Die Zwangsrente erst ab 63, dann kann die Arge einen vorher nicht in die Rente schicken?

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5 Antworten

Exakt wie @Lissa es sagt. Keiner kann sie zwingen. Was ist den schon dabei sich ab und zu zu bewerben? Es nimmt sie doch sowieso keiner mehr.

Mit ALG II bekommt sie ein Sozialticket für die öffentlichen Verkehrsmittel (zumindest in Berlin) und zeit hat sie ggf. auch. Also macht sie zwei bsi drei Vorstellungstermine pro Monat und keiner kann ihr was tun. Ist das so schlimm?

Natürlich schickt die ARGE Menschen schon früher in die Rente. Das wird ganz bewußt gemacht. Denn erstens schönt das die Arbeitslosenstatistik und zweitens erhälte der zukünftige Rentner weniger Rente. Viele Menschen machen das gerne. Aber zwingen kann man sie gottseidank noch nicht.

Also ich kenn nur die Zwangsrente (Neuregelung ab 2008) mit 63 Jahren. Grundlage ist § 12 a vom Sozialgesetzbuch II. Wobei die Arge oder das Jobcenter bestimmt vorher "probiert", ob jemand freiwillig in Rente gehen möchte. Aber ein MUSS ist es vor dem 63. Lebensjahr nicht!!

Sie können sie zwar nicht zwingen, sie können sie aber so ärgern, dass sie ihre Rente freiwillig beantragt.

Wenn sie wirklich arbeitssuchend ist und sich an die Spielregeln der ARGE hält, braucht sie erst die Altersrente ab 63 zu beantragen.

Die Arge kann und wird sie so früh als möglich in Rente schicken!!

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Sie wird am Anfang ALG2 bekommen und dann, nach kurzer Zeit, wird die Arge von Deiner Bekannten Beweismittel anfordern, aus denen hervorgeht, wann der frühestmögliche Rentenbezug möglich ist. Dazu wird sie verpflichtet nach §60 Abs. 1 Satz 1 SGB1 (Mitwirkungspflicht), sollte sie diese Beweismittel (Rentenmitteilung) nicht innerhalb der geforderten Frist vorlegen, wird sie mit einer Sanktion von 100% belegt!

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Die Arge wird damit argumentieren, daß die Leistung nach SGB2 gem. dem §12a SGB2 nachrangig ist und vorher alle Leistungen anderer Träger zu beantragen/beziehen sind, sofern dies zur Vermeidung, Beseitigung, Verkürzung oder Verminderung der Hilfebedürftigkeit erforderlich ist.

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Nach neuester Rechtsprechung des BSG ist es für die Hilfeempfänger zumutbar, die bis zu 18% Abschläge der Rente hinzunehmen!!

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Notfalls kann die Arge gegen den Willen Deiner Bekannten für sie den Rentenantrag stellen!

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Siehe dazu auch:

http://www.frank-spieth.de/dielinke/downloads/info_zwangsrente-1.pdf

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