Erbanteil als Schenkung erhalten und im Testament festgelegt, dass Sohn nur Pflichtteil erhält!

4 Antworten

Erbrechtlich halte ich die Sache für eindeutig.

Der Sohn soll nur noch den Pflichtteil bekommen, weil er schon etwas im Voraus geschenkt bekam.

Da durch die Reduzierung auf den Pflichtteil keine Rechte verletzt werden, ist das auch absolut rechtens.

Die Schenkung wird nicht auf diesen Pflichtteil angerechnet, weil das nciht so bestimmt ist.

Das würde nur und auch nur teilweise erfolgen, wenn diese Schenkung so hoch gewesen wäre, dass das Verbleibende Haupterbe geringer wäre, als der Pflichtteil des Haupterben unter Berücksichtigung des Pflichtteilergänzungsanspruchs.

Die Erbschaftsteuer folgt, wie EnnoBecker schon absolut richtig schrieb, einfach dem Sachverhalt.

Wieviel bekommt jeder Erbe (Schenkung vor 5 Jahren einrechnen), danach die Steuer berechnen.

Bisher war es so, dass Schenkungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen, bei der Bemessung des Pflichtteilsanspruchs unberücksichtigt bleiben.

Neu ist, dass der Wert, mit dem Schenkungen im Rahmen der Pflichtteilsergänzung berücksichtigt werden, umso geringer wird, desto länger die Schenkung zeitlich zurückliegt.

Zukünftig wird die Schenkung nur noch dann in voller Höhe bei der Pflichtteilsergänzung berücksichtigt, wenn sie im ersten Jahr vor dem Erbfall erfolgt. Im zweiten Jahr wird sie zu 90%, im dritten zu 80%, im vierten Jahr zu 70% usw. berücksichtigt.

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/pflichtteil/pflichtteil_09.html

Neu ist, dass der Wert, mit dem Schenkungen im Rahmen der Pflichtteilsergänzung berücksichtigt werden, umso geringer wird, desto länger die Schenkung zeitlich zurückliegt.

Süße, ohne jetzt den Link zu verfolgen:

Wie "neu" ist das denn? Ich kenne es nicht anders, aber die Wende ist ja erst 25 Jahre her.

Und die Zeit rennt, wenn man sich amüsiert...

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@EnnoBecker

Ach Enno, weißt Du eigentlich wie lange ich nach einem alten Link gesucht habe, damit Du mich mal Süsse, nennst ? Das Wochenende ist gerettet ;-)))))))))

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@Primus

Vor lauter Euphorie vergaß ich noch hinzuzufügen, dass der Link aber sooo alt nicht sein kann, denn er enthält folgenden Satz:

"Zum 01.01.2010 hat sich diese Regelung nunmehr grundlegend geändert. Gleichgeblieben ist der Grundsatz, dass Schenkungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen, bei der Bemessung des Pflichtteilsanspruchs unberücksichtigt bleiben. Neu ist, dass der Wert, mit dem Schenkungen im Rahmen der Pflichtteilsergänzung berücksichtigt werden, umso geringer wird, desto länger die Schenkung zeitlich zurückliegt."

Also nix mit vor der Wende .......

Und noch was - das Komma hinter Süße ist ein Fleck auf Deinem Monitor;-)))))

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@Primus

Eben, fast 5 Jahre alt.

Im Steuerrecht ist das fünf Ewigkeiten. Zum Glück ,geht es hier ja nicht ums Steuerrecht.

Neee, das issn Komma.

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@EnnoBecker

Gut... iss dann eben ein Komma, was nicht dahingehört. Aber ich habe schon wieder einen Flecken auf dem Monitor:

Zum Glück ,geht

Geht, nicht weg ;-)))))

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@Primus

Das (übrigens auch noch geplenkte) Komma hinterm Glück ist mir so aus dem Finger gerutscht und gehört dort nicht hin.

Oben allerdings schon.

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Gulia:

Abkömmlinge des Erblassers, die als gesetzliche Erben berufen sind, sollen gleichmäßig am Vermögen des Erblassers teilhaben (§ 1924 Abs. 4 BGB). Dein Lebensgefährte hat schon zu Lebzeiten des Vaters einen Geldbetrag erhalten. Der Wunsch des Vaters war, so meine Auslegung, einen Ausgleich herzustellen, in dem er deinen LG auf den Pflichtteil setzte.

