Die wirtschaftlichen Folgen von Corona sind enorm. Wie sollte der Staat in D damit umgehen in Hinblick auch auf steigende Sozialausgaben und Steuerausfälle?

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2 Antworten

Man muss zwischen Staatlichen Organen wie Bund, Länder und Gemeinden sowie privaten und juristischen Personen wie z. Bsp. GmbHs ud AGs unterscheiden. Letztere können in Privat- bzw. Insolvenz geraten. Als Folge der Corona Krise kann man das in steigendem Ausmaß befürchten.

Der Staat geht formal nicht pleite, sondern er kann seine Haushalte nicht ausgleichen. Um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen muss er sich irgendwo Geld leihen. Man gibt Anleihen heraus und besorgt sich auf dem freien Kapitalmarkt Geld indem man Käufer sucht. Dazu muss man aber eine ordentliche Verzinsung bei Rücknahme der Anleihe bieten. Und da kommt es sehr auf das Ranking der Agenturen an. Länder wie Italien oder Griechenland müssen das schon zweistellige Zinsen anbieten, andere Länder wie Deutschland oder die Niederlande brauchen das nicht. Die Staatsverschuldung war hier vor Corona nicht so gravierend, also sind es bei den Agenturen bessere Schuldner.

Letztlich entsteht eine Spirale mit einer weiteren Verschuldung: die nächste Generation muss also die Schulden in 10, 20, 30 Jahren einschl. Zinsen bezahlen. Deshalb die aktuelle Forderung nach Eurobonds : wenn alle Euro Länder die Anleihe herausgeben, wird es mit der eigenen Zinslast für einige Länder preisgünstiger, andere Länder befürchten aber damit langfristig die Schulden anderer zu bezahlen.

Die EZB kauft diese Papiere in Massen an und bezahlt diese quasi in Cash. Sie kann das natürlich, weil sie den Euro heraus gibt. Allerdings könnte damit die Inflation in den nächsten Jahren evtl. dramatisch steigen.

Fazit: Jeder von uns bezahlt zweifach: vermutlich mit höheren Abgaben (Nichtabschaffung des Soli an erster Stelle) und Entwertung seines Vermögens durch Inflation, das gilt besonders für die langfristige Anlage zur Rentenabsicherung.

Stimmt. Das geht nicht. Der übliche weg sind Schulden. Die gibt es derzeit für lau und es spricht nichts dagegen, Corona ausschließlich so zu finanzieren.

Die europäischen Staaten retten sich zu Tode (siehe Handelsblatt 15.05.20).

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