EFH nicht mehr kaufen - Notar Termin absagen?

3 Antworten

Der Notar ist also von der Verkäuferin beauftragt worden.

Habt Ihr der eventuell in der Kaufabsichtserklärung die Vollmacht dazu gegeben?

Dann würdet Ihr dem Notar gegenüber auch (!) haften.

Ansonsten muss die Verkäuferin den Notar zunächst alleine bezahlen und versuchen die Auslagen bei Euch einzutreiben.

Ob ihr das gelingt kann niemand einschätzen. Es gäbe allerdings durchaus rechtliche Ansatzpunkte.

Moin Moin,

also egal wer den Notar beauftragt hat die Notarin/Notar ist frei wem sie die Kostenrechnung sendet.. auch wenn vorher genau abgesprochen wurde wer die Kosten des Notars auch bei nicht zustande kommenden Verkauf zu tragen hat. Das wollte ich auch nicht glauben habe mich an die Anwaltskammer in Schleswig gewandt und auch an den Präsidenten als Beschwerdestelle am Landgericht Itzehoe. In unserem Fall sind wir vom Verkauf zurückgetreten bezüglich damals Corona Warnungen. Meine Frau und ich gehören zu der Risikogruppe. Da ich/wir mit der Entscheidung so gar nicht einverstanden sind und auch sowieso Rechtschutz für solche Dinge haben geht es nun natürlich weiter vor dem Landgericht. Hausverkäufer/Käufer sollten genau darauf achten wem sie als Notar beauftragen..in unserem Fall war das zwar der Käufer aber letztendlich haben wir die Kostennote der Notarin Duwe aus Elmshorn begleichen müssen um keinen Gerichtsvollzieher Einlass zu gewähren....!Wie schon geschrieben...es geht weiter...

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Ich denke nach dem Grundsatz "culpa in contrahendo" müsst ihr die Kosten für den Entwurf des Kaufvertrages zahlen.

Ihr habt eine klare Absichtserklärung für en Kauf abgegeben. Im Vertrauen darauf hat die Verkäuferin den Vertragsentwurf in Auftrag gegeben.

Mal ehrlich, wenn ihr in der Position der Verkäuferin wärt, würdet ihr es fair finden, auch noch die Kosten tragen zu müssen, wenn ein Käufer von seiner klar bekundeten Kaufabsicht zurück tritt und dann noch auf den Kosten hängen zu bleiben.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Vielen Dank für all die Hilfe. Wir sehen es natürlich ein, dass die Verkäuferin mit Recht verärgert sein wird.

Wie sollen wir am "besten" in dieser schlechten Situation vorgehen. Wir teilen der Verkäuferin unseren Verzicht mit? Schriftlich? Telefonisch?

Macht es Sinn sich auf geteilte Notarkosten zu einigen, um so einer Entshädigung zu entgehen?

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@gerhardtom

Es wäre zumindest ein Angebot. Man sagt, ok, wir sind bereit die Hälfte zu zahlen, weil ja er Vertragsentwurf (mit geändertem Käufernamen) verwendet werden kann.

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Deine Frage ist nicht zu beantworten, ohne den Inhalt dieser "Kaufabsichtserklärung" zu kennen. Wenn nichts darüber vereinbart wurde, wer im Falle eines Scheiterns welche Kosten zahlt, zahlt jeder den Service, den er selbst bestellt hat. Wenn darüber keine Vereinbarung getroffen wurde, war das ziemlich naiv, hier allerdings in erster Linie von der Verkäuferin.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

In der Kaufbestätigungserklärung steht, dass Herr AB und Herr CD das EFH für 257.000€ kaufen werden.

Ansonsten ist nichts schriftlich vermerkt. Kann die Verkäuferin sagen, dass wir beide die Notargebühren zahlen müssen - wenn es nirgends schriftlich steht?

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@gerhardtom

Sagen kann sie alles. Auch dass du ihr jetzt stattdessen ein Grundstück auf dem Mond abkaufen musst.

Wenn sie die Forderung durchsetzen will, wird sie ihre Ansicht allerdings schon juristisch begründen müssen.

