschenkt hat und die Transaktion weniger als 10 Jahren zurück liegt, könnte es einen Pflichtteilsanspruch geben.

Da berechtigte Interesse liegt als Sohn praktisch automatisch vor, also kann man es überprüfen lassen.

Liegt ein Kaufvertrag vor, so ist der Käufer nicht verpflichtet, Dir Einsicht in die Unterlagen zu geben. Da der Kaufvertrag ja mind. zwei Parteien betrifft, hast Du jedoch Recht auf Einsichtnahme in den notariellen Kaufvertrag beim Notar bzw. vielleicht sind diese Unterlagen ja auch im Nachlaß der Tante enthalten, denn sie erhielt ja auch ein Exemplar.

Weiterhin müssen Unterlagen über die Überweisung des Kaufpreises in den Kontoauszügen der Tante zu finden sein.

Der Punkt mit dem Kaufen statt Erben ist recht einfach: ein Kauf ist final und stellt das Haus außerhalb der Erbmasse. Das ist sogar der Fall, wenn der Verkauf vom Notar einen Tag vor dem Tod der Tante vollzogen wird. Bei einer Erbschaft hättest Du immer noch einen Pflichtteil geltend machen können, wenn der per Testament zugesprochene Anteil geringer ausfällt. Bei einer Schenkung wäre ein Pflichtteilsergänzungsanspruch möglich.

Zunächst ist dir dein Pflichtteil nicht entzogen worden, lediglich die Bemessungsgrundlage Reinnachlass ist durch lebzeitige Schenkung oder Verkauf gemindert.

Daran hätte man, innerhalb von 10 Jahren degressiv, d. h. jährlich 1/10 des Schenkungswertes fallend, einen Ergänzungsanspruch zur Pflichtteilsquote.

Nicht aber bei einem Verkauf, da ja der Immobilienwert durch Geldwert ersetzt wurde, also kein Vermögensverlust eintrat.

Was da nun vorliegt, Kauf oder Schenkung, klärt ein Blick in den Kaufvertrag, der sich in den Nachlassunterlagen der Tante ggf. finden liesse.

Als Pflichtteilsberechtigte hast du einen Auskunftsanspruch über den bewerteten Nachlass am Sterbetag und Vermögensentwicklungen bzw. Liste der Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre, allerdings kein Einsichtsrecht in private Kaufverträge.

G imager761

Hausübertragung auf Enkel

Hallo!

Mein Opa möchte sein Haus nach seinem tot gern an mich und meinen Lebensgefährten übertragen. Da es geistig leider auch nicht mehr ganz beisammen ist, möchten wir zudem demnächst zu ihm ziehen, um eine "Pflege" und "Beaufsichtigung" leichter zu machen.

Meine Mutter als 1. in der Erbfolge ist damit einverstanden, will also auch, das wir "meine Kinderstube" bekommen. Sie hat noch einen Bruder, der noch nichts davon weiß, wir denken aber, das auch er damit einverstanden sein wird.

Meine Fragen nun: 1. Wie kann die Übertragung auf uns am günstigsten ablaufen? (Ich schätze den Wert des Hauses so auf 300t-400t ein. Schenkung? Erbe mit Testament? oder was anderes? 2. Spielt es dabei eine Rolle, das wir jetzt schon mit einziehen, um uns um ihn zu kümmern ? 3. Wie verhält sich das, wenn der der Bruder meiner Mutter (also mein Onkel) doch nicht einverstanden sein sollte ?

Vielen Dank im voraus.

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