Erbe ausschlagen, ja oder nein?

4 Antworten

Was bedeutet der Satz: Der Mann vom Sozialamt meinte....?

Bedeutet das, dass ihr ALGII oder sonstige soziale Leistungen bezieht?

Wenn dem so ist,  wäre es doch gut, wenn der Onkel so viel zu vererben hätte, dass nach der Begleichung der Bestattungskosten durch Euch noch so viel übrig bliebe, um  damit Euren Lebensunterhalt bestreiten zu können. 

Ein Erbe sorgt nämlich dafür, dass die sozialen Leistungen so lange eingestellt würden, bis das Geld - vernünftig eingeteilt - aufgebraucht ist.

Ich glaube, damit war eher gemeint, dass der Onkel

schwerbehindert war und soziale Hilfe bekam

und es deshalb unwahrscheinlich ist, dass es was zu erben gibt.

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Beth:

Wenn dich bereits 30 € stören - hinzu kommt noch die
Umsatzsteuer von 19 % = 5,90 € -  nimm das Erbe an in der
Hoffnung, unter der Matratze des Sozialhilfeempfängers doch noch 
einen Batzen gültiger Zahlungsmittel zu finden.

Stellt sich im Nachhinein eine Überschuldung heraus, beantrage das Nachlassinsollvenzverfahren. Spätestens dann wirst du dich an den Warnhinweis von Privatier erinnern.

Übrigens: Du kannst mindestens 10 € sparen, wenn du die Auschlagungsurkunde für das Nachlassgericht selbst entwirfst. Dann beglaubigt der Notar nur deine Unterschrift (also ohne Urkundenentwurf).

Rat: Sofort zum Notar. Im Fall der gleichzeitigen Ausschlagung von mehreren neben-  oder nacheinander berufenen Personen, wird die Entwurfsgebühr nur einmal erhoben. Das dürfte dir  der Berater vom Sozialamt auch gesagrt haben.

Weitere Kosteneinsparungs-Möglichkeiten kenne ich nicht.

Du willst 30 Euro sparen und dafür unkalkulierbare Risiken in Kauf nehmen? Da staune ich wirklich!

Um Dir mal einige Positionen zu nennen die auf jeden Fall kostenmäßig auf die Erben zukommen:

Beerdigungskosten

3 Monatsmieten für die Wohnung des Onkels bis zum Auflauf der Kündigungsfrist

Kosten der Räumung der Wohnung

Da kannst Du aber an die 30 Euro MINDESTENS 2 Nullen dran hängen.

Beerdigungskosten sind nicht vom Erben abhängig sondern vom Verwanfschaftsgrad. Es kann also ein Enkel erben weil das Kind ausschlägt und trotzdem zahlt die Beerdigung das Kind.

Räumung der Wohnung + 3 Monatsmieten Fallen zwar an, sollten sie jedoch den Ertrag übersteigen kann man in die Nachlassinsolvenz gehen.

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@wegimaster

Du irrst: Zunächst ist der Erbe zur Zahlung der Bestattungskosten verpflichtet und sodann -wenn vom Erben nichts zu holen ist- vom zuletzt Unterhaltspflichtigen. Woher nimmst Du Deine gegenteilige Meinung? Mit der in Deutschland geltenden Rechtslage hat das was Du da schreibst nicht zu tun.

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@Privatier59

Ich nehme meine gegenteilige Meinung aus dem § 1615 Abs. 2
BGB. Wenn der Erbe keinen Ertrag bzw. das Erbe keinen Erbnehmer hat werden die Erbkosten von den Unterhaltspflichtigen getragen. Da der Onkel zur Schwerbehinderten Rente eine Sozialleistung bezogen hat ist von einem Ertragreichen Erbe eher abzusehen, da dieser sonst keinerlei soziale Unterstützung erfahren hätte. Wenn das Erbe wie bereits erwähnt dann in die Nachlassinsolvenz geht können auch die Kosten der Beerdigung nicht dem Erbnehmer auferlegt werden.

Der § 1968  BGB kann meiner Meinung nach somit keine Anwendung finden. Aber wie bereits oben in meiner Antwort geschrieben bin ich kein Anwalt und schon gar keine Gericht, denn das sind auch noch einmal zwei verschiedene Ansichten.

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Hallo BethButterfly,

erstmal mein Beileid!

Also zu den 30 Euro:
Hier könnt ihr zusammen hingehen und alle zusammen auf einmal das Erbe ausschlagen. Das kostet dann nur einmalig 30 Euro die ihr euch teilen könnt.

Zur Ausschlagung:
Du kannst das Erbe nur innerhalb von 6 Wochen ausschlagen. Danach gilt das Erbe als angenommen. Solltest du danach feststellen, dass dein Onkel verschuldet war oder die Belastungen aus dem erbe den Ertrag aufhebt kannst du danach immer noch in die Nachlassinsolvenz gehen (ACHTUNG auch diese ist mit einer Frist versehen). Bei dieser Insolvenz gehst dann nicht DU sondern nur der Nachlass in das Insolvenzverfahren, somit betrifft es auch nicht deine persönliche Finazielle Lage.
Die Frage die du dir aber stellen solltest ist ob unter umständen eine gewinn erwartet werden kann. Denn im Fall einer Nachlassinsolvenz hast du sehr viel Arbeit und keinen Gewinn.

Zum Schluss:
Möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich kein Anwalt bin. Die Informationen stammen aus eigenen Erfahrungen.

Gruß
wegiman

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