Derivate mit konstantem Hebel

1 Antwort

Dererlei gibt es doch genug.

- ETFs mit n-Mal Long oder Short haben ein konstantes Vielfaches

- Faktorzertifikate haben annähernd einen konstanten Hebel

Der nicht konstante Hebel ist jedoch auch kein Problem, da ja der Hebelfaktor irrelevant für den Anleger ist. Es geht doch darum, wohin sich die Bilanz der Position entwickelt, wenn der Basiswert steigt oder fällt. Bei Produkten, die mit vollem Kapitaleinsatz in Bezug auf ein Basisinstrument arbeiten, hast Du eine direkte Faktorbeziehung (modulo Finanzierungskosten, Risikoaufschläge und Spreads). Bei Produkten, die auf Differenzen zu einem Basispreis setzen, sind die Abhängigkeiten zwischen Basispreis und Derivat nun mal nicht linear, wohl aber zwischen Differenz und Derivat (modulo Finanzierungskosten, Risikoaufschläge und Spreads).

Daher kann ich Dein Argument überhaupt nicht nachvollziehen.

Produkte mit einem konstanten Hebel haben nicht nur eine sehr viel komplexere Struktur, sie weisen ebenso die Nachteile einer Assymmetrie bei steigenden und fallenden Kursen auf. Ist ja auch klar, denn je komplexer ein Produkt, desto mehr produktinterne Kosten fallen an.

Willst Du also wirklich einfach zu handhabende, kosteneffektive Produkte, die eine Hebelwirkung auf einen Basiswert aufweisen, musst Du nach CFD/SFD/FFD schauen.

wenn der hebel gegen mich arbeitet, meine gewinnchance deutlich unter 0,5 drückt, werde ich auf dauer keinen profit machen( bernoulli experiment). deshalb suche ich nach alternativen zu knock outs

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@golfuhr

Sehr seltsame Begründung. Nicht der Hebel ist für die Gewinnchance relevant, sondern der hypothetische Gewinn zu einem gewissen Zeitpunkt. Wenn die Gewinnerwartung fällt, wird verkauft. Das hat absolut nichts mit dem Hebel zu tun, sondern mit Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Verteilung hypothetischer, zukünftiger Preise. Ob das nun ein Hebel von 1, 5 oder 10 ist, tut nichts zur Sache.

Und meinen subtilen Hinweise auf den Hebel hast Du anscheinend ignoriert: bei Preisen, die linear von Differenzen abhängen, kann es aus elementarmathematischen Gründen keinen konstanten Hebel in Bezug auf den Basiswert geben.

Du bekommst also nur einen mehr oder weniger konstanten Hebel, bei

- vollem Kapitaleinsatz: Basisinstrument plus Calls auf dieses im passenden Verhältnis

- Einsatz auf Differenzen zu einem Basispreis: dabei setzt Du nicht auf einen Basiswert, sondern auf einen Referenzindex, der mit konstantem Hebel auf den Basiswert setzt. Da jedoch insbesondere Kursrückgänge fix gehebelt nicht beliebig abbildbar sind, hat auch diese, recht komplexe Konstruktion ihre Nachteile.

Ein Hebel arbeitet nie gegen Dich. Bei Knock-Outs ist der Hebel eigentlich irrelevant, sondern es geht um die Differenz und die Eintrittswahrscheinlichkeiten.

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@gandalf94305

nein das meine ich nicht. es ist doch einfach:Umso mehr es zur die KO Barriere geht umso größer der Hebel. laufende verluste werden also immer stärker gehebelt.

Geht es weg von der KO Barriere wird der Hebel immer kleiner. laufende Gewinne werden immer schwächer gehbelt.

das meine ich mit gewinne werden durch knock outs begrenzt und verluste vergrößert.

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@golfuhr

Kann ich nicht nachvollziehen.

