Ein Elternteil ist Mitglied einer Erbengemeinschaft. Kann ich das Haus der Erbengemeinschaft deshalb steuerfrei kaufen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es geht bei der Fragestellung mit dem fehlenden Sachverhalt (z. B. Immobilienwert, Anteile in der Erbengemeinschaft) arg durcheinander, nämlich Grunderwerbsteuer (Befreiung oder nicht) und Schenkungsteuer (Freibetrag € 400.000 versus kaufen) und dann noch "denken, gelesen zu haben".

Du bist (noch) nicht Partei der Erbengemeinschaft bzw. deren Auseinandersetzung, sondern kommst vielleicht erst nach der Auseinandersetzung an die Reihe. Bei der Auseinandersetzung würde zunächst Dein Vater der alleinige Eigentümer werden können. Er muss einen(!) notariellen Vertrag mit seinen beiden anderen Verwandten schließen und dabei überlegen, was die ihm auf Basis des aktuellen Verkehrswertes schenken oder verkaufen (oder gemischt) wollen.

Nach dem Eigentumsübertrag auf Deinen Vater kommt in der zweiten Phase die Übertragung an Dich, ebenfalls mit den Varianten Schenkung, Kauf oder gemischte Schenkung in einem(1) notariellen Vertrag.

Vielleicht hilft Dir hier noch ein Steuerberater bei Kenntnisgabe von mehr Details einen optimaleren Weg zu beschreiben. Der Zeitbedarf liegt bei 2 - 3 Monaten.

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Also ich würde hier unbedingt einen Steuerberater empfehlen.

Evtl. kommt ja noch Einkommensteuer für den Vater für die erworbenen Anteile dazu, wohingegen bei Veräusserung durch die Erben direkt an den Fragesteller gemäss des Anschaffungsdatums des Erblassers dies wohl entfallen würde.

Dann stellt sich noch die Frage nach Kettenverträgen und Gestaltungsmissbrauch, denn der Vater will ja wahrscheinlich nicht seine Geschwister auszahlen, sondern es will eigentlich der Fragesteller direkt von allen 3 Erben kaufen.

Dann gibt es wohl noch das 94/6-Modell, und evtl. Vieles mehr, was man steuersenkend anwenden könnte bei der Gestaltung.

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Super, so viele Hinweise. Danke!

Fällt die Einkommensteuer nicht auf Verkaufsgewinne und z.B. Mieteinnahmen an? Und somit auch nicht, wenn das Haus zum gleichen (kein Gewinn) oder niedrigeren (Schenkungsteuer) Preis verkauft wird, oder?

Kann es also passieren, dass das Finanzamt uns nach Unterschreiben eines Auseinandersetzungsvertrag und Verkauf in direkter Erbschaftslinie Gestaltungsmissbrauch vorwirft? Könnte das auch selbst dann passieren, wenn ein Notar den Vorgang so absegnet?

Wie sieht es aus, wenn ich den Verkaufsvertrag zeitlich versetze? Also wenn das Haus zum Beispiel ein Jahr im Besitz des Vater verbliebe?

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@future22

Ein Steuerberater könnte diese Varianten passgenau durchrechnen und Euch vorallem beraten. Aber bei einer Hütte mit einem Verkehrswert von - sagen wir - € 300.000 lohnt der Aufwand vielleicht gar nicht und wenn der Vater kein Geld zur Erbauseinandersetzung hat, wird es auch nicht einfacher. Aber die genauen Details hast Du hier absichtlich nicht offengelegt. Daher kommen auch nur mögliche Szenarien und Ratschläge.

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@LittleArrow

Naja, z.B. 6% von 300.000,-€ wären 18.000,-€ Grunderwerbssteuer. Wenn man die drücken oder evtl. ganz vermeiden kann, würde sich der Steuerberater wohl schon lohnen.

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Von welcher Steuerart ist denn überhaupt die Rede?

Ich unterstelle jetzt mal dies: Das Grundstück gehört einer Gemeinschaft von vier Leuten und ein Leut davon ist deine Mutter und der Rest weit entfernte Verwandte, und du willst das ganze Grundstück kaufen.

Dann gilt für die Grunderwerbsteuer:

Ein Viertel ist steuerfrei, da du in grader Linie mit deiner Mutter verwandt bist.

Die 400.000,00 Euro Freibetrag sind aus der Schenkungsteuer, aber du willst dir ja das Haus nicht schenken lassenö, sondern es kaufen.

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Ja genau. Die EG besteht aus Onkel, Tante und Vater. Zur Debatte stehen ein Grundstück und das sich darauf befindende Haus. Ich dachte nur gelesen zu haben, dass der Eigentumsübergang in einer Auseinandersetzung steuerfrei ist. Und der Verkauf in direkter Erbschaftslinie ebenfalls. Das macht zweimal steuerfrei bis in meine Hände, oder nicht?

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@future22
Ja genau. ------> ???

In der Antwort war von der Mutter die Rede, nicht vom Vater.

steuerfrei ist.

Bislang haben wir schon zwei Steuerarten identifiziert, die in Frage kommen könnten.

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@LittleArrow

Eine dritte könnte auch dazukommen. Wir wissen ja nicht, wie lange das Grundstück schon im Familienbesitz ist und wie es genutzt wurde.

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Gab es da nicht das 94/6- Modell?

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@Andri123

Gibt es. Der Vater (!) müsste 6% zurückhalten, dann fiele keine Grunderwerbsteuer an. Nach einer Schamfrist von 5 Jahren kann der Vater die restlichen 6% verkaufen, ohne dass Grunderwerbsteuer anfällt (grade Linie).

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Ich habe noch nie gehört, das eine EG Verwandte hat.

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Da ich mit meinen Eltern verwandt bin, bin ich ja um eine Generation auch mit der Familie meiner Eltern verwandt. Aber korrekt ist natürlich, dass eine EG nicht nur aus direkter Elternfamilie bestehen kann...

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@future22

Grunderwerbsteuer fällt nicht an wenn man in gerader Linie verwandt ist (Großeltern, Eltern, Kind). Bei allen anderen Verwandtschaftsverhältnissen fällt diese an (Onkel, Tanten, etc.)

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