Eigene Immobilie in jungen Alter

5 Antworten

Hallo Wertze85,

ob der Kauf einer Immobilie für Dich und Deine Freundin der richtige Weg ist, lässt sich so pauschal leider nicht beantworten.

Grundsätzlich solltet Ihr Euch nur dann eine Immobilie kaufen, wenn Ihr beide den Wunsch nach einem Eigenheim habt. Ihr bindet Euch finanziell für eine lange Zeit, so dass Ihr auch voll und ganz hinter dieser Entscheidung stehen solltet.

Aufgrund des derzeit sehr günstigen Zinsniveaus ist eine Finanzierung für viele Menschen auch mit geringem Eigenkapitaleinsatz realisierbar. Ihr solltet allerdings beachten, dass die meisten Banken wünschen, dass zumindest die bei einem Immobilienkauf anfallenden Erwerbsnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden sollten. Hierzu zählen die Grunderwerbsteuer (in NRW 5%), die Notar- und Grundbuchkosten (2%) sowie ggf. Gebühren für einen Makler.

Ich empfehle Euch ein Beratungsgespräch bei Eurer Hausbank oder einem unabhängigen Finanzierungsvermittler wahrzunehmen. So könnt Ihr zunächst einmal Euren Finanzierungsspielraum ermitteln und Euch berechnen lassen, ob sich der Immobilienkauf im Vergleich zur Mietzahlung für Euch lohnt.

Alles Gute und viele Grüße

Melissa, Interhy AG

Ich liebe Immobilienanlagen! Wenn andere Sonntag haben, schreibe ich Nebenkostenabrechnungen und eben während des Fußballspiels rief eine Mieterin an um mir mitzuteilen, dass seit 3 Tagen der Küchenabfluß verstopft ist. Aber bei Dir soll es ja nicht um eine Mietsache gehen, sondern um eine eigengenutzte Immobilie.

Mit der Immobiliensituation im Rheinland kenne ich mich etwas aus. Ich wohne in Köln. Daher darf ich mir das Urteil erlauben, dass man auch für 220.000 Euro hier kein schönes Einfamilienhaus bekommt und schon gar keins in guter Lage. Alte Bruchbuden am A... der Welt mag man vielleicht gerade noch für diesen Betrag ergattern können, müßte aber dann den gleichen Betrag für die Sanierung reinstecken. Für ein "schönes" EFH solltest Du mal die Vorstellungen verdoppeln, verdreifachen oder vervierfachen. Dann hat sich die Sache vermutlich erledigt.

Mit 15.000 EUR Eigenkapital kannst Du vermutlich noch nicht mal die Kaufnebenkosten voll bezahlen. Du stehst also beim Kaufpreis ohne eigenes Geld da. Nun sind 4.400 Euro Nettoeinkommen ja schon ein schöner Betrag. Wenn der Job bombensicher ist, wird da die finanzierende Bank großzügig sein, ob so großzügig, dass man Dir den Kaufpreis voll finanziert, wage ich dennoch zu bezweifeln. Ich würde eher noch etwas sparen.

Mit 15.000 EUR Eigenkapital kannst Du vermutlich noch nicht mal die Kaufnebenkosten voll bezahlen.

Ich hab damals eine 110%-Prozent-Finanzierung durchgekriegt. Kein EK, aber zwei gute Gehälter. Manchmal klappt das.

Ich würde eher noch etwas sparen.

Ooooch, doch keine Protzkarre?

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Ich rechne etwas anders, als viele, die hier geantwortet haben.

Die wirklich entscheidende Frage ist, ob Ihr die Kosten (das sind die Zinsen ohne Tilgung und die Bewirtschaftungskosten, die sog. Nettobelastung) auf Dauer aus Euren Einkommen decken könnt. Der Maßstab sollte sein die Miete, die Ihr für ein vergleichbares Haus zur Miete zahlen müsstet und auch würdet, die "Vergleichsmiete". Dabei darf die Nettobelastung (siehe oben) schon 10 oder 20 Prozent höher sein als die Vergleichsmiete. Es ist nämlich ein völlig anderes Lebensgefühl, wenn man in seinen eigenen 4 Wänden und auf dem eigenen Grundstück wohnt, als wenn man in einem Mietobjekt wohnt.

Ich habe die Tilgung herausgelassen, weil das ja Geld ist, dass man "in die eigene Tasche spart". Die Tilgung greift nur die Liquidität an, nicht die Solvenz (d.h. den Zustand des "nicht pleite Seins"). Die muss allerdings stets gegeben sein, sonst gibt's Ärger mit den Banken! Viele Finanzierungen scheitern daran, dass die Eigentümer sich übernehmen. Die Frage, in welcher kurzen Zeit die Immobilie bezahlt ist, ist vollkommen unwichtig. Wichtig ist die langfristige (siehe oben: "auf Dauer") Tragbarkeit der Belastung. Bei den gegenwärtigen Zinsen sollte die längstmögliche Zinsfestschreibung und die geringstmögliche Tilgungssatz (Tilgungsfreiheit über 10 Jahre sind üblich) gewählt werden.

