erben meine Geschwister meiner Mutter ihre sterbeversicherung?


20.03.2020, 20:01

Unter anderem wollen die Kinder mir verbieten von der Summe einen Grabstein zu kaufen da sie dann weniger erben


20.03.2020, 20:13

Mein Bruder bekommt Geld über das Sozialamt er möchte mir seinen Erbanteil übertragen oder schenken geht das oder soll er ausschlagen

3 Antworten

  1. Selbst Sterbegeldversicherungen mit Bezugsrecht fallen dem Nachlassvermögen der Versicherten an, sofern die Erben das Bezugsrecht der Versicherung gegenüber rechtzeitig widerrufen. In dem Fall käme es also darauf an, ob die Versicherungssume an den Bezugsberechtigten bereits ausbezahlt wurde oder nicht, ob die ihrer Schwester rechtsnachfolgenden Kinder diesen Anspruch an den Nachlass stellen können.
  2. Allerdings wären sie in dem Fall auch zu anteiliger Kostentragung der Beerdigungskosten ihrer Oma heranzuziehen, die sie ebengleich als Nachlassverbindlichkeit von ihrer Mutter übernommen haben.
  3. Die Angemessenheit der Bestattung, mithin ein Grabstein, bestimmt sich nach dem, was die Verstorbenen gelebt hat. War sie kein Pflanzenfreund, Vereinsmeier, Partygänger und lebte eher bescheiden, mag man opulenten Trauerhallenschmuck, Grabstein, Leichenschmaus, Trauerkleidung usw. als unangemessen behaupten und auf Eigenleistung des Bestellers denn Kostenübernahmepflicht bestehen.
  4. Mit Ausschlagung wächst der Erbteil den übrigen Erben an. Zudem kann es sich leistungsschädlich auswirken, wenn man Vermögenswerwerb durch Erbe dem Sozielhilfeträger nicht anzeigt. Davon wäre also abzuraten. Ob dein Bruder von dem Erbe leben muss oder es sich leisten kann, es klammheimlich dir zu verschenken, wird er schon wissen.

G imager761

Wer ist denn in dieser Sterbegeldversicherung als Bezugsberechtigter benannt?

Bist Du es? Dann ist der Sinn der Versicherung an Dich der Auftrag dieses Geld für die Beisetzungskosten auszugeben. Ein Rest wäre ggf. unter die Erben aufzuteilen.

Wenn kein Bezugsberechtigter benannt ist, geht das Geld in die Erbmasse, aber natürlich zweckbestimmt für die Beisetzungskosten, denn dafür wurde die Versicherung ja abgeschlossen.

Wenn Ihr da uneins seid, dann wird abgestimmt und Du und Deine Bruder ihr könnt die Kinder der Schwester überstimmen.

Natürlich kann Dein Bruder Dir sein Erbe abtreten.

Wenn er ausschlägt, wird unter die übrigen Erben verteilt, also hälftig zwischen Dir und den Kindern Eurer Schwester.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung
Dann ist der Sinn der Versicherung an Dich der Auftrag dieses Geld für die Beisetzungskosten auszugeben.

Falsch. Dem Versicherer ist zunächst der Verwendungszweck der Versicherungsleistung völlig gleichgültig. Er versendet einen V-Scheck über die Versicherungssumme und fertig. Der Name "Sterbegeldversicherung" ist lediglich ein Marketingtrick, der sich an der entfallenen Leistung Sterbegeld der gesetzl. Krankenkassen orientierte, um damit diese Lebensversicherung besser verkaufen zu können.

Er hat von seinem Versicherten lediglich den Auftrag, den Bezugsberechtigten zu informieren, die unmittelbare Auszahlung anzubieten bzw. eine entsprechende Aufforderung des Berechtigten, der bereits sein Bezugsrecht kennt, mittels beigebrachter Versicherungspolice umzusetzen.

Es sei denn, es wäre von den rechtsnachfolgenden Erben rechtzeitig ein Widerruf dieser Bezugsrechtverfügung des Versicherten zugegangen. Denn wie der Versicherte es lebzeitig konnte, dürfen dessen Rechtsnachfolger das Bezugsrecht jederzeit widerrufen. Damit fällt die Versicherungssumme dem Vermögen des Versicherten an, also in die Aktiva seines Nachlasses.

G imager761

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@imager761

Das es den Versicherer nicht interessiert ist klar. Der hat einen Versicherungsvertrag abgeschlossen und verfährt, wie ihm durch den Versicherungsnehmer aufgetragen worden.

Aber wenn ein Mensch eine Versicherung "Sterbegeldversicherung" abschließt (meine Mutter hatte das ebenso und gesagt, "damit Du keine Kosten hast mich unter die Erde zu bringen") sehe ich es als eine Art letztwilliger Verfügung.

Wenn nun also dem Frager diese Summe zugeflossen ist und er entsprechend verfährt und danach einen etwaigen Überschuss dem Erbe zuschlägt, dürfte es schon dem Willen der verstorbenen entsprechen.

Außerdem, wie in Ihrer Antwort enthalten, die anderen Erben wären ja auch an den Bestattungskosten zu beteiligen, wenn das Geld verteilt würde.

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Erstmal, mein aufrichtiges Beileid. Es gibt Anghörige, die wird man vielleicht sein Leben lang vermissen.

Und es gibt Verwandtschaft, auf die man einfach schei**en kann. Und aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass drauf schei**en, das Beste ist, was Du machen kannst. Anfangs fällt es noch schwer - nachher immer leichter.

Wir haben gestern versucht, den Fall in etwa abzuhandeln, vll helfen Dir die Antworten ein wenig. Denn Du prüfst jetzt den Bezugsberechtigten und den Begünstigten.

Ét voila:

https://www.finanzfrage.net/frage/wenn-bei-einer-sterbegeld-versicherung-ein-bezugsberechtigter-und-nicht-beguenstigter-genannt-wird-geht-der-rest-der-summe-in-das-erbe-ein#answer-1350489

Alles Gute! :-)

"Mein Bruder bekommt Geld über das Sozialamt er möchte mir seinen Erbanteil übertragen oder schenken geht das oder soll er ausschlagen"

Eine Frage des Sozialrechts? Schau mal für Deinen Bruder beim Sozialverband VDK nach. Vielleicht findest Du auf der Internetseite schon Infos.

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