Erbrecht, Enkel, ausschlagen

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Zunächst wäre mir neu, dass das Erbrecht in den neuen BL anders wäre.

Richtig ist, das mit Erbausschlagung das Erbrecht auf die nächten Erbordnungen, also zunächst auf die Nachkommen, übergeht. Allerdings wäre seine Erbausschlagung nach 6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls ausgeschlossen und Schulden bereits zugefallen.

Diese Frist begänne aber nicht zwingend ab Mitteilung des NLG, sondern bereits mit Kenntnis des Todes - wie will er darlegen, den Tod seines Vaters vor 9 Monaten nicht anderweitig erfahren zu haben? Keinerlei Anrufe, Todesanzeigen, Einladung zur Trauerfeier, Bestatterrechnung, Gläubigerforderungen?

G imager761

Es ist mir neu, dass das Erbrecht in Deutschland nicht einheitlich sein soll. Wenn das Enkelkind nicht explizit in einem Testament genannt wird, ist erst einmal der Sohn und seine Geschwister die gesetzlichen Erben. Schlägt der Sohn das Erbe aus, dann kommt in der Erbfolge die Enkelin zum Zuge. In diesem Fall wird sie aber definitiv vom Nachlaßgericht angeschrieben und es sthet ihr auch für die Entscheidung eine Einsicht in die Erbschaft zu. Nur Schulden in dieser Höhe halte ich für unglaubwürdig - es sei denn er war in der Insolvenz.. Ansonsten sind da durchaus Aktivposten vorhanden. Das gilt es zu prüfen, und dann kann man das Erbe ausschlagen. Es wäre auch zu prüfen, ob es noch der Zustimmung des Familiengerichtes bedarf.

Auch dir vielen Dank für deine Antwort. Das heißt ich kann ruhig bleiben solange ich/ bzw. meine Tochter keinen Brief vom Nachlassgericht bekommt. Ich lebe vom Vater meiner Tochter getrennt. Ihr Erstwohnsitz ist aber bei mir also gehe ich mal davon aus, das der Brief dann hierher kommen würde. Erlich gesagt kaufe ich ihm seine geschichte auch nicht so recht ab, ich habe auch keine ahnung warum das so dringend war das er gleich bei mir angerufen hat und mich nun damit verrückt macht. Er klang sehr aufgewühlt am Telefon und wie gesagt es war für mich nicht ganz nachvollziehbar wo das problem ist, erst schlägt er aus, dann schlagen wir gemeinsam für unsere Tochter aus. Ich halte es aber für möglich, dass da irgendwo ein haken an der sache ist. ich traue diesem Mann nicht, ich habe zu viele schlechte erfahrungen gemacht. Ich kann nur den Haken nicht erkennen??

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ahnungslos

bist du und deine Tochter zunächst einmal, wer geerbt hat und ob der Nachlass wirklich völlig überschuldet ist. Das es in den Bundesländern ein unterschiedliches Erbrecht geben soll, ist mir neu.

Es steht deiner Tochter grundsätzlich frei, ein Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Sie kann aber auch als Erbin die Haftung für die Nachlassverbindlichkeiten n u r auf den Nachlass, nicht auf dein sonstiges Vermögen beschränken. Der Erbe haftet beschränkt:

  1. bei Anordnung der Nachlassverwaltung (§1975 BGB),
  2. bei Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens (§ 1975 BGB),
  3. im Rahmen der sogenannten Dürftigkeitseinrede ( §§ 1990, 1992 BGB).

Im Bedarfsfalle sollte deine Tochter professionelle Hilfe eines Fachanwalts in Anspruch nehmen.

Auch dir vielen Dank für deine Antwort. ich muss allerdings zugeben, das ich das mit der Beschränkten erbschaft nicht ganz verstehe. kannst du mir das näher erklären?

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@ahnungslos1984

ahnungslos: Die Haftung bezieht sich auf den Nachlass, aber auch auf das Eigenvermögen des Erben, also dein Vermögen. Die Nachlassgläubiger können also Befriedigung aus beiden Vermögensmassen verlangen und gegebenenfalls durch Zwangsvollstreckung herbeiführen. Die Haftung der Erben ist vorläufig unbeschränkt. Das Gesetz sieht aber vor, dass der Erbe durch bestimmte Maßnahmen, die ich aufgezählt habe, seine Haftung auf den Nachlass beschränken kann.

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@ahnungslos1984

ahnungslos: Die Haftung bezieht sich auf den Nachlass, aber auch auf das Eigenvermögen des Erben, also dein Vermögen. Die Nachlassgläubiger können also Befriedigung aus beiden Vermögensmassen verlangen und gegebenenfalls durch Zwangsvollstreckung herbeiführen. Die Haftung der Erben ist vorläufig unbeschränkt. Das Gesetz sieht aber vor, dass der Erbe durch bestimmte Maßnahmen, die ich aufgezählt habe, seine Haftung auf den Nachlass beschränken kann.

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