Die Deutschen und ihre EC-Karte

6 Antworten

Beim Auslandseinsatz im Nicht-Euro-Raum hat die EC-Karte, wenn sie denn akzeptiert wird deutliche Vorteile, denn es entfallen die Wechselkursgebühren wie bei Kreditkarten üblich. Der Verkäufer hat zudem den Vorteil, dass er sein Geld schnell - ohne prozentuale Abgaben an das Kartenunternehmen erhält, auch wenn für ihn die EC-Karten Akzeptanz nicht gebührenfrei ist.

Zudem hat eines der Kartenunternehmen in der Vergangenheit auch durch seine schlechten Konditionen für die Händler diese so verprellt, dass sie diese Karte oftmals nicht mehr akzeptieren.

Für mich als Kunde ist dies ein Grund auch im Ausland auf immer, falls möglich mit der EC-Karte zu zahlen, obwohl ich Kreditkarten besitze.

Was ist der Unterschied zwischen EC und Visa und wieso wird die Kreditkarte in Deutschland nicht überall angenommen?

Das ist keine Frage der Ideologie, sondern eine der Finanzen. Hatte mich gerade die Tage darüber unterhalten mit jemand vom Fach: Bei der EC-Karte liegt die Händlerprovision angeblich bei 2 bis 3% des Umsatzes, bei Kreditkarten um die 5%. Das ist der Grund, wieso Kreditkarten ungern akzeptiert werden.

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So ist es. Das haben wir schon in der Banker-Ausbildung vor über 20 Jahren gelehrt bekommen, offenbar hat sich daran nichts geändert.

Kein Wunder, dass das Kreditkartengeschäft nicht Prüfungsschwerpunkt war.

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@EnnoBecker

Du meinst, dass sich seit damals nichts geändert hat, als man bei jedem, der mit Kreditkarte zahlen wollte, erst mal einen Katalog der gesperrten Karten durchblättern durfte, dann ging es ritsch-ratsch, Unterschrift geprüft. Weiter war es ein riesiger Aufwand, damit man dann in zwei Monaten auch das Geld vom Kreditkartenunternehmen bekam.

Es hat sich geändert! Nur kann es sein, dass viele der Händler noch aus der Zeit kommen, als Keditkarten wesentlich mehr Nach- als Vorteile hatten. Manche leben noch in der Zeit, aber es werden weniger.

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Mit wem hast du dich unterhalten, wenn "angeblich" solche Prozentsätze rauskommen.

Mit jemandem, der wie Enno vor 20 Jahren bei einer Bank gelernt hat?

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@Rat2010

Gen augenommen war es gar keine Bank, sondern eine Spaßkasse.

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@EnnoBecker

Genau genommen erklärt das vieles. Vor allem das, was du beim Thema "Kapitalanlage" einbringst ;)

Macht aber keinen Unterschied, ob du damals bei einer Bank oder Sparkasse gelernt hast.

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@Rat2010

Das bei der EC-Karte muß Promille heißen, aber bei der Kreditkarte sind 5 Prozent Provision nicht ungewöhnlich. Großkunden können selbstredend wesentlich bessere Konditionen aushandeln.

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Für mich ist die Benutzung einer Kreditkarte eine Frage, ob man diese Geschäftsmethoden unterstützen will. Ich halte das Einsteigen in geschlossene Verträge grundsätzlich für verwerflich. Das sind Mafia-Methoden. Wenn ich etwas kaufe schließe ich einen Vertrag. Der Vertrag wird nicht mit der Bezahlung geschlossen, sondern durch Willenesübereinstimmung. Mir wird etwas angeboten, ich kaufe es. Der Verkäufer verkauft es zu einem bestimmten Preis. Zahle ich in bar ist alles o.k. Zahle ich per Kreditkarte schaltet sich ein anderes Unternehmen mit einen Provision (3-5%) ein ohne eine wirkliche Leistung zu erbringen. Es reicht ja nur mein Geld weiter, das ich schon hatte. Letztlich ist die Kreditkartenwirtschaft auch wesentlich verantwortlich für die letzte große Wirtschaftskrise 2008. Die Barclays Bank hat jahrelang die Zinsen manipuliert. Sicher für die Amerikaner ist das genau das richtige, da ist ja fast jeder Schauspieler und gibt was anderes vor, als er wirklich ist. Die haben ja Ihre Häuser mit solchen Kreditkarten praktisch aufgegessen. Man sieht es ihnen auch an.

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Das "ohne eine wirkliche Leistung zu erbringen" ist Unsinn.

Du hast mit der Kreditkarte in Ländern, in denen die Akzeptanz hoch ist den Vorteil, dass du immer ausreichend liquide bist. Dort zahlt man auch schneller als mit Geld. Wer in verschiedene Länder reist, ist mit Karte "einfach so" in verschiedenen Währungen ausreichend liquide. Auch dann, wenn er etwas kaufen will, für das er eigentlich nicht ausreichend Geld dabei gehabt hätte, weil ihm das geklaut werden kann oder er gar nicht auf die Idee gekommen wäre, dass er länger dort bleibt. Wer hat schon 12.000 € im Geldbeutel? Die Kreditkartenfirma leistet auch, dass die Karte wenn entwendet gesperrt wird und man eine neue bekommt. Der Vorteil ist auf Reisen aber auch sonst riesig. Geld ist weg. Dazu bekomme ich einmal monatlich eine Aufstellung und die Bonusprogramme sind teilweise auch nicht ohne. In einer kleiner werdenden Welt mit Internet und Versandhandel geht es nicht mehr ohne funktionierende Systeme. Was Geldverkehr kosten kann, sieht man bei Paypal!

Läden oder alle, die Kreditkarten akzeptieren, müssen mit einem gewissen Schwund rechnen. Alle fünf Jahre wird der Bote auf dem Weg zur Bank überfallen. Das wäre öfter, wenn es sich noch lohnen würde. Geldmanagement kostet Geld und wie viel hängt von der Menge ab. Vor allem aber langt regelmäßig oder unregelmäßig wer in die Kasse. Je mehr Kassenbestand, desto größer der "Schwund". Bei Geld steht nicht drauf, wem es gehört. Hat es ein anderer, ist schwer nachzuweisen, dass es nicht dem gehört. Ohne Geld kein Diebstahl und kein Raub. Das Kreditkartenunternehmen übernimmt - dem Händler gegenüber - das Kreditausfallrisiko. Dazu weiss jeder, dass sich größere Beträge mit Karte wesentlich leichter ausgeben lassen. Die Annahme von Kreditkarten erhöht den Umsatz vieler Läden. Anderen (wie Hotels oder Tankstellen) hätten sonst Probleme.

Was die Leistungen dir und was sie den Unternehmen wert sind, die sie annehmen, hängt davon ab. Ich denke, wir können uns auf maximal 0,3 % einigen (http://www.t-online.de/wirtschaft/id_68260804/druck-der-eu-kommission-visa-europe-senkt-kreditkartengebuehren.html es sind noch Zahlen von vor 20 Jahren im Umlauf). Ich denke, dass es das wert ist.

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@Rat2010

Sicherlich, warum zahlt denn dann nicht der der von diesen Leistungen profitiert?

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