Durch "Unachtsamkeit" umsatzsteuerpflichtig geworden?

1 Antwort

In 2019 warst Du Kleinunternehmer, weil Du in 2018 nicht mehr als 17.500,- Euro Umsatz hattest.

Erst Durch mehr als 17.500,- Euro Umsatz in 2019, wurdest Du zum Regelbesteuerer.

Die Frage, die sich mir stellt ist, warum Du mit Webdesign, wo Du ja vermutlich ausschließlich Unternehmer bedienst, überhaupt Kleinunternehmer sein willst.

Schließlich würde der Vorsteuerabzug aus Deinen Kosten und Investitionen dir einen Liquiditätsvorteil verschaffen

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort!

Das Webdesign lief immer nur "nebenher" zu einer Festanstellung, die ich 2018 aufgegeben habe. Als sich im Verlauf von 2019 allerdings dann abzeichnete, dass mein Traum vom großen Buchverlag ein Traum bleiben würde und meine Reserven dahin schmolzen, musste ich, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, mehr Aufträge als sonst im Webdesign annehmen und zumindest das lief dann besser als erwartet. That's the story. ;-)

Aber nochmal zurück zum Thema: es ist also kein Problem, dass ich 2019 nur für die Ausgaben und Einnahmen des Verlagsgewerbes die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht habe? Ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass ich als Einzelunternehmer trotz mehrerer "Firmen" (in meinem Fall die freiberufliche Tätigkeit und der gewerbliche Verlag) wie EINE Firma behandelt und auch steuerlich so betrachtet werde. Und das ich folglich in dem Moment, wo ich die Umsatzsteuervoranmeldung mache, auf den Status als Kleinunternehmer verzichte.
Was in Folge dann doch auch bedeuten müsste, dass ich ab April 19 schlicht alles was das Webdesign betrifft, falsch deklariert habe und auch noch Abgaben unterschlagen habe... Das ist meine Befürchtung, die mich grad nicht gut schlafen lässt.

Ich weiß, dass ich sehr bläuaugig an die ganze Sache rangegangen bin und gehe, bin aktuell auch auf der Suche nach einem Steuerberater, möchte dort aber nicht ganz mit heruntergelassenen Hosen aufschlagen, sondern mir zumindest jetzt und verspätet ein bisschen Wissen aneignen...

Liebe Grüße
Andi

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@ShivaShakti

Entschuldige bitte, aber da habe ich zu schnell gelesen und damit etwas überlesen. Natürlich hast Du durch die Abgabe er Umsatzsteuervoranmeldungen und die Unterwerfung der Buchumsätze unter die Umsatzsteuer, auf Regelbesteuerung optiert. Damit sich auch auf die Webdesignumsätze Umsatzsteuer zu entrichten. Dafür hast Du auch den Vorsteuerabzug.

Ausserdem kannst Du die Rechnungen an die Webdesignkunden korrigieren, denn für die ist es ja egal.

Also wenn u einem Kunden als Kleinunternehmer 500,- Euro berechnet hast, schickst Du ihm einen netten Brief und eine korrigierte Rechnung auf 500,- Euro + 19 % =95,- Euro, Summe 595,- Euro - 500,- Euro Anzahlung, Rest 95,- Euro.

So vermeidest Du jede Art von Verlust, sondern wirst Du den Vorsteuerabzug auch noch Gewinn machen.

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@wfwbinder

Oh, okay. Immerhin habe ich jetzt Gewissheit. ;-)

Wie kommuniziere ich das dann jetzt ggü. dem Finanzamt?
Nachträglich alle Umsatzsteuervoranmeldungen aus 2019, die ich via Elster Online abgegeben habe, korrigieren, indem ich die Ausgaben und Einnahmen für BEIDE Firmen berücksichtige?

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@ShivaShakti

Das Jahr 2019 ist vorbei. Also alles in die Umsatzsteuererklärung 2019 einbauen.

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@wfwbinder

Würdest Du mir raten, das Finanzamt über den Sachverhalt zu informieren..?

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@ShivaShakti

Um damit zu erzeugen, dass die sofort die Umsatzsteuererkärung haben wollen?

Nein. Wärst Du mein Mandant, würde ich Dir raten erstmal das Ding mit den Kunden, also die Nachberechnung durchzuziehen.

Dann die Steuererklärung machen und absenden. Dazu einen Brief schrieben, dass diese Sache eben versehentlich passiert ist, aber Du hättest es sofort mit der Steuererklärung erklärt und die fällige Nachzahlung geleistet.

Wenn Du as Finanzamt informierst, ist es eine Selbstanzeige. Die macht sie Sache straffrei, aber Du musst gleich zahlen. Daher erstmal die Sache mit den Kunden regeln, das Geld einsammeln und dann Erklärung und Zahlung. Es ist auch noch straffrei, wenn Du es in einem Monat machst.

Ausserdem musst Du ja auch Deine Buchhaltung durcharbeiten wegen es Vorsteuerabzugs.

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@wfwbinder

Vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten!
Schade dass Berlin so weit weg von mir ist, hätte sich die Suche nach dem Steuerberater gleich erledigt. :-)

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