Eigentumswohnungen und auf einmal arbeitslos

3 Antworten

Die von Dir beabsichtigten Käufe scheinen mir bezüglich der Finanzierung auf sandigem Boden zu stehen:

Fangen wil mal mit dem Eigenkapital an, das für den beabsichtigten Wohnungskauf eingesetzt werden soll. Da insofern nichts erwähnt wird, habe ich die Befürchtung, dass da auch nicht viel ist. Es soll also offenbar eine 100%-Finanzierung durchgeführt werden. Ob man das überhaupt durchbekommt, ist mehr als fraglich, insbesondere im Hinblick auf die Befristung der Tätigkeit.

In jedem Falle aber würde eine Vollfinanzierung das Risiko enorm erhöhen, denn innerhalb von 10 Jahren getigt werden die Darlehen ja wohl kaum. Du stehst also in 10 Jahren mit einem enormen Schuldenberg da.

Du siehst die Dir drohende Gefahr für Dich in erster Linie von der Arbeitsagentur kommen. Fangen wir damit mal an: Selbstgenutztes Wohneigentum in angemessener Größe braucht sich der ALG 2-Empfänger nicht anrechnen zu lassen auf seine Leistungen (§ 12 III 1 Nr.4 SGB II). Deine eigene Wohnung würde sozialrechtlich nicht angetastet, die von Deinen Eltern bewohnte Wohnung schon. Die müßtest Du wohl veräußern.

Viel weniger als das Sozialrecht beweist das Zivilrecht Feinfühligkeit. Meint: Deine Bank wird auch für Deine eigene Wohnung Zins und Tilgung pünktlich sehen wollen und ansonsten zur Tat, resp. Zwangsversteigerung, schreiten. Wo aber hernehmen? Die Arbeitsagentur bezahlt Dir das nicht. Du wirst die zweite Wohnung bei Arbeitslosigkeit ebenfalls verlieren.

Sowas hab ich mir schon gedacht. Nein Eigenkapital bekäme ich aber von meinen Eltern für den Kauf derer Wohnung (könnte man die denn bei Arbeitslosigkeit nicht an seine Eltern "überschreiben"?) Wäre die andere Variante, Geld ansparen und Eigentum kaufen mit dickem Eigenkapital besser? Und wenn man bei Arbeitslosigkeit an sein Erspartes muss? Auch blöd....

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@kralli83

"Auf die Eltern überschreiben" wäre im Falle des Falle sehr schlecht, denn das würde Dir als benachteiligende Schenkung angelastet. Da sollen Deine Eltern ihre eigene Wohnung doch lieber selber kaufen. Dann können sie wenigstens ruhig schlafen!

Deine zweite Idee ist natürlich sehr gut. Je mehr Eigenkapital, dest größer die Sicherheit. Und das Argument mit dem Ersparten: Das wäre ohnehin "weg", da es auf den Alg2-Anspruch größtenteils angerechnet würde. Da ist die Wohnung doch besser, denn die bleibt anrechnungsfrei.

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@Privatier59

Also besser ansparen und dann kaufen bevor die Arbeitsfrist ausläuft bevor das angerechnet wird? Das wäre auch echt gut, wenn man die Miete die man jetzt ohnehin spart, in eine ETW stecken würde...hmm...da besteht wohl noch echt Abwägungsbedarf bei mir...

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Wenn die eigene Wohnung angemessen ist (sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer Kosten) muss sie nicht veräußert werden.

Hinsichtlich der vermieteten Wohnung gilt: Die Vermietungseinkünfte sind Einkommen, das auf den Grundbedarf angerechnet wird. Wenn es hoch genug ist, kannst du u. U. von der Miete leben und benötigst gar kein Heart'sFear mehr bzw. hättest keinen Anspruch mehr darauf. Anderenfalls, insbesondere wenn die Vermietung nicht wirtschaftlich ist, hättest du die Pflicht, die vermietete Wohnung zu verkaufen und den Verkaufserlös vorrangig zur Deckung des Lebensbedarfs zu verbrauchen, bevor du Leistungen vom Amt beanspruchen dürftest.

Ja das Risiko besteht, dass es so passiert wie Privatier schreibt.

Allerdings kann ich zum einen nicht erkennen, wie er aus deinen paar Zeilen eine Eigenkapitalsituation herleiten will.

Zum anderen kann heutzutage ja fast jeder arbeitslos werden. Demnach dürfte es dann ja ( außer es besteht ein gewisses Vermögen) keine Eigentümer mehr geben. Wenn man die Wohnung verlieren würde, müsste man sie halt verkaufen, und wieder zur Miete wohnen. Das wäre dann die Situation wie sie jetzt ist und wie sie auch bleibt, falls man sich jetzt entscheidet kein Eigentum zu erwerben.

Sicher ist nur der Tod :) Also mach das für dich beste draus.

Ja da hast du Recht, was ist schon sicher heutzutage. Risiko hat man immer, das steht fest! Ich versuche mich möglichst umfassend über alles zu erkundigen und mir sicher zu sein, bevor ich eine Entscheidung treffe. Danke für deine Antwort, ist echt wahr! ;)

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@kralli83

Ja das ist auch richtig, so viele Informationen einzuholen. So würde ich es auch machen. Ich scheue das Risiko auch eher. Allerdings ist es irgendwann nicht möglich die Dinge zu planen und auch nicht mehr unbedingt rational.

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