Zum Objekt: Ich kenne Hamburg besser als Düsseldorf und in Hamburg gibt es für 220.000 Euro nichts, was man auch nur "als Eigenheim" in Betracht ziehen sollte. Unter 300.000 oder besser 350.000 Euro wird es hier nichts. Und die märchenhaften "Schnäppchen" mag es geben (Tipp: runtergekommene Häuser auf guten Grundstücken von Erbengemeinschaften), aber nur für Leute, die viel Zeit in die Recherche stecken. Mir ist das vor 24 Jahren gelungen und damals waren die Zinsen viel viel höher als heute. Aber, wichtig, alle Familienmitglieder wollten es und waren bereit, durch eigene Arbeit mitzuhelfen, wenn's eng wird, was dann nicht notwendig war. Jetzt sind wir heilfroh, dass wir es gemacht haben. Das Haus ist doppelt so viel wert als wir investiert haben. Die immer noch hohe Restschuld ist langfristig finanziert und kostet nur noch 3 Prozent. Damit sit die Belastung nur noch rund die Hälfte von dem, was wir, vorsichtig gerechnet, an Miete für solch ein Haus zahlen müssten.

Und das Zusammenhalten und der gemeinsame Wille ist wichtig. Wie stabil ist denn die Beziehung? Und warum heiratet Ihr nicht. Zu meiner Zeit war das noch ganz normal: Studium abschließen, erster gut bezahlter Job und Heirat, Kinder bringt der Weihnachtsmann. Heute geht es um Selbstfindung, Alles-offen-Halten und Klagen über die mangelhaften finanziellen Aussichten im Alter.

Als ich las, dass Du Dir als Alternative sozusagen überlegst, ein Auto zu kaufen, das mehr kostet als ein "fahrbarer Untersatz, habe ich einen richtigen Schrecken bekommen. Hallo? Das geht nun gar nicht. Wenn Du mit einem Hauskauf "ins Risiko" gehst und das solltest Du nur tun, wenn die Gesamtrechnung auch unter ungüstigen Annahmen einigermaßen aufgeht, sollte alles nicht Notwendige "nice to have" ganz aus dem Etat gestrichen werden. In Hamburg braucht man wegen der guten öffentlichen Verkehrsmittel kein Auto. Der Zugang zu diesen ist natürlich ein erstrangiges Auswahlkriterium!

Und übrigens, eine Eigentumswohnung zum selbst Bewohnen käme für mich nicht in Frage. Damit nimmt man die Nachteile eines Immobilienbesitzes in Kauf (finanzielle Verantwortung, Bindung) ohne die Vorteile (eigenes Schalten und Walten) dafür zu bekommen. Die Abhängigkeit von der Eigentümergemeinschaft und dem Verwalter kann einem die Freude schon verderben.

Zukünftige Anschlussfinanzierung für Eigentumswohnung bei älteren Eigentümern?

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zu eine Immobilienfinanzierung. Und zwar geht es um folgendes:

Eine Eigentumswohnung im Wert von rund 250.000 EUR wurde im Jahr 2013 durch ein älteres Ehepaar, (Er: Pensionär, aktuell 75 Jahre alt; Sie: Beamtin, aktuell 61 Jahre alt) gekauft und voll finanziert. Und per Annuitätendarlehen (150.000) und Hypothekendarlehen mit Endfälligkeit (Gegenfinanzierung durch Bausparvertrag, 100.000 EUR). Die Zinsbindungfrist des Annuitätendarlehen endet 2023. Hier sind dann noch ca. 100.000 EUR offen. Der Bausparvertrag löst zu dem Zeitpunkt das Hypothekendarlehen ab, hier ist also nichts zu tun.

Nun hat die Bank zum jetzigen Zeitpunkt einen Bausparvertrag (0,1 % Verzinsung in der Ansparphase, danach 2,7% eff. Jahreszins in der Darlehensphase, 1% Abschlussgebühr) über 50.000 EUR oder 100.000 EUR angeboten, der dann in 2023 zuteilungsreif ist und somit eine direkt Anschlussfinanzierung darstellt.

Nun ist die Frage, ob dieses aus eurer Sicht sinnvoll ist. Meine erste Einschätzung war hier: Alles Blödsinn, Bausparen macht im aktuellen Zinsumfeld keinen Sinn. Die Bank will nur Abschlussprovision kassieren.

Die Sache ist nur, dass 2017 beide natürlich noch etwas älter geworden sind und es für sie vermutlich aufgrund des Alters immer schwieriger werden wird, eine Anschlussfinanzierung zu erhalten, die zumindest einen einigermaßenen Zinssatz bietet. Oder wie seht ihr das? Ziel für die beiden ist es übrigens nicht, die Wohnung unbedingt noch abzubezahlen. Die zusätzliche Belastung für den 50.000 EUR Bausparer ist wohl zu stemmen, für den 100.000 EUR aber schon sehr grenzwertig (vor allem, wenn er vor 2023 sterben würde). Daher würde vermutlich maximal der 50.000 EUR in Frage kommen.

Danke für eure Einschätzungen!

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