Erbrecht bei neuer Freundin?

5 Antworten

Zuerst zu den Eigentumsverhältnissen des Hauses:

  • Primär ist es wesentlich, wer als Eigentümer im Grundbuch steht.
  • "Ausgezahlt" alleine reicht nicht aus, dass Vater Alleineigentümer ist.
  • Da muss schon zusätzlich eine Eigentumsumschreibung stattgefunden haben und Vater jetzt als Alleineigentümer im Grundbuch stehen.
  • Egal wie, aber Vater kann nur das vererben was ihm auch gehört
  • Das solltet ihr erst mal klären, denn es wäre durchaus möglich, dass Eure Mutter weiterhin Miteigentümerin ist.

Zur Erbschaftssituation bei

gesetzlicher Erbfolge

  • Die Freundin des Vaters ist erst dann erbberechtigt, wenn sie den Status "Ehefrau" bekommt.
  • Die Tochter der Freundin ist nicht erbberechtigt.

testamentarischer Variante

  • Vater kann natürlich ein von der gesetzlichen Erbfolge abweichendes Testament erstellen und Freundin und deren Tochter das Haus hinterlassen. Das ist sein ureigenstes Recht.
  • Schwester und Dir steht egal, was er macht, immer der gesetzliche Pflichtteil bzw. die Pflichtteilergänzung in Form eines Geldanspruchs gegen die Erben zu.
  • Zu diesem (ausgelutschten) Thema gibt es bereits xfach Beiträge hier im Forum, lies einfach mal Par. 2303 bis 205 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nach.

Die Freundin Deines Vaters ist nicht mit ihm verheiratet und hat damit kein Erbrecht.

Deren Tochter schon gar nicht, denn Sie ist nicht mit Eurem Vater verwandt (das würde sie auch nicht, wenn Dein Vater ihre Mutter heiratet).

Über die momentane Erbfolge wurde schon geschrieben.

eigentlich sollten ich und meine schwester das haus erben .

Steht das irgendwo oder gilt die gesetzliche Erbfolge? Und warum nicht "meine Schwester und ich"?

Zum letzten Satz des Kommentars: Du kennst doch das Sprichwort über den, der sich immer zuerst nennt?

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Ich hab mich in Absprache mit ihr ins Grundbuch eintragen lassen und habe einen Erbschein (nach offiziellem Stand würde das Haus demnach zu 50% mir und zu 50% meiner Mutter gehören). Ein paar Tage nach diesem Vorgang erzählte mir die Freundin von einem Testament, welches mein Vater angefertigt hätte. Ich habe es gesehen, es besagt wortwörtlich und handschriftlich, dass er sie zur Erbin erklärt. Das Testament zeigt aber, wie schlecht es meinem Vater gegangen sein muss. Es wurde 3 Wochen vor seinem Ableben verfasst und auf ihren Wunsch hin (hat sie mir eiskalt so gesagt). Es hat diverse Rechtschreibfehler und ist krumm und schief, sollte formell aber alle Elemente haben. Es wurde noch nirgendwo öffentlich amtlich gemacht, sonst hätte ich ja sicher schon eine Information darüber erhalten.

Sie erpresst mich mit diesem Testament. Sie will bis zu ihrem Lebensende in dem Haus wohnen bleiben (zahlt aber keine Miete oder Grundsteuern) und ich habe das ein Jahr und 8 Monate geduldet und seit der Erkenntnis über das Testament kein Wort mehr mit ihr gewechselt.

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Für hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar

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