Droht durch Italien einen neue Eurokrise?

5 Antworten

Wann werden die Menschen endlich begreifen, dass nicht die Schulden das Problem sind, sondern die Tatsache, dass man darüber spricht, es zum Problem macht.

Wenn ein Wirt finanzielle Probleme hat, aber bei der Bank pünktlich seine Zinsen zahlt, beim Metzger das Fleisch, beim Bäcker das Brot und seinen Angestellten das Gehalt, gibt kein Problem.

Erst wenn es heißt, dass er bei der Bank hohe Schulden hat und seine Gaststätte hoch belastet ist, wird ihm der Metzger kein Fleisch mehr liefert, werden die Gäste ausbleiben und er kann dann wirklich nicht mehr zahlen.

Kredite sind eine Rechnungsgröße.

Im Fall von Italien ist es doch einfach. Bisher haben die ihre Zinsen gezahlt. Wenn es nun heißt, dass es schwierig wird neue Kredite zu bekommen, werden die Zinsen für sie steigen. Banken, die viel Italienengagement haben, müssen Wertberichtigungen bilden. schrieben schlechte Ergebnisse, die Kurse sinken und sie werden ggf. zum Sanierungsfall.

Und warum? Nur weil man mal wieder ein Land schlecht redet.

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Das sehe ich anders. Hohe Schulden waren mit einer der Hauptgründe für die große Finanzkrise.

Betrachtet man die Staatsschulden Europas im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung BIP, so sind diese in der Euro-Zone spürbar höher als vor dem Ausbruch der Finanzkrise. So jedenfalls auch die Aussage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in einem Interview. Und diese Bank ist als sehr seriös einzustufen.

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@lohepudel

Stimmt in meiner Erinnerung war, das der Hauptteil der Italien-Anleihen von inländischen Kreditgebern war. Also Papiere die Italiener gekauft hatten. Das war die große Ausnahme bei Italien. So wurde das dargestellt. Jetzt soll das anders sein? Das würde ich erst mal nicht glauben wollen.

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@lohepudel

Ich bezweifele nicht die Seriosität der BIZ, ich bin nur grundsätzlich anderer Ansicht. Japan z. B. hat seit über 20 Jahren Staatsschulden von 170 % des BIP und mehr.

Die bezahlen ihre Zinsen, auch alle anderen Rechnungen, keiner stöhnt über deren Schuldenstand (obwohl höher als der von Italien, ja sogar dem der Griechen) und was passiert?

Richtig: "nichts."

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"Welche Auswirkungen sind zu erwarten wenn Gläubiger nicht mehr bedient werden?"

Die Forderungen - hier sind es Staatsanleihen - werden bei den einzelnen Gläubigern teilweise oder (im Extremfall) komplett wertberichtigt und gehen als Passivposten "Wertberichtigung auf Staatsanleihen" in die Bilanz. Der Aktivposten "Forderungen aus Staatsanleihen" bleibt unverändert. Es erhöht sich also die Passivseite.

Jetzt kommt es eben darauf an, wie sehr sich diese Passivveränderung auf das Bilanzergebnis insgesamt auswirkt, denn das ist vom jeweiligen Gläubiger und dessen weiteren Bilanzpositionen abhängig.

Unabhängig davon ist es für "Italien" jetzt schwieriger, über Staatsanleihen neues Geld zu bekommen. Hier muss das Ausfallrisiko für den Käufer (Gläubiger) durch höhere Zinssätze ausgeglichen werden, und zwar in einer Höhe, bis jemand bereit ist, diese Staatsanleihe zu kaufen. Das sind damit erhöhte laufende Zahlungsverpflichtungen des italienischen Staates.

Dabei gibt es für diverse Organisationen (z.B. Versicherungen und Hypothekenbanken) Kaufeinschränkungen, die aus dem schlechten Rating Italiens (aktuell durch Moodys „Baa3“ , also noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau, vergleichbar mit den Bahamas, Kasachstan, Oman und Südafrika) resultieren. Ein Teil möglicher Käufer fällt damit weg und die Staatsanleihe wird zum Spekulationsprodukt.

Italien ist übrigens nicht ds einzige EU-Problemland. Da gibt es beispielsweise auch noch Rumänien, Portugal und Ungarn.

Länder wie Italien sind immer schon pleite gewesen.

Dennoch geht es uns allen gut.

Was interessiert einen da eine herbeigeredete Krise.

Was tun gegen die schleichende Enteignung der Sparer durch die Regierung Merkel?

Vergleich der Regierungen unter                            Schröder                      Merkel

  • Sparer-Freibetrag pro Kopf                                   6.000 DM                     801 EUR
  • Realisierte Kursgewinne steuerfrei nach            6-12 Monaten             nie
  • Werbungskosten absetzbar                                  ja, unbegrenzt             nein

Die Zinsen liegen bei maximal 0,5% die Inflationsrate bei 2,5%. Der Sparer verliert 2% pro Jahr.

Das seit Anfang dieses Jahres geltende neue Investmentfondsbesteuerungsgesetz ist nicht nur ein Bürokratiemonster, die Besteuerung inflationärer Scheingewinne führt auch zur schleichenden Enteignung der Aktienfondssparer.

  • Soll man sich als Sparer das alles gefallen lassen?
  • Sollen wir nicht besser zu unserem Nachbarn im Westen schauen und uns gelbe Westen kaufen?

Es wäre doch schön, wenn sich eine Million zorniger Sparer in Berlin versammeln würden.

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