Deckt Mietminderung erhöhte Nebenkosten ab?

4 Antworten

War der Vermieter am Heizungsausfall schuld oder hätte es eine Möglichkeit gegeben, diesen zeitnah zu beheben?

Durch die Minderung der Bruttomiete um 100 % ist mietrechtlich nicht mehr zu holen. Die Strommehrkosten könnten die Miete mindern, nur ist ja nichts mehr davon übrig. Sie sind ein euch entstandener Schaden und ob ihr den (gesetzlich) ersetzt bekommen könnt, hängt von der Anspruchsgrundlage ab.

Ist dem Vermieter also ein Versäumnis nachzuweisen? Hat er falsch reagiert? Oder muss er davon ausgehen, seine Pflichten nicht verletzt zu haben?

Vielleicht ist er ja einfach nett und übernimmt den Schaden. Immerhin kostet es ihn ja (weil nach Steuer) nur gut die Hälfte. Einen Rechtsanspruch hättet ihr aber nur in Form eines Schadensersatzes, also wenn er seine Pflichten verletzt hat.

Entscheidend scheint mir aber, dass der Vermieter kulanterwese einer 100-%-igen Mietminderung zugestimmt hat. Ich würde die Strommehrkosten wohl selbst tragen, um diese Kulanz nicht für die Zukunft aufs Spiel zu setzen!

Ich finde in diesem link Hinweise darauf, dass beides gehen könnte, also sowohl Mietminderung als auch zusätzliche Kostenerstattung. Wäre für mich auch logisch, denn eine Ersparnis von 10,-€ für Weihnachten bei 16 Grad ist irgendwie nix.

Ich würde es allerdings, wie Rat2010 es schon empfohlen hat, bei einer freundlichen Anfrage beim Vermieter belassen und es nicht auf einen Streit oder gar Rechtsstreit ankommen lassen. Da könnten sich viele Fragen stellen. Nachweis der Mehrkosten. Unbenutzbarkeit der Wohnung trotz Ersatzheizung, mit Ersatzheizung war die Wohnung doch nutzbar, warum wurden denn nur 16 Grad erreicht trotz der hohen Kosten? Etc.pp..

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.123recht.de/ratgeber/experteninterviews/Heizungsausfall-in-der-Mietwohnung-das-muessen-Mieter-und-Vermieter-wissen-__a157776.html&ved=2ahUKEwiIlunP25rgAhXBbFAKHa-wBpoQFjAAegQIAxAB&usg=AOvVaw3NlL5s1yxLASyCsz0wwBBx

Das ist eine sehr interessante Fragestellung.

Ohne jetzt nachgeschaut zu haben, ob zu genau dieser Fragestellung schon Gerichtsentscheidungen vorliegen würde ich sagen, daß die Stromkosten zusätzlich zu zahlen sind.

Das eine Argument ist, daß durch die Notbeheizung weitere Schäden an der Immobilie verhindert werden, insbesondere eventuelle Frostschäden an den Wasserleitungen.

Das zweite Argument ist, daß ohne Notbeheizung eine Wohnnutzung völlig unmöglich gewesen und der Umzug in ein Hotel die einzige Alternative gewesen wäre, mit weit höheren Kosten für den Vermieter.

Allerdings: Lassen sich die Kosten des Strommehrverbrauchs so präzise ermitteln? Das ist normalerweise nur dann möglich, wenn man über einen separaten Zähler für die Heizgeräte verfügt.

Der Fragesteller hat die Tatsache, dass durch den Heizungsausfall auch keine diesbezüglichen Nebenkosten entstehen, einfach bei seiner Kostenrechnung ignoriert.

Wenn der Vermieter die Stromkosten für die Ersatzheizung übernimmt, dann ist eine Mietminderung um 100% nicht mehr gerechtfertigt. so sehe ich den Zusammenhang.

Zu prüfen wäre auch, warum er mit der Ersatzheizung keine ausreichende Temperatur erzielt hat - waren es einfach zu wenige und zu kleine Geräte?

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@Snooopy155

Na ja, ich bin mir sicher, eine Zentralheizung liefert Heizenergie wesentlich billiger als ein strombetriebener Heizlüfter.

Wie dem auch sei: Deine Argumentation ist durchaus eine taugliche Verteidigungsstrategie aus Vermietersicht und bin mir sicher, daß ein Richter die Parteien vor die Alternative stellen wird, entweder für ein Heidengeld einen Sachverständigen zu beauftragen oder aber, sich irgendwo in der Mitte zu einigen.

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