Die Zahl der Sozialwohnungen in D sinkt seit Jahren. Was sind wesentliche Ursachen dafür?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es werden und wurden in der Vergangenheit nicht nur viele Sozialwohnungen privatisiert oder sind aus der Bindung gefallen, sondern es werden weniger Sozialwohnungen gebaut als benötigt werden. Warum: Je nach Bundesland und Bedarf unterschiedlich: z.B. wäre in München das Geld da, aber es fehlt der Platz, in Berlin ist kein Geld da, aber Platz gäbe es. Sozialer Wohnungsbau ist Ländersache. Der Bund stellt dazu zwar auch Mittel bereit, aber umsetzen müssen es die Länder. Die wieder setzen unterschiedliche Prioritäten, je nachdem welche Parteien hier das Sagen haben. Bis dann ein Genehmigungsverfahren für einen sozialen Wohnungsbau abgeschlossen ist, können Jahre vergehen. Dort wo die Kommunen auf Untersützung durch Privatinvestoren angewiesen sind, fehlen zudem Anreize.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Es gibt wohl Fälle, dass städtische Wohnungsbaugesellschaften Wohnungen an Investoren verkaufen.

Vermutlich ist aber der Hauptgrund, dass die Bindungsfrist von gefördertem Wohnraum abläuft.

Wer Sozialwohnungen gebaut hat, hat dann ja dafür günstige Kredite bekommen. Die Bindung an die Sozialmieten läuft solange wie die Tilgungsfrist der Kredite.Wenn die ausläuft ist es keine Sozialwohnung mehr.

Ich persönlich hielte es für besser, die gesamte Förderung über Wohngeld zu machen. Wer dann keine Berechtigung für eine Sozialwohnung mehr hat, würde automatisch rausfallen und man könnte sich den Quatsch mit Fehlbelegungsabgabe usw. sparen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
17

Das ist Quatsch. Wenn es keine günstige Wohnungen gibt, steigt das Wohngeld stetig. Das ist dann nichts anderes als eine indirekte Förderungen der Hausbesitzer.
Zwingt der Staat die Bauherren an die Sozialbindung bleibt Wohnraum billig.
Und wenn die Zinsbindung nach 30 Jahren ausläuft, sind die Mieter kaum kündbar und die Häuser alt.

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@topbaugutachter

Das es Quatsch ist, ist sieht man ja daran, dass wirklich viele Sozialwohnungen gebaut werden und die die Bauherren um die günstigen Darlehen reissen.

Ironie ende.

Wenn der Bau von Wohnungen wieder attraktiv würde, würde auch wieder mehr gebaut. Wird mehr gebaut, verbreitert sich das Angebot und bei größerem Angebot steigen auch die Mieten weniger, oder würden gar stagnieren.

Es ist doch völlig egal, wie der Staat den Wohnungsbau subventioniert. Wenn er Wohnraum baut, der 10 Euro pro qm kosten müsste und vermietet ihn für 5 Euro den Quadratmeter , dann zahlt der Staat 5,- Euro dazu.

Dann kann er auch den Mieter mit 5 Euro pro qm direkt fördern.

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17
@wfwbinder

Nur das der MIeter auf dem freien Markt für die 5 Euro nichts bekommt.

Mehr gebaut würde wenn es mehr Bauland gäbe, dazu mussten alle Gemeinden einfach mehr freigehen, entweder in die Breite oder die Höhe. Dann aber würden die Preise fallen und zwar die der Grundbesiter der Bestandsimmobolien und die der Villen am Stadtrand.

Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage. Hält man das Angebot knapp, bleibt es so.
Und ne viel höhere Grundsteuer auf unbebautes Bauland :
Das wäre sogar kostenneutral

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68
@topbaugutachter
Nur das der MIeter auf dem freien Markt für die 5 Euro nichts bekommt.

Genau deshalb soll die Differenz ja per Wohngeld getragen werden.

Und ne viel höhere Grundsteuer auf unbebautes Bauland :

Das ist eine sinnvolle Idee.

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@wfwbinder

Wenn man allen 5 Euro gibt, steigen bei einem knappen Angebot die Preise.
Bleiben wir bei der Grundsteuer + einem großeren Angebot an Flächen. Jetzt wo die Landwirstschaft austrocknet wären die doch frei

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68
@topbaugutachter
Wenn man allen 5 Euro gibt, steigen bei einem knappen Angebot die Preise.

MAnchmal frage ich mich, ob man mich missversthen will. Ich habe nicht gesagt, dass man jedem 5,- Euro geben sollte, sondern es war nur ein Beispiel um aufzuzeigen, dass es egal ist, ob ich als Staat ein Gebäude zum Normalpreis baue und dann billiger (nicht kostendeckend) vermiete, oder ob ich den Einzelnen Mieter direkt durch einen Zuschuss unterstütze. Wobei das den Vorteil hätte, dass man nicht mit Fehlbelegungsabgabe und anderen Instrumenten reagieren muss, wenn der Mieter irgendwann genug verdient, um sich eine normale Miete zu leisten.

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Solange man satte Gewinne macht wenn man baut, will kein Mensch die geringe staatliche Förderung.

Das kann man ausrechnen - machs mal.

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