Einmaliges dazu verdienen bei einer Grundsicherung?

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2 Antworten

Da bisher jetzt niemand geantwortet hat:

1. Meinst Du mit Frührente evtl. Erwerbsminderungsrente? Dann wäre der job zwingend beim Rententräger im Voraus anzumelden.  Die übrigen Infos kann ich nicht in zwei Sätzen zusammenfassen. 

Also bitte google mal zum Stichwort “EM-Rente und Zuverdienst“. 

Zumindest wirst Du sicherlich nicht 1200,-€ im November verdienen können und trotzdem den vollen Rentenbetrag erhalten. Es gibt da ein kompliziertes System der Anrechnung. Im schlimmsten Fall wird auch Dein Status als Erwerbsgeminderter überprüft, wenn Du plötzlich so viel verdienen/arbeiten kannst.

2. Das Sozialamt würde evtl. die einmalige Lohnzahlung auf sechs Monate verteilen, und nicht für November die Hilfe einstellen. Vom Einkommen werden 30% freigelassen.

Wie man nun die beiden Systeme zusammenbringt, weiß ich nicht.

Also ich persönlich würde den job nicht annehmen, weil ich mir mehr Komplikationen als finanziellen Vorteil davon versprechen würde. 

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die EM-Rente zurecht besteht und dass Du nicht dauerhaft zu so viel Arbeit in der Lage bist. Falls doch, und falls Du die den job als Möglichkeit des Wiedereinstiegs sehen solltest, wäre das natürlich anders zu bewerten.

Alternativ wäre ein Minijob (450,-€-Basis) zu empfehlen, der bzgl. der EM-Rente anrechnungsfrei wäre und wovon Dir beim Sozialamt 30% belassen werden. 

Falls hier niemand kommentiert oder noch antwortet, so prüfe bitte die Infos noch durch andere Quellen. Ich bin keine Fachfrau.

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Du ahnst ja schon, dass die Sache knifflig ist. Allgemein ist es so, dass von Seiten des Sozialamts eine einmalige Einnahme auf sechs Monate aufgeteilt wird, und dann gibt es ja den Einkommensfreibetrag von 30%. Dieser Freibetrag gilt nicht auf die gesamte Einnahme, sondern der Freibetrag wird gedeckelt bei 50% des geltenden Regelsatzes (zur Zeit 409 : 2 = 204,50).

Ist das Einkommen aus einer abhängigen Beschäftigung (= Arbeitnehmer) oder aus einer Selbstständigkeit? Ist es aus selbstständiger Arbeit, hast Du ja auch Ausgaben, um das Einkommen zu erzielen. Das weist Du dann nach in einer Gewinn- und Verlustrechnung mit Belegen. Was an den Ausgaben anerkannt wird, richtet sich nicht nach den Anerkenntnissen des Finanzamtes. Bei Sozialtransfer ist man oft kritischer, welche Ausgaben als notwendig anerkannt werden. - Bei abhängiger Beschäftigung hast Du möglicherweise als zusätzliche Ausgabe Fahrgeld.

Wird die einmalige Einnahme also rechnerisch vom Sozialamt aufgeteilt, ist es erheblich günstiger für Dich.

Hier eine gute und umfangreiche Info von Harald Thome':

Zweites Buch Sozialgesetzbuch - SGB II
Fachliche Weisungen
§§ 11-11b SGB II
Zu berücksichtigendes Einkommen

http://www.harald-thome.de/fa/harald-thome/files/sgb-ii-hinweise/FH-11---18.08.2016.pdf
(links das Inhaltsverzechnis, Du weißt vielleicht: wenn Du aufs Mausrad drückst, geht für den Abschnitt ein neues Fenster auf)

.

Weil Du EU-Rente beziehst, könntest Du möglicherweise von der Seite Unannehmlichkeiten bekommen. - Liesdiese Diskussion im elo-Forum, dort wird darauf hingewiesen:

Wenn du Eu-Rente beziehst und anfängst dazuzu verdienen, musst du das der DRV melden und die kann (wird wahrscheinlich)dich zum Gutachter schicken.“

Zuverdienst bei Grundsicherung
https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/52374-zuverdienst-grundsicherung.html

.

Wenn Du diese Sache im Sozialamt oder bei dem Rententräger besprechen / klären willst, geh nicht allein hin, sondern lass Dich begleiten von einem erfahrenen Beistand / Ämterlotsen (dazu geich mehr).

.

Bezüglich der Schulden hast Du vielleicht schon an eine Schuldnerberatung gedacht. Weil sich diesbezüglich viele unseriöse auf dem Markt herumtummeln, empfehle ich, diesbezüglich nachzufragen bei einer
sozialberatung
und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls er klein ist).
Dir werden so (behördenunabhängige) Beratungsstellen gezeigt wie die Diakonie / Diakonisches Werk, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Vereinbare einen Beratungstermin.

Wohnst Du in Hamburg, geh zur Öffentlichen Rechtsauskunft und Vergleichsstelle (ÖRA) in der Dammtorstraße. Da bekommst Du fachkundigen Rat von ehrenamtlich arbeitenden Anwälten, Richtern und Fachbeamten. Diese halten sich an die Schweigepflicht genauso wie frei praktizierende Rechtsanwälte. - Und falls erforderlich, setzen sie auch Schreiben für Dich auf oder schreiben direkt an die Gegenseite. - Google dazu mit
öra hamburg dammtorstraße

.

Falls es zu einer Kontopfändung kommen könnte, ist es empfehlenswert, vorsorglich beim Geldinstitut das Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen. Hier eine Info von der Verbaucherzentreale:

Das P-Konto als Schutz vor Kontopfändung
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/kredit-schulden-insolvenz/das-pkonto-als-schutz-vor-kontopfaendung-5944

Für weitere Infos, die wichtig sind zu wissen, google mit

p konto info

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cyracus 12.10.2017, 23:45

Vorsorglich meine Hinweise für Arbeitslose, Aufstocker und Grundsicherungsbezieher - Du wirst leicht erkennen, was
auf Deine Situation zutrifft, hier auch meine Infos zu Ämterlotsen:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände /
Ämterlotsen / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen. In Hamburg
z.B. bietet die Diakonie Begleitung durch Ämterlotsen an.

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