Erbengemeinschaft will keine Miete bezahlen, was tun?

2 Antworten

Ist mir ähnlich auch passiert. Das hat seine "Richtigkeit", leider.

Wenn Du handfeste Beweise hast, daß sich die Geschwister Wertgegenstände aus dem Nachlaß angeeignet haben, dann könnte man eine Strafanzeige wegen Unterschlagung erwägen. So etwas könnte die Bereitschaft steigern, diese Gegenstände an den Nachlaßpfleger heraus zu geben, was dann auch Dir zugute käme.

Kennst Du die Sache nur vom Hörensagen, dann unterlasse besser eine Strafanzeige. Zu groß ist die Gefahr, daß Du anschließend mit einer Strafanzeige wegen Verleumdung überzogen wirst.

Zivilrechtlich gegen Personen vorzugehen bei denen nichts zu holen sein wird, ist von vornherein eine sinnlose Geldverschwendung.

Versteigern lassen brauchst Du den Nachlaß nur, wenn Du Dich auf Dein Vermieterpfandrecht berufst. Das würde ich lieber nicht machen. Gebrauchte Möbel haben fast nie Marktwert und das zögert die Sache nur noch hinaus.

Wenn Du natürlich bei der Versteigerung einen Überschuß erzielen würdest, was ungefähr so wahrscheinlich ist wie der Haupttreffer im Lotto, mußt Du nur Beträge an Erben auszahlen die Deine per Pfandrecht gesicherten Forderungen übersteigen.

An Deiner Stelle würde ich versuchen, den Nachlaßpfleger  von der Wertlosigkeit des Inventars zu überzeugen und es Dir zum Verbleib nach Gutdünken zu überlassen. Dann rufst Du den Entrümpler und kannst die Wohnung bald wieder neu vermieten.


mußt Du nur Beträge an Erben auszahlen

Das wäre in diesem Fall das Land Niedersachsen. Andere Erben gibt es ja wegen der Ausschlagung nicht.

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@EnnoWarMal

M.E. kann auch der Staat seine Haftung für die Nachlassverbindlichkeiten in derselben Art und Weise auf den Nachlasswert beschränken wie ein anderer Erbe, also etwa durch Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenzverahren.

Es ist nicht das Ziel des Staatserbrechts, den Nachlassgläubigern zu einem solventen Schuldner zu verhelfen, wenn etwa alle anderen Erben wegen der Überschuldung des Nachlasses ausgeschlagen haben.

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Hallo,

ende des Jahres 2016, mit dem Versterben Deiner Mieterin, ist eine Erbengemeinschaft von 7 Personen in die Rechtsnachfolge nach Deiner Mieterin getreten. Durch eindeutiges Verhalten. Eine fristgerechte Kündigung mit sämtlichen Unterschriften.

Dann ist die Miete für Januar 2017 auch von der Erbengemeinschaft, welche jetzt keine Erbengemeinschaft mehr sein will getragen.

Weder bei der Kündigung mit der Sterbeurkunde noch bei der Zahlung des Mietzins, hast Du eine schriftliche Erklärung der Erbengemeinschaft, 7 Personen, erhalten, dass dies ohne Anerkennung einer Rechtspflicht geschieht.

So entnehme ich dies Deiner Schilderung. Nein. In diesen Zeiten verhielten sich die vermeintlichen Erben wie Rechtsnachfolger nach Deiner verstorbenen Mieterin.

Sie gingen ein und aus. Schafften ggf. auch Wertgegenstände in ihren Besitz.

Jeder Erbe darf sein Erbe ausschlagen, das ist in § 1942 des BGB gesetzlich festgelegt. Diese Tatsache ist der "Erbengemeinschaft" dann wohl auch in den Sinn gekommen.

In der Wohnung befinden sich höchstwahrscheinlich auch keine Gegenstände mehr mit einer Werthaltigkeit um den Schaden abzudecken. Der inzwischen bestellte Nachlasspfleger hat dies Dir gegenüber ja auch so erklärt.

Als letzter in der Rechtsnachfolgerschaft kommt das Land Niedersachsen. 
Nach der geltenden Rechtsordnung darf es nichts geben, was keinen Eigentümer hat.

Aufgrund der Tatsach, dass hier durch die 7 Personen, welche keine Erben sind durch Handeln Fakten geschaffen wurden, empfehle ich Ihnen dringend einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Es wird wohl einen bezifferbaren finanziellen Schaden für Dich geben. Auf der anderen Seite haben 7 Personen gehandelt.

Das alle 7 Personen Zahlungsunfähig sind für einen Schaden welche diese Dir absichtlich oder fahrlässig beigebracht haben, halte ich für unwahrscheinlich.

Alles Gute & Herzliche Grüße

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