Aber da wir hier keine kostenlose Rechtsberatung leisten dürfen, müsstest du dich im Zweifelsfalle an einen Anwalt wenden. Und ja, ein gewisses Restrisiko bleibt. Wie sag man so schön: "Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand." Und wenn du an den netten Herrn nicht glaubst, ist da nun mal keine Hand...^^

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@gerhardtom

Da sind gleich 2 Rechtsgebiete angesprochen:

Wenn Ihr der Verkäuferin keine Vollmacht zur Notarbeauftragung gegeben habt kann der Notar Euch nicht belangen.

Aber Vorsicht: Schon der gegenüber dem Notar geäußerte Änderungswunsch zu einem Entwurf ist von der Rechtsprechung als Beauftragung angesehen worden.

Ein völlig anderes Kapitel ist der Anspruch des Verkäufers auf Auslagenersatz. Kommt selten vor, dass er damit Erfolg hat, aber es wäre zumindest denkbar.

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Kann die Verkäuferin uns für Entschädigungszahlungen haftbar machen?

Wir müssten auch keine Kosten für die Anfertigung eines Vorvertrags aufbringen?

Müssen wir den Notartermin persönlich absagen oder teile ich nur der Verkäuferin unsere Entscheidung mit?

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@gerhardtom

Aktuell sehe ich da keine Grundlage für, aber ausschließen kann ich es nicht vollständig. Das müsste ein Anwalt aufgrund der Aktenlage ein einschätzen.

Grundsätzlich gilt in so einem Fall: Jeder bezahlt die Musik, die er bestellt hat. Das sich die Verkäuferin da nicht abgesichert hat, war sehr unvorsichtig von ihr,.

Hattest du mit dem Notar schon selbst Kontakt? Wenn ja, würde ich ihn auch kruz per E-Mail informieren. Besonders, wenn der Termin sehr zeitnah ansteht. Ansonsten nur die Verkäuferin informieren, der Notar ist das dann ihr Bier.

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Mein Partner meinte er hätte einmal im Büro des Notars angerufen, um sich nach der aktuellen Flurkarte zu erkundigen. Mit dem Notar selbst war dann von unserer Seite kein Kontakt.

Die Entschädigungskosten beunruhigen uns.
Die Entschädigungszahlungen beueten dann, dass wir die Differenz zahlen müssten, sollte dei Verkäuferin einen niedrigeren Preis als unseren erzielen?

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@gerhardtom

Ich bezweifele, dass eine "Kaufabsichtserklärung" dafür irgendeine Grundlage bietet.

Entschädigungsforderungen können sich sowohl auf tatsächlichen Aufwand beziehen (z. B. Notarkosten), als auch auf entgangenen Gewinn. Für beides sehe ich aber aktuell keine rechtliche Grundlage. Weder wurde derartiges vereinbart, noch sehe ich einen tatsächlichen Vertrag, den ihr schadensersatzpflichtig gebrochen hättet.

Im Übrigen kann die Verkäuferin eine Entschädigung für alles mögliche verlangen, auch für den psychischen Stress, den sie dadurch hat, dass ihr abspringt. Aber solange nichts dergleichen vereinbart wurde, wird sie sich sehr schwer tun, das durchzusetzen.

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Vielen Dank für all die Hilfe. Wir sehen es natürlich ein, dass die Verkäuferin mit Recht verärgert sein wird.

Wie sollen wir am "besten" in dieser schlechten Situation vorgehen. Wir teilen der Verkäuferin unseren Verzicht mit? Schriftlich? Telefonisch?

Macht es Sinn sich auf geteilte Notarkosten zu einigen, um so einer Entshädigung zu entgehen?

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@gerhardtom

Ich würde hier nach Möglichkeit ausschließlich schriftlich kommunizieren, schon um einem Nachweis zu haben. Die Notarkosten aufzuteilen, wäre m. E. auch eine Sache des Anstands und der Höflichkeit. Immerhin habt ihr den Kauf ja platzen lassen, nicht die Verkäuferin.

Auch aus juristischer Sicht wäre eine solche Einigung grundsätzlich wohl hilfreich, ihr würdet zumindest in dieser Hinsicht etwaigen Schadensersatzforderung zuvor kommen. Auch wenn ich eine Durchsetzbarkeit dieser nicht für übermäßig wahrscheinlich halte.

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