drei Objektgrenze?

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3 Antworten

Es ist ja witzig wie so eine Regel überlebt und dann auch noch falsch angewendet wird.

Richtig, es war mal die Grenze zwischen Vermögensverwaltung und gewerblichem Grundstückshandel mit 3 Objekten definiert. Aber dabei ging es um Kauf und Verkauf, also Handel.

Hier geht es um den Verkauf von vor langer Zeit ererbtem Grund und boden udn das wäre grundsätzlich völlig einkommensteuerfrei.

Was aber zu beachten ist, handelt es sich eventuell noch immer um landwirtschaftliches Vermögen? Wenn also ein Betrieb geerbt wurde udn die Pacht als Einkünfte aus LuF erklärt udn Veranlagt werden, dann wäre auch der Verkauf ein betrieblicher Erlös.

In dem Fall solltest Du Dich dringend an eine landwirtschaftliche Buchstelle wenden (die sind auf LuF Fälle spezialisiert), um die optimale Lösung zu finden.

Pacht wird ganz normal versteuert.

Was ist normal versteuert? Als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung über eine Anlage V?

Die drei Objektgrenze wird m.W. vom Fiskus einfach angewendet 

Nein, in diesem Fall ist das Quatsch, weil es kein Handel ist, sondern die Grundstücke unentgeltlich erworben wurden (Erbschaft).

gewerbliche Tätigkeit unterstellt wohl wissend, dass ich und die Voreigentümer ebenfalls nicht Gewerbetreibende waren sondern Privatleute die Land Verpachtet haben.

Wieso nun gewerblich? Lt. Sachverhalt sind es Äcker, als LuF Vermögen.

Daher ja auch meine Frage, wie die Pacht versteuert wird.

Bitte einen Blick in den Einkommensteuerbescheid werfen. Unter welcher Einkunftsart ist die Pacht erfasst? LuF, oder V+V?

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Wenn man davon ausgeht, dass die Grundstücke zwar landwirtschaftlich genutzt werden, aber Du selbst keinen landwirtschaftlichen Betrieb hast, dann sind die Pachteinnahmen bisher einkommensteuerlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gem. § 21 (1) Nr. 1. Der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten gehört zum steuerpflichtigen Einkommen.

Unterhältst Du selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb und hast in dem Rahmen nur Teile des Betriebes - Grundstücke - verpachtet, gehört der Veräußerungserlös zu zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft gem. § 13.

Einkünfte aus der Veräußerung der Grundstücke sind gem. § 23 (2) der Einkunftsart - in dem Fall Vermietung und Verpachtung gem. § 21 zuzurechnen. Wie diese Einkünfte ermittelt werden, ergibt sich ebenfalls aus § 23, nämlich (3) - siehe auch https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html

Bist du dir sicher, dass die Grundstücke - da landwirtschaftliche Grundstücke - aus dem Betriebsvermögen entnommen wurden also im Privatbesitz sind?

Würde mich wundern, wenn der, der es dir vor 20 Jahren vermacht hat, aus dem Betriebsvermögen entnommen hätte.

Die Drei-Objekt-Grenze (gewerblicher Grundstückshandel) ist dagegen nur dann ein Thema, wenn du auch Grundstücke kaufst und die wieder verkaufst.

Wie versteuerst du die Pachteinnahmen? An sich solltest du wissen, zu welchem Preis die Grundstücke (von deinem Rechtsvorgänger) angeschafft wurden oder beim Finanzamt zu Buche stehen.

Wenn gewerbliches/landwirtschaftliches Vermögen ist die Differenz zwischen Verkaufserlös und Buchwert immer und auch schon beim ersten Verkauf steuerpflichtig.

Waren immer in Familienbesitz auch noch zu DDR-Zeiten.

Pacht wird ganz normal versteuert.

Die drei Objektgrenze wird m.W. vom Fiskus einfach angewendet und

gewerbliche Tätigkeit unterstellt wohl wissend, dass ich und die Voreigentümer ebenfalls nicht Gewerbetreibende waren sondern Privatleute die Land Verpachtet haben.

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@urknall1

Gehe halt einfach davon aus , dass du nicht m.W. sondern m.HW. schreiben solltest. Halbwissen ist wesentlich problematischer als keines.

Wenn jemand etwas aus vor 20 Jahren ererbtem Vermögen verkauft, schließt das gewerblichen Grundstückshandel aus.

Zu prüfen ist also nicht das, sondern ob es sich um landwirtschaftliches Vermögen handelt. Dann wäre der Verkauf ein betrieblicher Erlös. "Immer in Familienbesitz" spricht eher dafür als dagegen.

Die Veräußerung kann also steuerfrei sein. Ob sie steuerfrei ist, z. B. weil es in der Ex-DDR eine Sonderregelung gibt oder deine Familie die Grundstücke in das Privatvermögen bekommen hat oder aus anderen Gründen, wird dir aber hier so leicht keiner bestätigen können.

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@urknall1

Wenn es privat vermietet wurde, besteht hier keinerlei Chance, den Verkaufsgewinn zu versteuern.

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