Deikon-Anleihe was tun

2 Antworten

Zum Insolvenzverwalter in Sachen Deikon ist der Kölner Rechtsanwalt Dr.Andreas Ringstmeier bestellt worden:

www.dgap.de/news/adhoc/deikon-gmbh-insolvenzeroeffnung_1363_734254.htm

Das übliche Verfahren ist, dass der Insolvenzverwalter über die Depotbank zur Anmeldung der Ansprüche auffordert. Wenn Du das nicht abwarten willst, kannst Du natürlich auch unmittelbar beim Insolvenzverwalter (Anschrift bitte googeln) eine Forderungsanmeldung abgeben. Aber, mach Dir keine Hoffnung: Es gilt nicht etwa der Grundsatz "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sondern es werden zunächst die Ansprüche aller Gläubiger gesammelt und dann geordnet. Da die Deikon-Anleihen nachrangig sind, sieht es ganz schlecht für Dich aus. So wie man das liest, soll für die Anleihegläubiger kaum mehr etwas übrig bleiben.

Danke erstmal für die schnelle Antwort. Muss ich meine Ansprüche schriftlich einreichen oder werde ich automatisch berücksichtigt. Sprich erhalten Kleinanleger wie meine Person ggf. Geld zurück bei Anspruchsanmeldung und andere die nix formulieren ggf. nix. Werden nicht alle Kleinanleger-Besitzer gleich behandelt unabhängig von Anmeldung Ansprüche?

Und wie sähe die Anmeldung dann aus. Formlos in der Form, dass ich Ansprüch in Form von X Euro gemäß Verkaufunterlagen habe?

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Es gibt vier Optionen:

  • Du verkaufst schleunigst die Anleihen über die Börse, soweit sie noch gehandelt werden und mit einem vernünftigen Preisabschlag verkauft werden können. Das wird zwar ca. 90% Verlust bedeuten, aber es ist fraglich, ob das Insolvenzverfahren mehr übrig läßt.

  • Du wartest auf das Insolvenzverfahren und hoffst auf einen Schuldenschnitt und eine Fortführung des Unternehmens. Die Firma kenne ich nicht und kann daher nichts dazu sagen. Ist das Unternehmen solide und hat im Prinzip nur Liquiditätsprobleme, kann das eine Option sein. Ansonsten dürfte ein Betrag nahe bei "Nichts" übrig bleiben.

  • Das Unternehmen wird einen Debt-Equity-Swap durchführen und die Anleihenhalter in Miteigner des Unternehmens wandeln. Das ist auch nur sinnvoll, wenn das Unternehmen weiterzuführen ist, wäre aber im Vergleich zur vorigen Option vielversprechender, da das Unternehmen wohl fortzuführen ist. Dein Nachteil: Du hast dann Anteile an einer nicht börsennotierten Gesellschaft, die nur sehr schwer und nur mit Abschlägen zu verkaufen sein werden - wenn überhaupt.

Wenn Du allgemeinen Regeln folgend in diese Anleihe nur max. 1-2% Deines Portfoliowerts investiert hast, wäre der Verlust von 90% des Werts zwar ein deutlicher, aber insgesamt nur max. 1,8% des Portfolios - also zu verkraften. Ich fürchte jedoch, daß Du dieser Anleihe von Anfang an nicht guten Ratings einen deutlichen größeren Raum im Portfolio eingeräumt hast, so daß der Verlust nun empfindlich trifft.

Wann hast Du eigentlich diese Anleihe gekauft? War nach dem letzten Absturz auf 30% oder so nicht schon klar, daß hier massive Probleme bestehen?

Danke für die schnelle Antwort. Ich habe die Anleihe bei Emmission zu 100 % gekauft/gezeichnet und Deine Annahme ist richtig, dass es etwas mehr ausmachte als 1-2% bei Kauf. Immobilienanleihe, langjährige Mieter (Aldi & Co.) - machte nicht den EIndruck, dass so risikoreich (Vertrieb u.a. über Sparkasse). Den Absturz habe ich falsch gewertet bzw. nicht so nah verfolgt. Es erfolgte ein Zinsverzicht (statt 6% Kupon nur 1%) und es hieß immer, dass dadurch der Fortbestand gesichert ist (zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit) und nach einem Schnitt noch X% (etwa 40 % habe ich gerechnet) zurückgezahlt werden. Auch konnte man immer wieder lesen, dass die Firma eigentlich gar nicht die Kriterien für Insolvenz erfüllt (steht zu gut da), weswegen gesagt habe ich sitze das aus. Da ich den anfänglichen Absprung verpasst habe hatte ich mich mit einem noch zu definierendem Abschlag eingestellt. Dass tatsächlich das Unternehmen insolvent ist - damit habe ich nicht gerechnet (man liest nach wie vor, dass es nicht "sein kann"). Deswegen die Frage, was am besten tun, wobei die von Dir genannte Option 2 die ist worauf die die ganze Zeit "spekuliere". Was wäre denn Option 4?

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@MP123

Option 4 willst Du nicht wirklich wissen. Insolvenz, Delisting der Anleihen, Wert: praktisch Null. Das Unternehmen verschwindet und Stücke werden verkauft.

Ich kenne die Firma nicht, daher kann ich nichts im Detail dazu sagen.

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