Der Chef der Wirtschaftsweisen ruft zu Lohnzurückhaltung auf um die Krise zu bewältigen. Richtiger Weg?

1 Antwort

Denkst du wirklich, die Unternehmen sollen jetzt trotz krisenbedingt geringerer Umsätze höhere Löhne zahlen? Womit sollen die das finanzieren? Durch Schulden oder sollen sie doch einfach Leute entlassen?

Kurzarbeit entlastet die Firmenkasse - aber doch in den seltensten Fällen mehr, als der Umsatz sinkt.

Der Reallohnzuwachs der letzten Jahre war im Schnitt merklich über 1 %. Argument war die letzten Jahre die Beteiligung der Belegschaft an gestiegenen Unternehmensgewinnen. Nicht mehr die (vernachlässigbare) Preissteigerung. Natürlich ist das überdurchschnittlich und ich denke, es kam auch an. Jedenfalls bei denen, die nicht eh nie das bekommen können, das sie verdienen.

Darum dreht ja die Frage. Und es gibt auch unter Ökonomen unterschiedliche Auffassungen zur Thematik. Inwieweit hilft es aber der Wirtschaft wirklich? Wenn die Binnennachfrage stagniert oder einbricht mangels Geld? Wer kauft dann die nächste Zeit ein Auto wenn es vermeidbar ist?

Im ersten Quartal sind die Reallöhne gegenüber dem Vorjahresquartal grade mal um 0,4 Prozent gestiegen. Und etliche Jahre lang waren sogar negative Reallöhne zu verzeichnen. Die Preise werden steigen. Nicht nur am Wohnungsmarkt. Warum sollen wir in D Zurückhaltung üben während manche EU-Südländer sehr locker mit dem Geldern (auch aus EU-Haushalt und mit wesentlichen Anteil Deutschlands) um sich werfen und wie in Frankreich z.B. immer noch viele mit 62 oder früher regulär in Rente schicken?

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@Gnadenlutscher

Ich habe die Frage schon verstanden. Du meine Antwort scheinbar eher nicht.

Je nach politischem Lager sieht man das unterschiedlich. Jedes Lager denke vor allem an sein Klientel und findet auch Wissenschaftler für seine Auffassungen.

Was du scheinbar nicht verstehst ist, dass steigende Reallöhne bedeuten, dass Arbeitnehmer an einer Produktivitätssteigerung beteiligt werden, die über der Inflation liegt. Das ist gut so und das kann man auch machen, nur ist es keine Selbstverständlichkeit und kann auch mal in die andere Richtung gehen.

Dein letzter Satz passt in keiner Weise zum Thema. Aus irgendeinem Grund ist die doofe Null in die Politik gekommen und Corona hat sie beseitigt. Der Staat gibt jetzt sein Geld mit vollen Händen aus und macht 8vernünftigerweise) hohe Schulden.

Dass in Frankreich sinnvolle Reformen nicht durchsetzbar sind, ist nicht die Schuld Deutschlands.

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@Rat2010

Das hapert es an den Definitionen. Die wahre Inflation (in Bezug zur Geldmenge M3 vom Euroraum) ist deutlich höher. Die Geldentwertung hängt nicht vom üblichen Warenkorb oder Ölpreis ab, sondern vor allem von einer übermäßigen Ausweitung des Geldumlaufs im Verhältnis betrachtet zu der gesamten Wirtschaftsleistung im Euroraum. Daher sind Forderungen nach Lohnzurückhaltung zu hinterfragen.

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@Gnadenlutscher

Wenn du das denkst, dann lasse ich dir deine Meinung.

In Deutschland und anderswo solle es ja häufiger vorkommen, dass jemand alternative Fakten schafft.

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@Rat2010

Ich respektiere deine Ausagen und Meinungen. Aber mit alternativen Fakten hat dies weniger zu tun. Die Geldmenge im Euroraum ist schneller gewachsen als erwartet. Berücksichtigt wird das aber bei der offiziellen Definition von Inflation nicht umfänglich. Daher steht ja durchaus auch in Fachkreisen die Bemessung teilweise in der Kritik. Durch einen Vergleich der Geldmenge M3 zum BIP lassen sich jedenfalls realistischere Werte ablesen. Die gefühlte Inflation liegt tendenziell höher als die amtliche offizielle Inflation. Lassen wir es dabei, trotzdem danke.

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