Denkmalgeschütztes Haus selbst renovieren oder renoviert kaufen?

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6 Antworten

Nur wenn man die Risiken während der Sanierungszeit trägt, bekommt man die Steuervergünstigungen. Man braucht für jede einzelne Maßnahme, für die man die Denkmalabschreibung will, die Rechnung und muss die Zahlung nachweisen. Dann gibt es auch die Denkmal-AfA.

Wenn man mit anderen zusammen ein Denkmal saniert (also z. B. eine Wohnung in einer denkmalgeschützeten Ruine kauft) und wenn im Anschluss die Maßnahmen/Rechnungen nachgewiesen werden, kann man die Denkmal-AfA auch bekommen.

Das Risiko, dabei an einen schlechten Bauträger zu kommen, ist hoch und da bei vielen Objekten die Probleme nicht vorhersehbar sind, ist das nicht das einzige Risiko.

Wenn man ein fertiges Haus kauft, hat jemand anders das Risiko gehabt. Dafür zahlt man in der Relgel etwas mehr und hat keine Denkmal-AfA!

Wenn man es selbst machen will, sollte man zumindest die Spielregeln kennen oder sich jemenden suchen, der sich mit so etwas auskennt. Wenn man dann noch ein interessantes Objekt findet, für das dann später auch ein Mieter zu finden ist, kann man das angehen.

So oder so sollte man nicht zu sparsam kalkulieren. Mal fehlt bei einem Denkmal ein Teil des Kellers, ein anderes mal ist die Statik oder ein Schaden im Mauerwerk unterschätzt oder vergessen worden. Man sollte also Reserven haben, sonst wird es schnell existenziell. Wenn man erst mal viel Geld reingesteckt hat, gibt es kein zurück. Auch wenn es doppelt so teuer wird wie geplant.

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Für diese Entscheidung solltest Du auch festlegen, ob Du eine hohe Abschreibung in den ersten Jahren erzielen willst oder ob Du Wert auf eine gleichbleibende langfristige Abschreibung legst. Denn übersteigen die Renovierungskosten in den ersten 3 Jahren die 15% des Anschaffungswertes der Immobilie (Kosten für das Grundstück werden herausgerechnet), dann werden die Renovierungskosten dem Anschaffungswert des Gebäudes hinzugerechnet und langfristig abgeschrieben.

Durch Eigenleistung hat man natürlich den Vorteil, dass man das Objekt in kürzerer Zeit in einen vermietfähigen Zustand bringen kann, denn es fallen ja nur die Materialkosten an.

In jedem Fall sollte man sich aber vor dem Kauf an das zuständige Denkmalschutzamt wenden, um sich in Kenntnis zu setzen, welche Auflagen bei der Renovierung gemacht werden, denn ohne Zustimmung darf man kaum etwas sanieren.

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Ich würde mich vorab generell mal über die Auflagen bei einer Sanierung und auch Unterhaltung eines denkmal geschützten Hauses erkundigen. denn da gibt es einiges zu beachten. Am besten mal bei der Stadt oder Gemneinde Auskunft einholen und dann abwägen. Dann kommt es auch noch drauf an, wieviel Zeit man selbst für die Planung, etc. hat, oder ob es doch besser Profis machen.

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Ich will nicht sagen, dass die veranschlagten Kosten immer niedriger ausfallen als die Kosten, die am Ende einer Renovierung am Ende tatsächlich anfallen. Aber leider ist es häufig so, dass unvorhersehbare Probleme auftreten und das dann die Kosten nach oben treibt. Wenn man selber natürlich Handwerklich begabt ist, oder im Freundeskreis Handwerker hat, auf die man sich verlassen kann und die zu günstigen Konditionen arbeiten, dann kann es sich schon lohnen einiges selbst zu machen. Es hängt also meiner Meinung nach auch ein bisschen von der individuellen Situation ab.

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Ein denkmalgeschütztes Haus als Geldanlage ist generell keine besonders schlaue Idee, denn Du bekommst zwar von den lieben Behörden reichlich Auflagen, die viel Geld kosten und die Nutzung des Hauses teilweise einschränken, aber das wenige Geld, das Du vielleicht bekämst - wenn überhaupt, denn die Gemeinden sind pleite - wäre kaum ein Tropfen auf den heissen Stein in Relation zu den Renovierungskosten.

Ausserdem sind die Renovierungskosten überhaupt nicht abschätzbar und kein Handwerker wird Dir hier einen verbindlichen Kostenvoranschlag geben - verständlicherweise.

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Einen Vorteil hat es, das Haus bereits "fertig" zu kaufen .... du kannst kein finanzielles Desaster mehr erleben! (vorausgesetzt, es ist alles in Ordnung) ... Beim "Selbermachen" in Bezug auf ein denkmalgeschütztes Haus ist jedoch höchste Vorsicht geboten !! Ich kenne Bauherren, die sich ernsthaft damit beschäftigt haben, sich eine Kugel in den Kopf zu schießen, weil sie gegen die Auflagen und die Behördenwillkür (teilweise) nicht mehr ankommen. Da nützen dann evtll auch keine Steuervergünstigungen mehr .... also: SEHR gut vorher informieren, was geht und was nicht !!! ... Grüße vom Querkopf

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Kommentar von Snooopy155
07.11.2011, 11:18

Diese Aussage kann ich nicht generell bestätigen, speziell bei meinem Objekt hat die Zusammenarbeit problemlos funktioniert und ich habe sehr vieles in Eigenleistung durchgeführt. Meine Erfahrung ist, wer die falschen Handwerker oder Materialien verwendet, der hat meist mit Problemen zu rechnen. Man sollte sich also im Vorfeld erkundigen, welche Handwerker in der Regel von den Denkmalsschutzämtern eingesetzt werden - die haben dann oftmals mehr Gestaltungsspielraum bei der Ausfführung.

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