Sei der Basiswert ein Instrument beim Preis von 100 Punkten. Verhältnis 1:1 in EUR. Du kaufst ein Long Mini Future mit Knock-Out = Basispreis = 90 Punkte zu 10 EUR (Aufgeld ignoriere ich mal).

Steigt der Preis auf 110 EUR, gewinnst Du 10 EUR. Würde der Basiswert mehr steigen, gewinnst Du mehr.

Fällt der Preis auf 90 EUR, verlierst Du 10 EUR. Mehr kannst Du aber auch nicht verlieren.

Verluste werden durch die Knock-Out-Schwelle limitiert. Gewinne sind theoretisch unbegrenzt möglich.

Der Hebel spielt keine wesentliche Rolle - außer beim Einstieg, um zu wissen, wie das Verhältnis zwischen Investment und erwartetem Gewinn ist. Wenn der Hebel sich im Laufe der Zeit verändert, spielt das doch keine Rolle mehr, da es nur auf den  Differenzbetrag zu Deinen Kaufkosten ankommt.

Ich könnte ja verstehen, wenn Du jetzt ein Argument mit Aufgeld und dem proportionalen Anteil am Preis des Instruments bringst oder wenn Du Dich über die kleiner werdenden Differenzen durch Nachziehen der Schwelle beklagen würdest. Irgendein Mosaiksteinchen fehlt mir noch.

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Macht es sinn als Unternehmen Fremdwährungsrisiken über den Devisenmarkt abzusichern?

Angenommen man verkauft Waren in England und das Pfund ist ja in den letzten Jahren stark gefallen.Man könnte das Fremdwährungsrisiko ja reduzieren, in dem die Fremdwährung über den Devisenmarkt verkauft wird. Es wird also z.B. EUR gegen GBP (Britisches Pfund) getauscht und somit hat man eine negative GBP Position, die man irgendwann wieder zurücktauscht. Der Rücktausch würde basierend auf dem realen Umsatzeingang erfolgen, z.B. wöchentlich, man würde vom Kunden GBP erhalten, die dann von der Bank automatisch in EUR getauscht werden.

Durch den „Leerverkauf“ des GBP würde man sich somit den Kurs zu dem Verkaufstag sichern. Verliert der GBP nun an Wert, dann würde man zwar weniger EUR von dem Partner in UK als Zahlung erhalten. Dieser Wertverlust würde sich jedoch zu einem großen Teil durch einen Kursgewinn kompensieren, da man den GBP wesentlich günstiger zurückkaufen könnte.

Ist eine solche Vorgehensweise sinnvoll, falls ja wird sie bereits praktiziert?

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Währungsrisiko; Bilanziell/ Nicht-bilanziell

Die Bayer AG sichert ihr Währungsrisiko mit derivativen Finanzinstrumenten ab und unterscheidet dabei in ihrem Geschäftsbericht zwischen der Währungssicherung von gebuchten Geschäften und geplanten Geschäften. In den aktuelleren Geschäftsberichten heißt es dann Absicherung von bilanziellen und nicht-bilanziellen Risiken.

Welche Geschäftsfälle würdet ihr in die jeweilige Kategorie einteilen?

Ich würde sagen:

1.Kauf und Verkauf von Waren/ Produkten; Nach Übergabe des Vermögenswerts wird das Geschäft gebucht. Die Zahlung erfolgt auf Ziel. --> Bilanzielles Risiko

  1. Es wird eingeplant, die im nächsten Jahr benötigten Waren und die voraussichtlichen Fremdwährungsumsätze teilweise zu aktuellen Währungskursen abzusichern. --> nicht-bilanzielles Risiko

  2. Der geplante Verkauf eines Tochterunternehmens wird gegen Währungsschwankungen abgesichert (Translationsrisiko) --> nicht-bilanzielles Risiko

Seht ihr das auch so? ;D Habt ihr vielleicht noch andere Geschäftsfälle parat, die bei der Währungssicherung eine große Rolle spielen?

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