Einkommensteuer 4 mal höher da tlw Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit?

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2 Antworten

Mit Deiner Logik wirst Du da nicht weiterkommen.

Eine ESt incl. Soli von 1715,- Euro ergibt sich bei einem Einkommen von 15.900,- Euro laut Steuertabelle 2016.

Von Deinem Lohn werden wohl ca. 7.000,- zu versteuern sein, dazu die 9.000,- Gewinn aus der Selbständigkeit, ergibt 16.000,- Euro Einkommen.

So gesehen paßt es doch.

Ich würde trotzdem (wenn man so geringe Kenntnisse hat) von einem Steuerberater prüfen lassen und ggf. einen Änderungsantrag stellen.

Hattest Du während der Selbständigkeit keine KV-Kosten?

dannick 21.08.2017, 18:44

Vielen Dank fuer deine schnelle Antwort.

Ja, ich hab es wohl etwas zu einfach gesehen. Es überrascht mich trotzdem, dass es so einen großen Unterschied macht, ob ich Lohnsteuer auf Einkommen aus Angestelltenverhältnis zahle, oder Einkommensteuer auf Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit.

Ich hatte KV-Kosten, aber da ich seit der Selbstständigkeit im Ausland bin, fallen die eher gering an. Könnte ich die absetzen?

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Brigi123 21.08.2017, 19:00
@dannick

Ja, KV-Kosten gibt man in der Anlage Vorsorgeaufwand an. Was sich steuerlich aus dem Auslandsaufenthalt ergibt, weiß ich nicht. Ich bin keine Steuerberaterin, aber ich glaube, Du brauchst wirklich eine!

Nochmal zu Deinem Unverständnis: Hättest Du das ganze Jahr angestellt gearbeitet, so hättest Du auch weiter monatlich Deine 78,_€ Steuern gezahlt. Und vom Lohn gehen ja die ganzen Sozialbeiträge ab (RV, AL,KV, Pfl.). Das mindert das zu versteuernde Einkommen.

Vom Gewinn hat man diese automatischen Abzüge ja nicht, deshalb bleibt mehr als zu versteuerndes Einkommen übrig. Bei mir wird nur die KV abgesetzt, die Altersvorsorge nicht wegen Höchstgrenzen.

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dannick 22.08.2017, 14:53
@Brigi123

Danke, Brigi123, ich verstehe meinen Denkfehler nun. Bzw, ich wusste ja, dass ich zu einfach denke, war nur von dem Ausmass ueberrascht. ;)

Ich werde versuchen (nach Moeglichkeit zusammen mit einem Steuerberater) soviel wie moeglich von der Steuer abzusaetzen.

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Wenn Sie 6 Monate laufenden Arbeitslohn bezogen haben, dann wurden auch nur für diese Zeit Lohnsteuer und Soli (ggf. Kirchensteuer) vom Arbeitgeber einbehalten und abgeführt.

§ 38a Abs. 3 S.1 EStG

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__38a.html

Der Grenzsteuersatz knapp über dem Grundfreibetrag beträgt rund 14%.

9.000 € Mehrverdienst x 14% = 1.260 € + 470 € auf Lohneinkünfte = 1.730 €

dannick 22.08.2017, 14:49

Ja, nur richtet sich der Lohnsteuersatz nach dem Lohn, den ich bekommen haette, wenn ich das ganze Jahr fuer diesen Lohn gearbeitet haette. Nach Lohnsteuerausgleich haette ich also fast die komplette Lohnsteuer zurueck bekommen, wenn es bei dem Einkommen geblieben waere. Deswegen dachte ich, dass ich ungefaehr bei pluminus Null rauskomme, wenn ich durch den Mehrverdienst als Freiberufler den fuer die Festsetzung der Lohnsteuer angenommenen Jahresbetrag dann auch tatsaechlich verdiene.

Wie dem auch sei, war sehr blau-aeugig gedacht, wie ich nun merke und verstehe. Knackpunkt war, wie von Brigi123 angemerkt, dass natuerlich keine Sozialbeitraege von dem Einkommen aus selbststaendiger Taetigkeit abgehen, dass zu versteuernde Einkommen bei gleichem Brutto also hoeher ist.

Hinzukommt, dass der Steuersatz ziemlich steil von 0% auf zB die 14% ansteigt sobald Einkommen steuerpflichtig wird, da machen 1000 EUR mehr Einkommen im Jahr schon locker 500 EUR mehr Einkommensteuer aus. Das hatte ich so nicht im Blick.

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Valeskix 22.08.2017, 16:41
@dannick

Zum Verständnis:

Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer und besteuert das Einkommen natürlicher Personen anhand der sog. sieben Einkunftsarten (§ 2 Abs. 1 S.1 Nr. 1-7 EStG, §§ 13-24 EStG, § 36 Abs. 1 EStG).


Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der Einkommensteuer bei Arbeitnehmereinkünften und wird auf diese angerechnet (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 a) EStG i.V.m. § 38 Abs. 1 EStG).

Der Lohnsteuerabzug richtet sich selbstverständlich nur nach den vom Arbeitgeber erhaltenen Bezügen und nicht nach dem, was man sonst noch an Einkünften hat.

Bei anderen Einkunftsarten bzw. steuererhöhenden Umständen verzichtet der Fiskus nämlich keineswegs auf Vorableistungen. Diese heißen lediglich Vorauszahlungen und sind - sofern nicht geringfügig - vom Steuerpflichtigen zu entrichten (§ 37 Abs. 1 S.1, Abs. 5 EStG).

Das Finanzamt hat deshalb keine Vorauszahlungen festgesetzt, weil Sie keine (korrekten/zu niedrigen) Angaben zum voraussichtlichen Gewinn gemacht haben oder sich ein besseres Ergebnis als erwartet eingestellt hat.

Die (abzugsfähigen) Sozialversicherungsbeiträge, welche Sie zusätzlich hätten zahlen müssen, um auf "Steuer Null" zu kommen, können Sie sich ja schnell überschlagen:

Ihr zu versteuerndes Einkommen lt. Bescheid abzgl. dem Grundfreibetrag 2016 (8.652 €).

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