Nehmen wir einmal an, es handele sich um einen Geldbetrag von 20 000 €, der Nachlass beliefe sich auf 60 000 € und es sind zwei erbberechtigte Kinder vorhanden:

Aufteilung: 20 000 + 60 000 = 80 000,--, Gesetzlicher Erbteil ½ = 40 000, Pflichtteil 20 000. Dein LG: Voraus 20 000 + Pflichtteil lt. Testament 20 000 = 40 000 Euro.

Alleinerbe und Pflichtteil

Guten Tag,

Erblasser: Verstorbener Vater

Erbberechtigte Personen?: Sohn P. Tochter E.

(Jeweils 1 Halbbruder und 1 Halbschwester mütterlicher Seitz, Mutter ist
vor 18 Jahren verstorben ist und per Pflichtteil wurde von Vater ausbezahlt.)

Mein 95jähriger schwerpflegebedürftiger und verwitweter Vater ist kurz vor Weihnachten verstorben. Er wurde von mir (Sohn P. und meiner Ehefrau) die letzten fast 4 Jahren mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in seinem Häuschen gepflegt und erst Mitte August, nach einem Totalzusammenbruch - und nachdem keine häusliche Pflege mehr möglich war - von mir in einem nahegelegenen Pflegeheim untergebracht (habe eine Generalvollmacht) , dort wurde wirklich für ein Würdiges Weiterleben gesorgt.

Ich hatte meinen Vater, der ja nur 500 € Rente und ca. 10000 € Rest-Ersparnis hatte, ab dort monatlich jeweils 350 € Pflegezuschuss überwiesen, da das Pflegeheim ja sehr, sehr teuer war.

  • Mein Vater hatte 1999 ein notarielles Testament gemacht und mich als "alleinigen und ausschließlichen Erben" für das vorhandene sanierungsbedürftige Häuschen mit kleinem Garten und einen kleineren übriggebliebenen Geldbetrag eingetragen, da er von seiner Tochter E. im Stich gelassen wurde und diese Ihr Erbe bereits vor vielen
    Jahren ausbezahlt bekam (Erbvertag war in einer bekannten Geldkassette und war
    verschwunden).

  • Meine leibliche Schwester E., hatte eigentlich schon vor vielen Jahren ihr Erbe
    ausbezahlt bekommen, sie lebt seit über 15 Jahren mit ihren Freund in einem südlichen Land und lässt den „Herrgott einen guten Mann“ sein

    o der zu jener Zeit aufgesetzte private Erbvertrag ist wieder verschwunden, wie auch damals vor über 18 Jahren das handschriftliche Testament meiner Eltern als meine Mutter starb, in diesem ich außer meinem Vater auch als Erbe erwähnt wurde (es war niemanden etwas nachzuweisen wer das damalige Testament u. später den priv. Erbvertrag entnommen hatte...)

    o Meine Schwester kümmerte sich seither wie auch zuvor nicht mehr um ihren Vater, und auch nicht um meine und meiner Ehefrau "unserer" Entlastung, als sie
    von mir telefonisch von fast 4 Jahren erfuhr, dass unser Vater einen Herzstillstand
    hatte und von nun an pflegebedürftig war.

    o Sie besuchte Vater das letzte Mal vor über 5 Jahren zum 90. Geburtstag für einige Stunden, das war der 2. Besuch seit über 15 Jahren.

Meine Frage:

  • Muss ich meiner Schwester trotz diesen Vorkommnissen den Pflichtteil von 25 % der Gesamterbes ausbezahlen?
  • Das doch sehr renovierungsbedürftige Haus muss erst von mir geräumt und verkauft werden (und ich und meine Ehefrau müssen wieder, wie all die vielen Jahre zuvor, alles
    aus eigener Kraft stemmen und die anderen sonnen sich)
  • Kann ich, wenn ich den Pflichtteil ausbezahlen müsste, eine Stundung beantragen, bis der wahre Wert ermittelt oder durch Verkauf erzielt wird.

Vielen Dank

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