Differenzbesteuerung oder Mehrwertsteuer?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

reverse charge gilt auch für Kleinunternehmer. Das ist auch systematisch richtig, weil es sonst dort einen Wettbewerbsvorteil gäbe.

Differenzbesteuerung kann ja nur greifen, wenn der betreffende Regelbesteurer ist.

also das würde heißen, ich als Kleinunternehmen muss vollen 19 % MwSt zahlen?

0
@Alex1980

Wenn es nicht so wäre bekämst Du einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Regelbesteuerer.

Ihr kauft beide für netto 20,- ein. Er zahlt im Reverse charge 3,80 Euro, die er als Vorsteuer abzieht. Einkauf also 20,-, er möchte 2,- Euro rohgewinn, also Umsatz 22,- Euro, + 4,18 Euro, Verkaufspreis 26,18 Euro.

Dein Einkauf wäre auch 20,- Euro, aber um 2 Euro Rohgewinn zu haben müsstest Du nur 2,- Euro mit Differenzbesteuerung haben, also 2,38 Euro, Preis damit 22,38.

Selbst wenn Du mit 20,- + Reverscharge 3,80 = 23,80 + 2,- Rohgewinn = 25,80 hast Du noch einen Vorteil, aber einen geringeren. 

1
@wfwbinder

Na gut, es ist wirklich anschaulich Dein Beispiel.

Allerdings handelt es sich um Sammlerstücke nach § 25a UStG, die differenzbesteuert werden können. Also dürfen beide beim Ankauf (Reverse Charge) Differenzbesteuerung anwenden. Der Regelbesteuer könnte seine Ware dann genau so MwSt frei verkaufen können mit dem Hinweis auf Differenzbesteuerung. Somit ist keiner im Wettbewerbsnachteil.

Regelbesteuer wird sich auch für die Variante entscheiden in dem Fall, weil sie viel günstiger für ihn ist.

Oder habe ich irgendwo Gedankenknoten?

0
@Alex1980

Keinen Gedankenknoten, aber einen neuen Sachverhalt.

In Deinem Sachverhalt ging es darum, dass die Mümzem von einem Verkäufer verkauft wird, der Umsatzsteuer abführen muss, aber wegen der USt-ID steuerfrei als innergemeinschaftliche Lieferung ausliefert.

Die Frage des § 25 a stellt sich für Den Regelbesteuerer nur, wenn er von Privat, oder einem Kleinunternehmer kauft, also ohne Vorsteuerabzug.

Also, Deine Variante, der Regelbesteuerer kann ja auch einfach nach § 25 a abrechnen, geht in Deinem Beispiel nicht.

0
@wfwbinder

Ja und das ist was ich nicht verstehe.

Laut § 25a kann auch Neuware differenzbesteuert werden, wenn es sich um Sammlerstücke (Briefmarken, Münzen aus nicht edlem Metall) handelt. Die Bank liefert die Münzen an den Händler steuerfrei aus. Der Händler wählt Differenzbesteuerung und verkauft die Münzen ohne MwSt mit Hinweis auf Differenzbesteuerung. Das würde gehen oder?

Oder sagt der Fiskus “ Niente“ , da die Bank im EU-Ausland sitzt handelt es sich um einen Innergemeinschaftlichen Erwerb und soll komplett besteuert werden?

0
@Alex1980

Aber da ist die Lücke in Deinem Sachverhalt (oder eine fehlende Information).

Die Gegenstände wurden an den Wiederverkäufer im Gemeinschaftsgebiet geliefert. Für diese Lieferung wurde a) Umsatzsteuer nicht geschuldet oder nach § 19 Abs. 1 nicht erhoben

Das ist § 25 a, Abs. 1 Nr. 2

Wenn also der Verkäufer Umsatzsteuer geschuldet hat, diese aber wegen des Verkaufs in ein anderes EU Land nicht berechnet wurde, weil das Reverse Charge Verfahren galt, ist der ZUgang zum § 25 a verschlossen.

Ebenso ungeklärt ist, um welche Art von Sammlermünze es sich handelt. Siehe hier:

http://muenzenverband.de/ermaessigter-umsatzsteuersatz-fuer-umsaetze-mit-sammlermuenzen-2015/

0

Differenzbesteuerung ist nur anwendbar, wenn der Verkäufer Privatperson, oder  Kleinunternehmer ist.

Was möchtest Du wissen?