Degi Europa Fonds gekauft, Geld verloren - ratet Ihr zu einer Schadensersatzklage?

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2 Antworten

Alleine die Tatsache, daß man mit einem Fonds oder einer anderen Anlage Verluste erleidet, führt zu keinem Schadensersatzanspruch gegen eine Bank, eine Fondsgesellschaft/Emittentin oder ein Unternehmen. Geldanlagen sind nun mal mit Risiken verbunden.

Über diese Risiken sind Anleger aufzuklären. Hierzu gibt es allgemeine Broschüren, die Anleger mit Depoteröffnung seit vielen Jahren erhalten, in denen auf Wertverlustrisiken, Fremdwährungsrisiken, Insolvenzrisiken und andere hingewiesen wird. Erfolgte die Auswahl der Fonds durch einen Berater (Bank oder unabhängig), so gibt es über die Anlageempfehlung ein Beratungsprotokoll, das spezielle Risiken im Zusammenhang mit der Anlage ausweist.

Ansatzpunkte für eine Schadensersatzklage gibt es daher nur in drei Fällen:

  • Ein Berater hat diesen Fonds als "sichere" Anlage empfohlen, ohne auf entsprechende Wertverlustrisiken hinzuweisen. Das betrifft u.U. nicht einzelne Fonds, sondern bei Empfehlung eines gesamten Portfolios eben diesen.

  • Provisionen, die in z.T. erheblicher Höhe als "Kick-backs" an die Bank gingen oder als Bestandsprovision jährlich ausgeschüttet wurden, wurden verschwiegen.

  • Es war zum Zeitpunkt der Empfehlung bereits eine Schieflage des Fonds und damit ein erhöhtes Risiko bekannt.

Ansprüche gibt es also - außer in Fällen von Betrug oder anderer kriminellen Handlungen seitens der Fondsgesellschaft - nur gegen die Bank als Berater und Vermittler. Hast Du den Fonds selbst gekauft - ohne vorherige Beratung - so ist das Risiko auch Dein Risiko und Du kannst nicht sagen, Du hättest von Verlustmöglichkeiten nichts gewußt.

Verschiedene Kanzleien, die man auch per Internet durch Suchmaschinen per Fondsnamen und "Schadensersatz" oder "Klage" findet, bieten hierzu rechtliche Schritte bzw. die Prüfung von Erfolgsaussichten an.

Nachdem ich mal in Google geschaut habe, scheint es einige Anwaelte zu geben, die Hilfe anbieten. Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, wo eine Schadenersatzklage Sinn macht: Betrug auf Seiten der Anlagegesellschaft: z.B. verschweigen von wichtigen Tatsachen etc. oder vorsätzliche Falschinformation. Dieses dürfte schwer nachzuweisen sein... Beraterhaftung: Der Verkäufer hat falsche Angaben gemacht oder auch wichtige Fakten nicht erzaehlt - z.B. negative Berichte in der Presse. Der andere Hauptpunkt hier: Anlage falsch dargestellt - z.B. kein Verlustrisiko etc. oder als besonders sicher verkauft, wo es nicht der Fall war. Aus Beratungsprotokoll zu ersehen... Muendliche Aussagen schwer nachzuweisen. Eine konkrete Empfehlung wäre verbotene Rechtsberatung... Selber abwaegen, ob sich das Prozessrisiko lohnt...

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