Dozententätigkeit nebenberuflich-freiberufler oder Gewerbe

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Da laufen aber Dinge durcheinander.

    Deshalb hat er auch seine Rechnungen als Freiberufler ohne Umsatzsteuer geschrieben. 

Auch als Dozent unterliegen die Umsätze der Umsatzsteuer. Und wenn der Umfang so groß ist, dass die Gewerbesteuergrenze interessant wird, dann sind es über 17.500,- (Kleinunternehmergrenze) udn Umsatzsteuer ist abzuführen. Aber kein Problem, die Bahn AG ist Unternehmer mit steuerpflichtigen Umsätzen, die haben Vorsteuerabzug. Er kann die Umsatzsteuer auf die Rechnung aufschlagen.

   Er übermittelt als Dozent (selbst Meister Elektrotechnik) bei von der Bahn-AG festgelegten Seminaren von der Bahn-AG festgelegte Themen und Inhalten zu Elektrotechnik speziell der Bahn-AG. Die Tätigkeit und auch Rechnungslegung beinhaltet ausschließlich "Lehrstoff zu vermitteln".

Das ist m. E. freier Beruf, also Einkünfte nach § 18 EStG. Aber das ist eine Frage der Einkommensteuer.

Da es Einkünfte nach § 18 EStG sind, fällt aber Gewerbesteuer nicht an.

Zusammenfassung:

1. Umsatzsteuer auf die Umsätze ja, weil kein Kleinunternehmer.

2. Gewebesteuer nein, weil Freiberufler und kein Gewerbetreibender.

3. Einkommensermittlung durch Einnahmen Ausgaben-Überschussrechnung. Das Ergebnis über die Anlage "S" in die Einkommensteuererklärung.

Normalerweise sind Dozenten freiberuflich tätig, da §18 Abs 1 Satz 1 EStG nämlich definiert: "zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit [...]".

Es gibt Spezialfälle, bei denen der freiberufliche Charakter eines Unterrichts fehlt, z.B. wenn jemand einfach einen fest vordefinierten Unterrichtsstoff mit zwingend zugelieferten Unterlagen mit seinen Probanden durchpaukt. In diesem Fall steht nicht primär die persönliche Qualifikation des Dozenten im Vordergrund, sondern die eher systematische Abarbeitung eines genau vordefinierten Ablaufs. Fehlt also eine geistige,schöpferische Arbeit, handelt es sich eher um einen "Ausbilder" und damit tendiert das Finanzamt zu einer gewerblichen Einstufung.

Der Meister als Sachverständiger ist nach dem Steuerrecht stets Gewerbetreibender. Hier wird auch gesagt, dass die Themen, die der Meister abzuhandeln hat, bereits von der DB vorgegeben werden. Es geht dabei um eine Ausbildertätigkeit nach dem BBiG und um Fortbildung. Dazu ist nicht der wissenschaftliche Charakter einer freiberuflichen Tätigkeit angesprochen. Anders als der Meister arbeitet z.B. der Technische Zeichner als Konstrukteur wissenschaftlich und damit in einem freien Beruf. Ebenso wissenschaftlich arbeitet z.B. der L.L.B., der externe Bilanzen und Gutachten auf dem Hintergrund des betrieblichen Rechnungswesens erstellt. Den juristischen Anteil seiner Arbeit darf er mit einer Rechnung i.H.v. € 0,00 abrechnen, falls der im Bearbeitungsumfang des wissenschaftlich vorgebildeten Wirtschaftsjuristen überhaupt nennenswert gegenüber den Einlassungen auf das Betriebliche Rechnungswesen ist. Dazu sucht man nach den Aufgaben, die im 19. Jahrhundert der "Kalkulator" in einer Rechtsstellung als Associé (Teilhaber) wahrgenommen hat. Meist hatten solche "Kalkulatoren" den Abschluss des "Einjährigen" (Obersekundareife des Gymnasiums) und waren als Gehilfen in die Unternehmung eingetreten. Der Gehilfe rangiert über dem Meister, weil er - aufgrund seiner höheren allgemeinen Bildung und z.B. als technischer Gehilfe- nach zehn Jahren ingenieurmäßiger Arbeit durch die Firma der Landesbehörde angezeigt und dort beantragt werden kann, dass ihm die Berechtigung erteilt wird, den Grad des Ing.-grad. zu führen. So war das noch bis 1969. Mit dem Verfall der großen Industrien im Übergang von der Moderne in die Postmoderne hat man ängstlich darauf geachtet, dass wenigstens die Grundversorgung der Bevölkerung durch das Handwerk erhalten werden kann. Steuerrechtlich ist aber das Kriterium der Wissenschaftlichkeit an eine gewisse Höhe der eigenen wissenschaftlichen Leistung verbunden geblieben. Ein Meister hat andere Aufgaben als die, wissenschaftliche Leistungen zu erbringen. Das greift schon bis auf Aristoteles zurück, der dem Handwerk keine Wissenschaftlichkeit und den Handwerkern keine "Fähigkeit zur Tragödie" beimisst.

Wie verbuche ich eine Zahlung, dessen Rechnungsstellung im letzten Jahr erfolgte?

Hallo.

Ich mache meine EÜR seit Jahren selber und hatte bislang auch noch nie ein Problem mit dem FA. Bis jetzt. Gestern habe ich einen Brief vom FA erhalten, dass die Angaben der EÜR und USt-Erklärung nicht übereinstimmen würden.

Vorweg: Meine Umsätze aus dem Gewerbe sind so niedrig, dass das FA auf die USt-Voranmeldung verzichtet. Ich sammel also praktisch alles bis zum Ende des Jahres.

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich alles richtig gemacht habe (ansonsten hätte ich die Unterlagen auch so nicht abgegeben). Aber eine Sache war bei diesem Jahreswechsel 2014/2015 anders als sonst:

Ich habe am 27.12.2014 noch eine Rechnung gestellt, dessen Bezahlung aber erst Ende Januar erfolgte. Entsprechend der Soll-Versteuerung, habe ich bei der USt-Erklärung die Umsatzsteuer von ca. 133 Euro mit angegeben. Der Geldeingang erfolgte erst einen Monat später. Daher habe ich in der EÜR diesen Geldeingang nicht verbucht. Zum einen, weil es mein Programm (WISO Mein Büro) so vorgibt, zum anderen, weil ich es auch so kenne, dass man Geldzu- und abflüsse erst verbucht, wenn sie stattfinden (mit einigen wenigen Ausnahmen).

Bevor ich jetzt meinen Steuerberater, der sowieso im Urlaub ist, dazu befrage, möchte ich gerne eure Meinung, bzw. euer Wissen dazu hören. Habe ich die Angaben in der USt-Erklärung und der EÜR richtig gemacht? Und kann das die Unstimmigkeit sein, die das FA bemängelt? Ich werde so oder so beim FA anrufen und nachfragen. Nur möchte ich dafür bestmöglich vorbereitet sein. ;)

Vielen Dank schon mal!

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