Erbrecht?

4 Antworten

Nun, nüchtern betrachtet, gibt es kein Anrecht auf das Vermögen eines Familienangehörigen. Bei uns gibt es die Pflichtteilregelung welche es vereinfachen soll, wenn es unklar ist. Umgehen kann ich es wenn ich mein Vermögen verjuble. Mit seinem Geld (Vermögen) kann jeder tun und lassen was er möchte.

In diesem Fall wurde es als Sachwert verschenkt, was dir die Möglichkeit einräumt innerhalb von 10 Jahren einen Anteil zurück zu bekommen.

Wenn das ganze notariell umgesetzt wurde, dann ist es so gut wie ausgeschlossen dagegen vor zu gehen.

Mein Rat hier wäre, einen Spezialisten in Sachen Erbrecht aufzusuchen und sich 1 Stunde Beratung zu gönnen. Vorab den Fall durchgehen und die Fragen aufschreiben, dann wird das ganze effizient.

Das Ändert vermutlich nur wenig an der Sachlage, aber man weiß bestätigt woran man ist.

Rein Moralisch empfindet man es als wenig gerecht und kommt sich übertölpelt vor. Da wäre dann die Frage was die Schwester dazu sagt, oder ob Ihr das Geld wichtiger ist. Das muss man jedoch untereinander klären.

Interessant und zu klären wäre, was ihr genau beim Nachlassgericht nach dem Tod der Mutter gemacht habt und ob dein Bruder einen Pflichtteilsverzicht abgegeben hat und sein Erbe schon ausgezahlt bekam.

Es gibt zu Lebzeiten keine Ausgleichspflicht. Der Vater hat das Haus also zurecht an die Schwester verschenken können.

Erst beim Tod gibt es einen Pflichtteil und auch einen Pflichtteilsergänzungsanspruch für den Fall, dass dein Vater weniger als 10 Jahre nach der Schenkung verstirbt. Du hättest für die Schenkung diesen Pflichtteilsergänzungsanspruch. Dessen Höhe allerdings jedes Jahr um 10 % sinkt und vom ersten Absatz abhängig ist.

Wenn nur noch deine Schwester und du im Spiel sind, wäre dein Pflichtteil aus dem Haus (die Hälfte des Erbteils) 62.500, die jedes Jahr 6.250 € wengier werden.

Du kannst dir nur auch etwas schenken lassen. Rechtlich dagegen absichern, dass dein Vater noch 10 Jahre lebt und du leer ausgehst, kannst du nicht.

Anmerken muss ich, dass vererben sehr, sehr wenig mit Gerechtigkeit zutun hat aber in eurem Fall der pflegebedürftige Vater von der Schwester gepflegt wird, die das Haus bekommt. Es geht wesentlich ungerechter.

Lieber „Rat2010“ Vielen Dank für die informative Antwort.

Aus Anstand hatten wir damals auf dem Nachlassgericht auf Mutters Anteil verzichtet, allerdings wurde uns nicht gesagt, dass unsere Unterschrift hinfällig war da wir den Verzicht notariell hätten bestätigen lassen müssen. So hat unser Bruder sich den Anteil/ Pflichtteil unserer Mutter ein Jahr nach deren Ableben gesichert und bekam insgesamt 16.000 EUR. Aus diesem Anlass hat unser Vater im Hochstadium der Krankheit, noch Krankenhaus die Schenkung veranlasst, damit für unseren „Bruder“ welcher sich nie um die Familie gekümmert hat kaum etwas übrig bleibt. Eine Enterbung ist ja nicht möglich.

Seit Beginn der GBS meines Vaters, waren ich und meine Schwester beide täglich in der Klinik - und da meine Schwester großes Haus besitzt und Platz hat, wollte Sie meinen Vater von vorn herein nach Hause holen, andernfalls hätte ich meinen Vater zuhause gepflegt, doch da ich berufstätig bin und mein Mann auch und wir nur auf Miete wohnen hat es darüber gar keine Gespräche gegeben!

Ich selbst habe davon aber erst vor ein paar Tagen erfahren und angeblich wusste es meine Schwester auch noch nicht lange. Sie können sich meine Enttäuschung vorstellen, als ich meinen wöchentlicheN Pflegebesuch bei Vater hatte und das erfuhr.

