"Drohende Korrektur" oder "Blase": Aussteigen oder aushalten?

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6 Antworten

Wenn Du von einer Blase sprichst, dann solltest Du auch angeben, worin diese besteht.

  • Der Wechselkurs EURUSD ist trotz Problemen in der Eurozone deutlich über dem langjährigen Mittel von ca. 1,25. Das liegt am Zinsgefüge und den wirtschaftlichen Perspektiven bzw. Problemen auf beiden Seiten des großen Teichs.

  • Die Rohstoffmärkte sind in vielen Bereichen sehr günstig, da die Nachfrage aus USA und China geringer wurde. Hier wird erst mit einer Erholung der Wirtschaft auch mit einer deutlichen Erholung zu rechnen sein.

  • Der Goldpreis (hier könnte man eine Blase des billigen Fed-Geldes wegen vermuten) wird in USD gemessen, d.h steigt in USD, wenn die Währung selbst schwächelt. Handelsübliche Spekulation ist im Geschäft, aber von Crash-Szenarien haben wir doch auch nach der Bernanke-Warnung nichts gesehen.

  • Aktienmärkte: Unternehmenserträge in vielen Sektoren sind auf Rekordwerten, während Unternehmen aus Schwellenländern zunehmend ihren eigenen Binnenmarkt als Abnehmer finden und mit geringer Verschuldung und günstigen Produkten punkten. Die Emerging Markets waren aber gerade die großen Leidtragenden seit Anfang des Jahres. Schau Dir mal die Indexstände von heute im Vergleich zur Jahreswende an. KGVs der einzelen Märkte sind eher niedrig als drastisch hoch.

  • Immobilien: diese werden mit der Konjunktur laufen, werfen jedoch (wie man an REITs global sehen kann) weiterhin gute Erträge ab. Auch keine Blase. Es geht eher wieder zu einem Normalzustand zurück.

  • Anleihen? Diese Kurse wurden massiv durch das billige Geld manipuliert, waren aber durch die erreichten Renditen dann wenig attraktiv. Man hat die Leute in Aktien und andere Anlagen getrieben.

Vor einer möglichen Blase solltest Du also höchstens dann Angst haben, wenn der Großteil Deines Portfolios in langlaufende Rentenpapiere von Emittenten guter Bonität angelegt ist. Ansonsten wohl eher nicht :-)

Wenn sich also Deine Fonds von dem Einbruch in 2008 erholt haben, dann werden sie das wahrscheinlch jetzt wiederholen, obwohl die Korrektur deutlich geringer als in 2008 war. Halte Dein Pulver trocken und kaufe gezielt nach, wenn es eine Bodenbildung geben sollte. Vergleiche die Wochenentwicklung der Fonds mit der ihrer zugehörigen Referenzindices - und Du wirst erkennen können, ob die Fonds gut sind.

Ich prüfe in solchen Situationen auch, welche Werte denn gerade besonders fallen. Fonds in diesen Bereichen können nämlich aufgrund günstiger Bewertungen dann attraktiv für einen Einstieg sein. Es sollten dadurch natürlich auch keine Schwergewichte entstehen, wo sie von Deiner Portfolioallokation her nicht vorgesehen sind. Daher: gemächlich nachkaufen... ich mache das manchmal lieber über zwei Wochen verteilt mit 500 EUR pro Tag als mit einem Paket von 7.000 EUR auf einmal.

Mein Tip:

  • Was ist Deine Angst?

  • Woran könntest Du erkennen, ob Dein Angstszenario eintritt bzw. eingetreten ist?

  • Was würdest Du dann tun wollen, das langfristig den Wert Deines Portfolios mehrt?

  • Wäre dies besser als Abwarten und Nachkaufen?

Wir werden sehen. Geduld!

