Doch eher Indexfond als aktiv verwaltet ?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich halte von diesem ganzen Quark für eine überschaubare monatliche Zahlung bis zu 500 nichts. Egal ob ETFs oder Fonds - für eine kleine Summe (wir reden dann innerhalb der ersten 5 Jahre von max. 30.000 Euro) ist jede Menge Aufwand und Gedanken über die Allokation, das Hin- und Herschieben von Aktien in Anleihen von USA nach Europa nach Asien nach was auch immer. Verschieben in Branchen usw.

Alles Quatch - ein vernünftiger globaler Mischfond wie der Carmignac Patrimoine hat in den letzten Jahrzehnten immer einen Ertrag von 5-7% pro Jahr erwirtschaftet (ja ich weiss 2008 war es eine schwarze Null - aber da haben alle anderen um 30 bis 50% verloren). Und bei einem globalen Mischfond macht die Mischung halt ein erfahrenes Managmentteam und das jeden Tag. Umschichtungen kosten keine Abgeltungssteuer und alles ist fein. Über die Diba gibt es den Fonds ohne Ausgabeaufschlag als Sparplan. Nach 6 - 7 Jahren wenn Geld angesammelt ist kann dann eine Neueinschätzung erfolgen. Wird aber in meisten Fällen nicht passieren weil es halt einfach funktioniert.

Wenn sich der Anleger (also Du) mit der Materie beschäftigen will dann kann er "trocken" einfach ein Musterdepot z.B. bei der Comdirekt führen und sehen ob es es besser als die Profis kann. Und wenn das wirklich über die 6 Jahre funktionert hat dann kann er ja mit dem Basiskapital aus dem Patrimoine loslegen.

Und was die Renditen und die Unterschiede angeht. Wenn ich 6 Jahre lang 500 Euro monatlich anlege und 5% Rendite habe dann habe ich ca. 42.000 Euro. Und bei 7% sind es 44.500. Also die Frage ist doch welche Renditeerwartung habe ich bei einem selbstgebastelten Portfolio? Wirklich mehr als 5-7% p.a.? Gut wenn das so ist dann mach mal aber ich glaube kaum das das wirklich funktioniert.

Das mit dem Musterdepot, das ist überhaupt DIE IDEE, vielen Dank dafür. Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen facepalm... Danke für die fundierte Antwort, den Carmignac Patrimoine habe ich schon sehr oft empfohlen bekommen, von verschiedenen Leuten. Scheint ja wirklich was dran zu sein...

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@detlef32: Zustimmung für die Mahnung, dass es zunächst nur um geringe absolute Differenzen aufgrund geringer Anlagesummen geht. Zustimmung auch für den Hinweis auf die Nützlichkeit von Musterdepots.

Aber, Mischfonds können auf Dauer nur eingeschränkt erfolgreich sein gegenüber einem festen Mischportfolio, was an der "harten Mathematik" der hohen Kosten liegt. Ein ETF-Fonds wie der DBX0BT wird längerfristig besser performen als ein typischer Mischfonds, weil er schlicht wesentlich geringere Kosten hat (und hat es bisher auch schon getan).

http://www.bundesweitefinanzberatung.de/expertenartikel/ansicht/mischportfolio-ja-mischfonds-nein-14562/

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@GAFIB

Die geringeren Kosten können nur die Rendite verbessern wenn die Auswahl/Mischung genauso gut ist.

Und das glaube ich für 95% aller Anleger nicht (und auch nicht für die Berater).

  1. Berater könnten sich zwar täglich informieren aber können Umschichtungen normalerweise nur in Abstimmung mit dem Kunden also max. 3-4 x im Jahr vornehmen. Und Kunden können zwar täglich handeln aber haben keine tiefen Informationen.
  2. Wenn nicht im Versicherungsmantel (und dann sind es keine ETFs) fallen bei Transaktionen Abgeltungssteuern an die den Zinseszinseffekt kaputt machen.
  3. Wenn ich einen Misch ETF wie den angegebenen DBX0BT nehme habe ich den Negativeffekt der Abgeltungssteuer nicht abe ich verlagere die Entscheidung über die Märkte, Gewichtung usw. von Menschen die sich mit Unternehmen beschäftigen auf Modelle. Und da kenne ich keine langfristigen Vergleiche die mir sagen Menschen sind nicht so gut wie reine mathematische Modelle - aber ich lerne gerne dazu. Also gebt mir Fakten wie z.B. einen Langfristchart von 10 oder 15 Jahren. Da habe ich dann Höhen und Tiefen wie 2000 und 2008 und kann mich belehren lassen.
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@detlef32

Die geringeren Kosten können nur die Rendite verbessern wenn die Auswahl/Mischung genauso gut ist.

