Eigenen sich Rentenindexfonds als sichere Anlage?

4 Antworten

Indexfonds (ETFs) sind passive Abbildungen von Indices und reflektieren damit die Risiken der entsprechenden Indices plus die eines Fonds plus ggf. die eines swap-basierten ETF, sollten Swaps eine wesentliche Rolle dabei spielen.

Ein Rentenindex ist auch kein sicheres Investment. Sicher würde ich ein Investment bezeichnen, wenn dieses einen kontinuierlichen Wertzuwachs bietet (z.B. festverzinsliche Papiere). Auch ein REXP kam von 400 Punkten im Okt 2010 auf 380 Punkte Ende Q1 dieses Jahr zurück. Das sind immerhin 5%, d.h. man hätte durch einen Indexfonds 5% verloren.

Egal ob nun einen iBoxx Global Inflation-linked Index, iBoxx Euro High Yield Bond Index, EUROMTS Inflation-Linked Index oder ein Bund-Future Tracker - alle haben Schwankungen. Schwankungen = nicht "sicher".

Es kommt daher auch darauf an, den richtigen Rentenindex zu wählen und zu prüfen, ob die Schwankungen dieses Index zu Deinem Anlageziel passen. Anleihen welcher Art auch immer sind nicht sicher. Sie haben eine vielleicht geringere Volatilität als Aktien, sind jedoch nicht konstant steigend.

Betrachtet man rückwirkend die Entwicklung verschiedener Anlageklassen und Portfoliostrategien, so stellt sich sogar heraus, daß ein reines Rentenportfolio schlechter performt als ein Rentenportfolio mit einer Aktienbeimischung. Sicher ist nur ein Bundesschatzbrief.

Ein kurzer Blick auf die Wertentwicklung sagt: nein! Sie sind als sichere Anlage vollkommen ungeeignet.

Wenn man dann darüber nachzudenken beginnt, dürfte es weniger geben, das zur langfristigen Anlage eher sicher anzulegenden Geldes ungeeigneter ist als ein Rentenindexfonds.

Konzentriere dich auf Vermögensverwalterfonds als Anlageklasse. Da kannst du auch Verluste machen aber als stabile Anlageform sind Sie hundert mal interessanter.

Bei Renten-ETFs gibt es mehrere Unsicherheitsfaktoren. Worauf beim Anleihe-ETF achten?

Welche Anleihen (insb. Emittenten, Restlaufzeiten) stecken da genau drin?

Während eine Anleihe bei Fälligkeit nach x Jahren zurückgezahlt wird (sofern der Emittent sich noch guter Zahlungsfähigkeit erfreut), wird das Anleihenportefeuille des ETF nahezu permanent angepaßt und es gibt keine Endfälligkeit des ETF.

In einem ETF mit 3-5-jährigen Anleihen sind immer und nur welche mit solchen Restlaufzeiten drin. Es gibt daher keine Endfälligkeit für diesen ETF. Daraus folgt, dass bei allgemeinem Kapitalmarktzinsanstieg (gegenüber heute) der ETF-Wert unter 100 % sinkt und eben nicht in 3-5 Jahren sich wieder den 100 % nähert. Der ETF-Wert wird erst dann wieder 100 % erreichen, wenn sich künftig das Zinsniveau dem heute gültigen wieder angenähert hat.

Anders bei einem ETF mit Unternehmensanleihen (ohne Laufzeitspektrum!): Dort sinkt zwar auch - vorausgesetzt das Anleiheportefeuille ist unverändert - der Kurswert bei einer Zinssteigerung, aber hier werden sukzessive fällig werdende Anleihen zu 100 % eingelöst und damit dann neue ausstehende zum dann gültigen Zinsniveau eingekauft. Dadurch paßt sich der ETF-Kurswert langsam an das aktuelle Zinsniveau für diese Anleihen an.

Neben der Kursveränderung infolge einer Kapitalmarktzinsanpassung kann es aber auch zu einer Kursveränderung durch eine bonitätsverursachte Zinsveränderung der beinhalteten Anleihen kommen (z. B. wenn der ETF nur aus Anleihen von bestimmten Ländern und/oder Branchen wie Automobil- oder Bankwerten bestehen würde).

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