Eigentumswohnung geerbt. Soll ich versuchen sie selbst zu verwalten oder es abgeben?

4 Antworten

Ist Dein Wohnsitz in Hamburg und die Wohnung in Freiburg?

Dann vergiss die Selbstverwaltung sofort.

Wenn Du im gleichen Ort lebst, dann kannst Du es eventuell überlegen, aber ich halte es für unpraktisch, insbesondere, wenn es sich um eine Wohnung in einer Wohnanlage handelt.

Professionelle Verwalter haben Erfahrungen und brauchen nur wenig Zeit, halten Dir Ärger vom Leib.

Stell Dir vor, Du liegst auf Gran Canaria in der Sonne udn der Mieter ruft an, weil ein Wasserrohrbruch ist.

subonaut:

Empfehluing: Bevor du dich für eine Kompetenzverlagerung an den derzeitigen Verwalter der Wohnanlage (oder Reihenhäusern aufgeteilt in Wohnungseigentum) entscheidest, schau dir die Protokolle der Wohnungseigentümer-Versammlungen der letzten drei Jahre an. Wie hat er gearbeitet (Sorgfalt, Beschwerden, Durchsetzung von Aufgaben ,Führung von Prozessen etc)

Besuch die nächste Versammlung, führe Gespräche mit Miteigentümern, mach dir selbst ein Bild.

  1. Räumliche Nähe: Kannst du nicht schnell und regelmäßig nach dem Rechten sehen oder auf Mieterangelegeheiten zeitnah reagieren, ist von einer Selbstverwaltung dringend abzuraten: "Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch". Da sind telefonische Beschwerden, Reklamationen der Nachbarn, überteuerte Handwerkerrechnungen oder nachlässiger Umgang mit dem Mietgegenstand fast schon vorprogrammiert :-O

  2. Sachkenntnis: Vertragsrecht, Mietrecht und eine ordentliche Betriebskostenabrechnung ist ein Minenfeld, dass in fachliche Hände gehört, mindestens aber ein fachkundige Begleitung (Haus & Grund) erfodert. Manch einer überschätzt sich da maßlos oder ärgert sich über Abmachungen oder Vertragsinhalte, die mit unwirksamen Klauseln einen erheblichen finanziellen Schaden ergeben.

  3. Rendite: Nur eine durchgehend vermietbere ETW ohne Investitionsbedarf (Dach, Dämmung, Heizungsanlage, Strom-, Wasser-, Abwasserinstallation) sichert dir eine Rendite oberhalb der eine Anlageform am Kapitalmarkt (Aktienfond). Davon sollte man sich vor Ort überzeigen und fachlich begleiten lassen. Kann man nur einen der Faktoren nicht zuverlässig prognostizieren, wäre ein Verkauf die lohnendere Alternative. Zumal die Kosten der Hausverwaltung, Rücklagen für Investitionen in Gemeinschaftsflächen resp. Sondereigentum u. v. m. den Ertrag schmälern. So muss mein Schwager für die Repartur und Instandsetzung einer Gargenanlage mit störanfälligen automatischen Hubbühnen, Feuerschutztüren, Schranke sowie Anwaltskosten jährlich 6.750 EUR aufwenden - prüfe also unbedingt die Protokolle der ETV und Abrechnungen der HV der letzten Jahre, um auch diesen Aufwand zu kennen.

  4. Eigene Pläne: Wollte man die Wohnung einmal selbst oder für Angehörigen nutzen, kann man dies bei der Rentabilitätsberechnung natürlich einfliessen lassen und sie trotzdem behalten wollen.

G imager761

Was möchtest Du wissen?