Hätte mein Vater meiner Schwester und mir das Haus nicht auch zu 2/3 Sie 1/3 ich schenken können?

Demnach wird in ...... Jahren auch tatsächlich kein Erbe mehr vorhanden sein, denn das Haus mit Grund war das einzig vorhandene Vermögen. Somit kommt diese Schenkung für meine Person einer Enterbung gleich und ich bin am Ende die einzige, die aus Anstand verzichtete und absolut leer ausgeht, das ist schon sehr traurig aber damit muss ich leben.

vielen Dank und beste Grüße, Lisling aus A.

0
Nach Mutters Tod haben wir zugunsten unseres Vaters alle auf dem Nachlassgericht auf den Pflichtteil verzichtet,

das schließt eine nachträgliche Forderung dessen aus.

mein Bruder allerdings hat nun seinen Pflichtteil von meinem Vater nachträglich eingefordert.
Nun hat mein Vater unser Elternhaus an meine Schwester verschenkt, der Sohn meiner Schwester zieht dort ein.

Hinsichtlich dieses väterlichen Verhaltens ( sorry aber vermutlich von der Tochter / Schwester beeinflußt ) kann ich diesen Wunsch sehr gut nachvollziehen.

Langfristig bleibt nur auf den Pflichtteilsergänzungsanspruch nach dem Tod des Vaters zu "spekulieren" oder sich zu fragen war diese Übertragung des Hauses freiem Willen geschuldet?, der Abhängigheit von der Tochter ?, einer Beeinflussung? oder einer geistigen / dementiellen Beeinträchtigung?

wie verhält sich das mit der Ausgleichspflicht?

Lebzeitig ist diese Schenkung dir gegenüber zwar undankbarbar, aber zulässig. Daraus darf man seine Konsequenzen ziehen und seine Mithilfe bei der häuslichen Pflege des bedürftigen Schenkers einstellen, soweit die Schwester hier keinen Ausgleich herstellen wollte und dir einen angemessenen Miteigentumsanteil für deine Entlastung eintragen liesse. Den Austieg begründet man seinem Vater gegenüber mit seiner maplosen Enttäuschung oder einfach damit, sich als 450-EUR-Jobber keine Fahrtkosten für 1200 km pro Monat leisten zu können.

Zu welchem Zeitpunkt steht mir wieviel zu?

Im Erbfall innerhalb von 10 Jahren besteht ein Pflichtteilsergänzungsanspruch: Sofern dein Erbe an dem tasächlichen Reinnachlass, also dem, was euer Vater nach Abzug seiner Sculden und Beerdigungskosten euch drei Kindern hinterliess, etwa [(10.0000 - 4.0000) : 3] 2000 EUR/Kind weniger wert wäre als der fiktive Reinnachlass mit Schenlungswert zur hälftigen Pflichtteilsquote:

[250000 + 10000] - 4.000 = 256.000 : 2 : 6 = 21.333 EUR.

19.333 EUR stünden also dir und deinem Bruder zusätzlich zu den 2.000 EUR zu.

Dummerweise schmilzt der ausgleichspflichtige Schenkungswert ab dem zweiten Jahr der Schenkung alljährlich um 10% ab, bis er nach 10 Jahren Null beträgt :-(

Muss ich mich rechtlich absichern, um nicht leer auszugehen?

Nein, das Pflichtteilsrecht ist gesetzl. Mindestanspruch. Und du kannst nicht verhindern, dass du und dein Bruder fast leer ausgehen, wenn 10 Jahren nach Schenkung vergangen sind. Selbst bis dahin ist der Ausgleich lächerlich niedrig und steht in keinem Verhäntnis zu deinen Fahrtkosten und Aufwendungen der Pflege.

Dein Problem ist, das Abgehörigenpflege zwar beim Erben belohnt wird, aber eben nur bei der Verteilung des Nachlasses, der leider schon im Wesentlichen deiner Schwester geschenkt wurde.

Vielen Dank lieber Imager, da muss ich dirch🤷🏻‍♀️🤣😅

0

Vielleicht kann ich mich mit meiner Schwester irgendwie einigen- Vielen Dank, jetzt weiß ich Bescheid 🙏🏼🙋🏻‍♀️

0

Was möchtest Du wissen?