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ich bin noch ziemlich Neuling

das ist ja nichts schlimmes, wir haben alle mal angefangen...

selbst wenn ein Einbruch wie 2008 droht

ein solcher Einbruch ist derzeit nicht abzusehen und würde auch nur bei einer erheblichen Krise vorkommen.

würde ich die drohende "Korrektur" dann aussitzen oder lieber aussteigen?

grundsätzlich ist der Aktienmarkt ein langfristiger Markt und Krisen sind auszusitzen. Die gabs schon immer und wirds immer geben. WENN allerdings so ein Bruch wie 2008 droht, würde ICH persönlich aussteigen und unten (den richtigen Zeitpunkt findest Du eh nicht) wieder einsteigen. Denn sehr große Korrekturen wie 2000 oder Krisen wie 2008 bergen neben der Verpflichtung zur Ruhe natürlich auch eine Chance für Preise. Denn wenn Du ahnst bzw. weißt, dass der Kurs bei 8.000 bricht, auf 5.000 fällt und wieder auf 8.000 gehen wird, wärst Du doch schön dusslig, die 3.000 nicht mitzunehmen, aussitzen hin oder her ;-)

Wenn Du allerdings monatlich investierst, ist so eine Krise mit Werthalbierung das Beste, was Dir passieren kann. Plötzlich bekommst Du für Deine 100 im Monat doppelt so viele Anteile, die dann von selbst bei Erholung wieder den Wert bekommen (läuft u.a. auch unter cost-average-effekt).

Ich weiß, dass Niquet "Keine Angst vor dem nächsten Crash" sagt,

Du sollst auch keine Angst haben, Du sollst ihn für Dich nutzen ;-)

ich tue mich immer schwer damit, verschiedene Situationen zu vergleichen.

Kann man auch schlecht. Allein 2000 und 2008 waren völlig verschiedene Vorgänge. 2000 war die massive Korrektur einer massiven Marktüberhitzung seit 1997, die dann noch eine kleine Wirtschaftskrise nach sich zog, weil viele Firmen Teilerträge eben auch an den Anlagemärkten machten und so ihre geschäftlichen Schwächen überdeckten, was dann allerdings nicht mehr ging. 2008 war ne handfeste Finanzkrise, ausgelöst durch die Lufthypotheken aus Amerika und die dranhängende Zertifikatepleite.

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Wenn du keine Angst vor Crash haben willst, solltest du deine Fonds mit Stop & Go Professional absichern. Diese geschieht mit einem Trailinglimit.

Man kann Aktienfonds auch mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und- Kursgewinne mitnehmen. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt in Sparplänen erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an.

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Kommentar von Gaenseliesel
23.06.2013, 21:38

.... hört sich gut an und wo ist der Haken, Niklaus ? Ich meine, so würde sich doch jeder Anleger absichern um das Verlustrisiko zu minimieren, oder ?

Habe in diesen Dingen nicht so den Durchblick, sorry ! Gruß ! K.

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Hin und her macht Taschen leer! Das gilt für Aktien, erst recht aber für Fondsanteile.

Das sogenannte Market-Timing ist eine brotlose Kunst. Der Verkauf in Erwartung einer Baisse und der Kauf wenn man glaubt jetzt müsse es wieder nach oben gehen, ist wegen der zahlreichen Fehlsignale nur selten erfolgreich und dann auch nur rein zufällig. Die Kosten Market-Timings sind auf Dauer höher als der Nutzen. Es gibt darüber reichlich Fachliteratur.

Eigentlich muss man nur dann umschichten, wenn man auf eine Aktie aufmerksam wurde, die interessanter erscheint, als die am wenigsten interessante Aktie im Depot. Aber auch dann ist noch darauf zu achten, dass man sich seine breite Streuung nach Branchen und Ländern nicht beeinträchtigt.

Hat man einen oder zwei erfolgreiche und flexible Mischfonds im Depot, muss man sowieso nie umschichten. Dafür gibt es das Fondsmanagement, welches das besser kann als der Kleinanleger.

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Kommentar von gandalf94305
25.06.2013, 09:58

Genau. Die meisten harmlosen Privatanleger sollten mit ein paar sehr guten Mischfonds im Depot komplett zufrieden sein. Ich würde zwar nicht nur ein oder zwei, sondern eher die Zahl vier sehen, aber das ist ein Detail. Mischfonds schichten nicht nach starren Regeln um, sondern können mit ihrem Fondsmanagement auf Marktsituationen geeignet reagieren.

Daher ist aus meiner Sicht die Antwort auf die Frage nach einem Rundum-Sorglos-Portfolio nicht ein Haufen Fonds, die mit einer fixen Wechselstrategie versehen werden, sondern eine komplette Umschichtung in Mischfonds.

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Wieder mal eine Korrektur. Ich finde günstige Kurse um wieder einzusteigen bzw. nachzukaufen.

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Ganz cool bleiben und aussitzen.

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