Und erst recht, wenn sie besser ist. -> So war es offenbar über die letzten fünf Jahre beim DBX0BT, was mich bei der generellen Problematik von Mischfonds nicht überrascht. Dass sog. "Market Timing" funktionieren würde, ist längst wissenschaftlich widerlegt.

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@GAFIB

Sorry aber das kaufe ich im Vergleich mit dem Patrimoine nicht. den DBX0BT gibt es erst seit 5 Jahren also sind nur Schönwetterzahlen vorhanden.

2008 hat der MSCI (auf den der DBX..) setzt etwa 50% verloren und den Stand von Ende 2007 erst wieder dieses Jahr wieder gewonnen. Und der Anleihen Index ? Keine Ahnung nicht auf die schnelle gefunden aber er müsste 2008 um 100% zugelegt haben um den Verlust auf der Aktienseite auszugleichen. Und das hat er nicht - selbst nicht in den nächsten 3 Jahren.

Wenn also der DBX.. 2008 existiert hätte dann hätte er nicht eine schwarze Null wie der Carmignac hingelegt sondern etwa 30 bis 40% verloren und die dann in den nächsten 3-4 Jahren durch bessere Performance vielleicht aufgeholt.

Aber jeder darf seine Meinung haben - ich habe konservative Kunden. Die sind nicht unglücklich wenn sie statt 10% nur 6% Rendite bekommen. Die sind aber sehr unglücklich wenn sie auch nur 5% verlieren und das habe ich Ihnen mit dem Carmignac bislang erspart.

Geh doch mal auf http://www.carmignac.de/ und schau Dir den Vergleichschart mit dem Referenzindex an. In den letzten 5 jahren war der Fonds schlechter weil halt der Index keine Vorsicht kennt. Sowie Du längerfristig gehst. 10 Jahre,15 Jahre oder seit 1989 und Dir mal die Crashes anschaust dann bist Du mit dem Index (oder einem ETF auf den Index) nicht mehr glücklich und müsstest selber adjustieren. Also irgendwo raus- und woanders reingehen. Mit Abgeltungssteuer und glücklicher Hand.

Aber danke für die Diskussion - ich denke der Frager hat jetzt mal was für sich selber zum Denken und Entscheiden.

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@detlef32

Nur zur Richtigstellung: Den DBX0BT gibt es seit Nov. 2008, er hat also die 2008/2009er Krise voll mitgemacht.

Noch zum Vergleich mit Referenz-Indizes: Kaum einer weiß, dass praktisch alle Vergleiche mit dem MSCI World "getürkt" sind, weil dieser ein Kursindex ist, der die ca. 2,5% Dividenden p.a. gar nicht enthält. Man muss sich also schon die Mühe machen, einen MSCI W. ETF (= inkl. Div., z.B. DBX1MW) zu verwenden, um korrekt zu vergleichen. Und dann sieht so ein Vergleich entsprechend anders aus.

http://www.fondsweb.de/fondsvergleich/FR0010135103-LU0397221945

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@GAFIB

Alles fein - egal wer was meint. Für mich ist ein passives Produkt ein passives Produkt und ein gemanagtes Produkt eben nicht passiv.

Und wir streiten uns hier um die Zukunft. Und da sind mir ein paar Augen mehr lieber als ein Modell.

Im übrigen: Jedes Informationsgespräch sollte beinhalten "Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantien oder ähnliches für die Zukunft" Und dieser Satz gilt nicht nur für Finanzprodukte.

Aber wie gesagt der Frager hat ne Menge Infos und die kann er jetzt für sich bewerten.

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@detlef32

So ist es, vielen Dank allen Beteiligten hierfür. Ich werde nun gründlich überlegen, mich persönlich beraten lassen und dann entscheiden. Auf die paar Wochen kommt es nun nicht mehr an.

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