Einkommensteuer für selbständige Hartz IV Empfänger

2 Antworten

Also nach Deinen Ausführungen nehme ich an, dassIhr Eure Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung selbst macht.

  • Ihr habt eine GbR?

  • Ihr zahlt Euch "Gehälter"?

Also bei einer GbR, die eine Personengesellschaft ist, gibt es keine Unternehmergehälter (das ist nur bei einer Kapitalgesellschaft möglich, die eine eigene Rechtspersönlichkeit hat).

Der Gewinn ist der Unterschied zwischen Betriebseinnahmen und -ausgaben, wenn Ihr eine ÜBerschaussrechnung macht, oder das Ergebnis der GuV bei der Bilanzierung. Die Entnahmen, die ihr Euch monatlich als vorab auf den Gewinnanteil entnommen habt, sind in der Gewinnermittlung nicht relevant.

Für die Feststellung des Anteils (im steuerlichen Sinn) ist die Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte für die GbR abzugeben (zusammen mit Gewerbesteuererklärung udn Umsatzsteuererklärung).

Der entsprechende Anteil den jeder nach dieser Erklärung zugerechnet bekommt, ist dann in die einkommensteuererklärung zu übernehmen. Der gesammte ALG II breich hat hier keinerlei Einfluss.

Dann zu den Investitionen.

Was habt ihr investiert? Sachanlagen kann/muss man auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. Kosten sind nur sehr selten udn unter ganz bestimmten Umständen als Aktive Rechnungabgrenzung auf mehrere Jahre zu verteilen.

Unter der Voraussetzung, das der Gewinnanteil für jeden wirklich 10.936,- ist (ich habe da etwas Zweifel, weil ich -entschuldigt bitte- Eure Fachkenntnis auf dem Gebiet nicht so hoch empfinde), dann ist das noch nicht der Betrag mit dem man in der Tabelle abliest.

Ich komme bei einem Gewinn über 10.936 auf eine Steuer von 623,- Euro für 2008.

Ob das Geld Cash vorhanden war, oder von Euch in Sachanlagen investiert wurde, ist dabei egal.

Ausserdem komme ich mit Deinen Zahlen nicht klar. auf der einen Seite sagst Du, ihr habt Euch jeder 300,- Euro monatlich genommen, also 3.600,- pro Person, oder 7.200,- insgesamt, dann wieder ihr habt insgesamt nur 4.500,- entnommen.

Aber selbst bei 7.200,- entnahmen und einem Gewinne von fast 22.000,- müßte ja eine ganze Menge investiert worden sein. Was? und sind die Abschreibungen dafür abgezogen?

Erst einmal besten Dank für die Antworten,

nun - natürlich lagen die Entnahmen deutlich niedriger. Anfang des Jahres konnten wir gar nichts entnehmen, später zahlten wir dann 250 Euro pro Person monatlich, dann 300 Euro zum Ende des Jahres hin.

Was mir am meisten Kopfschmerzen bereitet, ist die Sache mit Hartz IV. Bei Selbständigen werden nach dem Freibetrag von 100 Euro noch 20% der Mehreinnahmen zugelassen. Im Fall von 300 Euro macht das 100+40 Euro - ergo wurden uns 160 Euronen von den ARGE Leistungen gekürzt. Wenn nun die Entnahmen nicht als gewinnmindernd in der GuV aufgeführt werden dürfen kämen also 4500 Euro Gewinn hinzu. Sehe ich das richtig?

Bei den Abschreibungen und Investitionen handelt es sich neben einem Firmenwagen um diverse Foto- und Videoausrüstungen und PC's. Diese habe ich in der Gewinnermittlung auf 5 Jahre abgesetzt.

Nehme ich also die Privatentnahmen ganz aus der GuV heraus und rechne 1233,25 Euro als Abschreibung, dann bliebe ein Gewinn nach Steuern (abgeführter Umsatzsteuer) von 21872 Euro, also ein Gewinn pro Gesellschafter von 10936 Euro.

Mir ist natürlich schon bewusst, dass wir uns keine "Gehälter" im eigentlichen Sinn bezahlt haben, ansonsten hätten wir in eine andere Rechtsform wechseln müssen. Aber natürlich wollte die ARGE, dass wir uns etwas bezahlen, ist ja auch Ziel der Unternehmensgründng gewesen, in die finanzielle Unabhängigkeit zu kommen. Basierend auf diesen Zahlen, wie würde sich die Einkommensteuer berechnen? Ich bin Single, mein Geschäftspartner verheiratet.

Beste Grüße Olil

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