Sollen wir das Ehegattensplitting oder die getrennte Veranlagung wählen?

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3 Antworten

Benutz doch mal die Maske "Steuervorteil Splittingtabelle ggü. Grundtabelle" auf dieser Seite   http://www.einkommenssteuertabelle.de/

Bei unterstellten z.v.E. von 45.000/10.000 ergibt sich durch den günstigeren Ehegattentarif bei der Zusammenveranlagung ein Vorteil von rund 1.575 € (SolZ/KiSt kämen noch dazu)

Wie bereits hier geschildert, gelten die Steuerklassen nur für den Steuerabzug bei Arbeitnehmern im laufenden Kalenderjahr (mit dem Charakter einer schlichten Steuer-Vorauszahlung)
Nach Ablauf des Jahres berechnet sich die Einkommensteuer (unabh. von den Steuerklassen) nach den Steuerformeln im § 32a EStG (Grund- und Splittingtabelle)
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html

Es gibt ergo für euch keinen erkennbar sinnvollen Grund die Einzelveranlagung zu wählen.

"Beim Ehegattensplitting, wenn die Einkommen geteilt wurden ca. 32.500 Euro, welche Steuerklasse wird dann angewendet?"

  1. Das Einkommen wird nicht geteilt. Bei der Zusammenveranlagung werden zunächst die  Einkünfte der Ehepartner getrennt ermittelt, und danach werden die Ehepartner wie ein Steuerpflichtiger behandelt.
  2. Es wir bei der Einkommensteuerfestsetzung keine Steuerklasse angewendet.

"Wird dann einmal mit der 3 und einmal mit der 5 besteuert?"

Da bei der Einkommensteuerfestsetzung keine Steuerklasse angewendet wird: Nein.

Es wird schlicht und einfach nachgeguckt, welche Steuern euer Einkommen erzeugt. Diese werden festgesetzt und die Vorauszahlungen werden von dieser Summe abgezogen. Was übrigbleibt, ist die Erstattung oder Nachzahlung.

Ist doch beim Strom zu Hause auch nicht anders: Einmal im Jahr kommt der Ableser und guckt, was verbraucht wurde. Das wird berechnet und die Vorauszahlungen werden abgezogen. Gäbe es "Stromvorauszahlungsklassen", würde sich am Verbrauch doch auch nichts ändern.

"Beim Splitting komme ich (falls die 3/5 beim Halben-Haushaltsbrutto genommen wird) auf eine Rückzahlung von etwa 500 Euro."

Die Rechnung habe ich überhaupt nicht kapiert. Ist auch nicht nötig, glaub ich.

Da im Jahr 2015 die drei Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung an mindestens einem Tag im Jahr vorlagen, ist eine Zusammenveranlagung möglich, wenn beide Ehegatten dem zustimmen.

Du kannst alles immer so schön und plausibel erklären EnnoW. ! Wäre ich jünger und könnte mir meinen Ausbilder aussuchen, dann würde ich zum Steuerberater umschulen .....grins ! 

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@Gaenseliesel

Danke.

Aber das ist nicht Inhalt der Steuerberaterausbildung. Nicht mal Formulare lernt man da kennen und auch nicht, wie man seine Leistung verkauft.

All dies lehren die Jahre. Also - du hast da noch mehr Chancen als ich, ich bin ja schon murmelmurmel Jahre alt. 

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@EnnoWarMal

murmelmurmel Jahre alt ?  ...... man ist immer so alt wie man sich fühlt - nicht wie man sich anfühlt ! ;-)

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Eigentlich lohnt sich (bis auf bestimmte Sonderfälle) eine gemeinsame Veranlagung bei unterschiedlich hohen Einkommen immer.

1) Ihr könnt die Steuerklassen 3 und 5 wählen, aber auch einfach beide in 4 gehen (ist dann genauso wie 1) und dann euch die Steuervorteile durch die Steuererklärung zurückholen. Bei der Kombi 3 und 5 können ggf. Nachzahlungen entstehen (hier habt ihr dann über das Jahr zu wenig Steuern bezahlt)

2) Wann ihr im Jahr heiratet ist komplett egal. Ihr werdet bei einer gemeinsamen Veranlagung steuerlich so gestellt, als hättet ihr am 01.01. geheiratet. Ich habe deine Rechnung nicht nachgerechnet, halte aber eine Steuerrückzahlung (und nicht wie von dir prognostiziert eine Nachzahlung) für sehr wahrscheinlich. Am Ende des Jahres spielt die Steuerklasse auch keine Rolle mehr. Es werden beide Einkommen zusammengerechnet und dann entsprechend versteuert (du kannst zum Nachrechnen einfach die Hälfte der Summe nehmen und diese nach Steuerklasse 1 berechnen (dazu gibt es diverse Onlinerechner) und dann die Steuerzahlungen verdoppeln. Dann siehst du die Steuerlast, die ihr für 2015 bei gemeinsamer Veranlagung habt. Diese ziehst du dann von den gezahlten Steuern hab und schon hast du grob (ohne Berücksichtigung von weiteren abzugsfähigen Kosten) den Erstattungsbetrag.

Ach so... Es handelt sich ja um eine Erwerbsminderungsrente. Bei dieser ist zu beachten, dass ein höherer Grundfreibetrag zusteht. Das macht die Berechnung natürlich etwas komplizierter.

Ach so... Es handelt sich ja um eine Erwerbsminderungsrente

Deine Glaskugel ist nicht etwa defekt ???

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