Eigentumswohnung als Mieter bei Zwangsversteigerung kaufen?

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4 Antworten

Susanne:

Die ETW kann nur verkauft werden, wenn alle Miteigentümer mitwirken oder sich durch einen Vertreter durch eine öffentlich beglaubigte Vollmacht vertreten lassen.

Die Gläubigerbank kann zwar die Zwangsverwaltung und auch die Zwangsversteigerung veranlassen, nicht jedoch den Verkauf bewirken.

Kommt es zur Zwangsversteigerung, gibt das Vollstreckungsgericht bei einem unabhängigen Gutachter die Wertschätzung in Auftrag. Diese kannst du bei Gericht einsehen.

Dein momentan wichtigster Ansprechpartner ist der Vertreter der Gläubigerbank. Du kannst auch klären, ob du die Belastungen zur Belegung des Steigpreises übernehmen kannst. Dann würde die Bank dem Vollstreckungsgericht gegenüber eine sog. Liegenbelassungserklärung abgeben.

Bevor du erwirbst, muss für dich absolut klar und sichergestellt sein, dass keine weitere Forderungen (außer Grunderwerbsteuer) auf dich zukommen (z. B. rückständ. Hausgeld, Grundsteuer. öffentl. Abgaben etc.).

Positiv dürfte sein, dass du nicht die Katze im Sack erwirbst, sondern das Objekt zur Genüge kennst und es auch von einem Sachkundigen (auf evtl. Macken) überprüfen lassen kannst.

Bietinteressenten und Neugierige brauchst du nicht in die Wohnung zu lassen, mit Ausnahme des Zwangsverwalters und der Eigentümer.

Viel Erfolg.

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  • wenn ihr schon von der Bank ein Angebot hattet, dann wendet euch doch an die
  • wendet euch an die, die die Zwangsversteigerung treiben
  • Miete? Die wird weg sein bzw. kein Thema beim Kauf, denn wer auch immer die Miete kassiert hat, den interessiert das jetzt beim Verkauf jetzt nicht mehr

Wieviel idR eine Wohnung bei einer Zwangsversteigerung kosten wird? Das kann keiner sagen. Das ist ja das unkalkulierbare bei Versteigerungen. Wenn beim Gericht das Objekt offiziell zur Versteigerung ansteht, wird auch ein Preis genannt. Nur: je länger ihr wartet, desto weniger Einfluss habt ihr auf den Prozess.

Ich würde die Wohnung selbst schätzen (lassen), den Markt prüfen und dann aktiv ein Max-Angebot formulieren. Damit kann man dann verhandeln.

Bis zur Versteigerung warten ist riskant, wenn viele Interessenten erscheinen. Dann wird der Preis nach oben getrieben. Und den Ausgang kennt man nicht.

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Kommentar von SusanneSusanne
25.06.2013, 17:24

Uns wurde damals erklärt, die Wohnung kann so lange nicht regulär verkauft werden, solange der Eigentümer nicht zustimmt und somit muss scheinbar die ganze Sache über den zwangsvollstreckungsweg laufen. Seh ich das richtig? Der Preis von damals wäre jetzt sicher auch unrealistisch, da der Markt seitdem bei uns um 40% gestiegen ist. Ist also der Versuch regulär zu kaufen besser als auf die Versteigerung zu warten? Nachfrage ist recht hoch im Moment.

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Geht noch mal zur Bank und fragt ob ihr die Wohnung für das erste Angebot kaufen könnt. Der Preis scheint ja wirklich gut zu sein. Die bezahlte Miete haben die Eigentümer gehalten. Offensichtlich reicht sie aber nicht aus, um Zins und Tilgung damit zu bezahlen. Wenn euch die Wohnung gefällt, sollte ihr schnell handeln. Auf die Versteigerung würde ich mich bei diesem Preis nicht einlassen. Natürlich hängt dies auch von der Lage der Wohnung ab und ob ihr euch das leisten könnt.

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Kommentar von SusanneSusanne
25.06.2013, 17:20

Uns wurde damals erklärt, die Wohnung kann so lange nicht regulär verkauft werden, solange der Eigentümer nicht zustimmt und somit muss scheinbar die ganze Sache über den zwangsvollstreckungsweg laufen. Seh ich das richtig?

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Wie würdet ihr vorgehen?

Bei dieser Situation gibt es keine Alternative als mit zu steigern.

Was ist mit den bisher gezahlten 15.000€ miete? Wem gehören die im moment?

Jedenfalls nicht Euch als Mieter. Die werden vom Zwangsverwalter eingezogen und nach Abzug der Auslagen an den Gläubiger ausgekehrt.

Ist es auch richtig, dass wir Interessenten nicht reinlassen müssen, wenn besichtigungsbedarf besteht? (Wäre ein Vorteil für uns?)

Da muß man unterscheiden: Wenn ein Interessent unmittelbar anfragt, hat er kein Besichtigungsrecht. Wenn aber der Vermieter anfragt oder in dessen Vertretung der Verwalter sieht das anders aus.

Ob es ein Vorteil für Euch wäre, Interessenten abzuweisen? Es gibt doch ein Wertgutachten beim Amtsgericht und da können die Interessenten sich auch informieren.

Wieviel kostet in der Regel eine solche Wohnung bei der zwangsversteigerung?

Das ist die 1-Million-Dollar-Frage. Wenn das Angebot so interessant ist, dass sich etliche Interessenten gegenseitig hochsteigern, dann könnt Ihr das mit dem billigen Erwerb vergessen. Falls nicht, könnte es funktionieren. Dank Eurokrise sind Immobilien aber derzeit so begehrt, dass ich die Chancen auf ein Schnäppchen als minimal ansehe.

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